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Zwölf Männer des TSV und des TKR treten beim Friendship Open gegeneinander an.

Kräftemessen

David gegen Goliath beim Friendship Open

TSV-Tennisabteilung gegen Tennis Klub Raunheim bedeutet David gegen Goliath. Die beiden Vereine stehen aber in aller Freundschaft zueinander.

Spaß, Spaß und nochmals Spaß. Den Spaß heben die Vorstandsmitglieder Thomas Brockmann und Matthias Müller immer wieder hervor, wenn sie über den Tennissport beim Turn- und Sportverein (TSV) und beim Tennis-Klub Raunheim sprechen. Das gilt sowohl für den ungleich größeren und leistungsorientierten TKR als auch insbesondere für die ungleich kleinere Tennisabteilung des TSV.

Besonderen Spaß haben die Männer der beiden Tennisvereine bei ihrem Raunheim Friendship Open. Denn seit vier Jahren treffen sich die Tennisspieler beider Vereine auf der Anlage des TSV zu einem Freundschaftsturnier. „Die Kameradschaft steht im Vordergrund“, versichert Müller, zweiter Vorsitzender des TKR.

Dass die Geselligkeit im Vordergrund steht, ist auf den ersten Blick zu erkennen: Auf dem Tisch in der prallen Sonne, die die Luft um die Mittagszeit immerhin auf 17 Grad erhitzt, stehen Bierflaschen und Softdrinks. „Wir haben erst mal gefrühstückt“, sagt Müller augenzwinkernd. Mit Schmalzbroten, Bock- und Rindswürstchen, zählt Brockmann, Mitglied des Gremiums der TSV-Tennisabteilung, auf. Und danach noch den Schläger schwingen? „Klar“, sagen die beiden lachend. Nach den Spielen soll es mit der Völlerei weitergehen. Hackbraten, Leberkäse und Salate stehen dann auf dem Speiseplan. Vieles haben die Männer selbst zubereitet.

Bis vor zwei Jahren hieß das Turnier noch Schwarzriesling-Turnier. Es stand bei den Herren des TSV seit vielen Jahren auf dem Terminkalender. Nach den Paarungen saßen die TSV-Spieler bei einem Glas Schwarzriesling zusammen. „Schwarzriesling trinkt ja heute keiner mehr“, meint Brockmann. Deshalb wurde der Rebensaft gegen den Gerstensaft eingetauscht.

Weil sich die Spieler der beiden Vereine gegenseitig kannten, organisierten sie das Freundschaftsturnier – Friendship Open. Die Vereine begegneten sich übrigens noch nie in der Medenrunde. Weil die Mannschaften des TSV laut Müller und Brockmann immer unterklassiger spielen. Und da ist er, der Unterschied zwischen den beiden Vereinen: Die Größe und die Platzkapazität geben bei einem Vergleich den Ausschlag.

Rund 45 Mitglieder der TSV-Tennisabteilung stehen rund 150 Mitgliedern des TKR entgegen. Rund 25 Aktive sind es bei dem einen, rund 130 Aktive bei dem anderen Verein. Keine Jugendliche im TSV stehen rund 50 Jugendlichen beim TKR gegenüber, eine Anlage mit drei Plätzen gegen eine Anlage mit acht Plätzen.

Neid empfinde der TSV bei diesem Vergleich aber keinen. Es sei eben auch ein großer Unterschied, ob eine Sportart in einem eigenständigen Verein trainiert wird oder lediglich eine Abteilung innerhalb eines Vereins ist, springt Müller Brockmann bei.

Der TSV-Spieler spricht nicht lange um den heißen Brei herum. Natürlich hätte der TSV auch gerne eine Jugendabteilung. Die Platzkapazität und der fehlende Trainer ließen dies aber nicht zu. Der Traum sei bereits seit einigen Jahren ausgeträumt. „Jugendliche schicken wir zum TKR“, sagt Brockmann denn auch.

Eine Gemeinsamkeit gibt es doch: die Spielgemeinschaft des TSV und des TKR bei den Herren 40 und Herren 50. Denn der Tennissport sei nicht mehr so populär, stellt Müller fest. In der Altersspanne zwischen 30 bis 50 Jahren stagniere die Zahl der Aktiven auch beim TKR.

Mehr als die Spielgemeinschaft springt für den TSV nicht heraus. Der TKR hat dagegen sechs weitere Mannschaften auf dem Platz, darunter eine weitere Spielgemeinschaft mit dem TV Haßloch.

In einem ist die TSV-Tennisabteilung dem TKR jedoch einen Schritt voraus. Eine Damen-Medenmannschaft gibt es beim TSV schon seit Jahren, während der TKR um die Frauen immer ein bisschen kämpfen muss. Jetzt tritt eine Damenmannschaft ihre zweite Saison an. Die TSV-Tennisdamen sind in der Altersklasse 30 in der Bezirksliga sogar Meister geworden.

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