egg_stadt_stromladestelle_0_11
+
Die drei Ladestationen auf dem Parkplatz am Rathaus wurden bereits in Betrieb genommen. Weitere sind im Stadtgebiet geplant. Foto: Rüdiger Koslowski

E-Mobilität

Das Auto bequem am Rathaus aufladen

Raunheim geht mit der Zeit und will Säulen für Elektromobile weiter ausbauen. Drei weitere Ladesäulen mit sechs Ladepunkten am Bahnhof sind geplant.

Raunheim -Am Parkplatz am Raunheimer Rathaus fallen drei neue Ladesäulen ins Auge. An einer von ihnen ist sogar ein Auto angeschlossen. Ein Ladekabel führt unterhalb der Motorhaube in einen Stecker. Das Fahrzeug ist ein Elektromobil des Autoproduzenten Kia, die Ladesäulen sind für Elektroautos.

Am Rathausparkplatz wurden die ersten drei Ladesäulen mit insgesamt sechs Ladepunkten in Betrieb genommen. Sie befinden sich im nördlichen Teil des Parkplatzes an der angrenzenden Ringstraße. Ein paar Schönheitsarbeiten stünden noch aus, informiert Jan Laubscheer, der Leiter des städtischen Fachbereichs Bauen, Planen, Liegenschaften.

Um die Ladesäulen herum soll der Boden noch befestigt werden, so dass die Kunden sie trockenen Fußes bedienen können. Außerdem sollen noch Schutzbügel für die Autos angebracht werden.

Alles in einer Hand

Es seien noch drei weitere Ladesäulen mit ebenfalls sechs Ladepunkten am Bahnhof geplant. Sie sollen im östlichen Abschnitt des Park & Ride-Parkplatzes, in der Nähe des Bahnhofsgebäudes, aufgestellt und von Ende Januar an genutzt werden können, so Jochen Brune, Fachdienstleiter für die Infrastruktur. Damit stünden dann in Raunheim sechs Ladesäulen mit zwölf Ladepunkten für Elektromobile zur Verfügung.

Die Autos müssen allerdings mit einem dreiphasigen Typ 2-Ladekabel mit einem Widerstand von 32 Ampere und einem 22-Kilowatt-Ladegerät ausgestattet sein, um die maximale Ladeleistung erzielen zu können. Denn die Ladepunkte liefern eine Leistung von 22 Kilowattstunden und zählen damit zu den Schnellladegeräten.

Noch ist der Eigentümer und Betreiber das Überlandwerk Groß-Gerau. Eigentümer soll zu gegebener Zeit die Netzwerk Untermain GmbH werden, die das Projekt in Auftrag gab und bisher noch Mieter ist. Dann befänden sich das Strom- und Gasnetz sowie die Ladesäulen in einer Hand, sagt Laubscheer.

Die Ladesäulen seien Teil des Verkehrs- und Mobilitäts- sowie des Smart-City-Konzeptes. Ihre Standorte seien zentrale Plätze. Sie befänden sich am Rathausparkplatz und am Bahnhof an stark frequentierten Verkehrsbereichen.

Zu dem Konzept gehören nicht nur die Ladesäulen für Autos, sondern auch für Elektrofahrräder. So sind am Bahnhof sowohl auf der Süd- als auch der Nordseite sechs Ladepunkte geplant, die spätestens im Februar in Betrieb genommen werden sollen.

Noch zu wenige Nutzer

Für Autos seien mehr als 100 Ladepunkte in der Stadt vorstellbar, so Laubscheer. Standorte könnten das Gewerbegebiet Airport Garden und der Prime Park, aber auch die Ringstraße sein. Die Anzahl und die Standorte hingen vom Bedarf und der Entwicklung der Elektromobilität ab. Es sei denkbar, die Dreierkombinationen sukzessive im Stadtgebiet aufzubauen.

Schwierig sei es, aktuell den Bedarf zu eruieren. Denn eine Analyse rentiere sich momentan nicht, weil es noch zu wenige Nutzer gebe. Es müsse natürlich die Infrastruktur vorhanden sein, um die Menschen zum Umstellen ihrer Mobilität zu bewegen.

Der Strom kann mit einer Kreditkarte oder über Paypal bezahlt werden. Der Nutzer muss sich allerdings zuvor über eine spezielle Karte oder einen QR-Code identifizieren. Eine weitere Bezahlmöglichkeit besteht über eine Web-App. Die Stadt will indessen im Zuge der Entwicklung hin zur Smart City den Bezahlvorgang auch über eine eigene App abwickeln.

Aktuell kostet die Kilowattstunde 50 Cent. Der Kunde hat aber die Möglichkeit, die Kosten über einen Autostromvertrag mit einem individuellen Stromanbieter auf bis zu 28 Cent pro Kilowattstunden zu reduzieren.

Fahrer, die ihr Elektromobil aufladen und keinen Bürgerparkausweis haben, müssen sich übrigens bei den Ladestationen genauso an die Parkzeitbegrenzung halten, wie Autofahrer mit Verbrennungsmotoren auf den übrigen Parkplätzen. Laubscheer betont gleichwohl, dass es kein Problem gebe, sein Fahrzeug in dieser Zeit aufzuladen.

Die bisherigen Ladepunkte sind auf eine Parkzeit von vier Stunden begrenzt. Die Akkus der Fahrzeuge hätten in der Regel eine Ladekapazität zwischen 28 und 77 Kilowattstunden. Damit sei der Akku bei einer Parkdauer von vier Stunden allemal aufgeladen. Es sei nicht gewollt, dass Elektroautos dauerhaft an den Ladestationen abgestellt werden, hebt Laubscheer hervor.

Rüdiger koslowski

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare