Uwe Wenzel (links) und Nils Petzold verbinden die Schwimmstege mit dem Laufsteg.
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Uwe Wenzel (links) und Nils Petzold verbinden die Schwimmstege mit dem Laufsteg.

Der Yachtclub rüstet sich für die neue Saison

RAUNHEIM Mit vereinten Kräften wird die Hafenanlage aufgebaut - Hoffen auf mehr Aktivitäten

Uwe Wenzel gibt dem Kranführer ein Zeichen, ruft über das Hafenbecken, er möchte doch den Ausleger des Krans ein wenig drehen. Denn er bekommt den Bolzen nicht in die Halterung. Kollege Nils Petzold rüttelt ein wenig an dem Schwimmsteg, es macht einen Ruck und der Bolzen steckt. Ihn noch schnell mit dem Hammer fixieren - und der Schwimmsteg ist fest an dem Steg, der an der Hafenmauer entlangläuft, montiert.

"Nein", winkt Wenzel ab, "wir sind nicht die wichtigsten Leute". Alle Helfer seien mit ihren Aufgaben wichtig, betont er stattdessen. Der Kranführer, die Helfer am Aufleger, welche die Schwimmstege mit den Seilen am Kranausleger verankern: Jeder trage seinen Teil zum Aufbau der Hafenanlage bei, betont Wenzel.

Der Yachtclub Untermain erwacht aus dem Winterschlaf. Weil alle mobilen Bestandteile wie Clubcontainer und Toilettenanlage sowie die Schwimmstege wegen der Hochwassergefahr im Oktober abgebaut werden müssen, gilt es im April, die Hafenanlage wieder auf die Saison vorzubereiten.

Im Zeichen von Corona

Die Witterung allerdings ist an diesem Samstag so traurig, wie es auch die vergangene Saison des Yachtclubs war und wie die bevorstehende Saison wegen der Corona-Pandemie ebenfalls werden könnte. Es regnet immer mal wieder, mal mehr, mal weniger kräftig. Für Wenzel und Petzold stellen die nassen Gitterstäbe des Laufstegs aber keine Gefahr da. "Das ist man gewohnt, das ist beim normalen Hafenbetrieb auch nicht anders", berichtet Uwe Wenzel. Vorsicht sei eben immer geboten.

Die Mund-Nasen-Maske macht ihnen dabei schon eher zu schaffen. Zwar hätten alle 17 Helfer vor Beginn des Arbeitseinsatzes einen Corona-Schnelltest mit einem negativen Ergebnis durchgeführt, wie Vorsitzender Claus Birkner schildert. Aber Wenzel sagt, dass das Tragen der Maske schon zur Gewohnheit geworden sei und sie trotz der negativen Testergebnisse doch den letzten Rest Sicherheit vermittle.

Birkner beurteilt das genauso und erklärt sich so, dass nicht alle, aber doch die große Mehrzahl der Helfer eine Maske trägt. Der Yachtclub hat an diesem Vormittag nur das mindestens notwendige Personal einbestellt, so dass auf dem Hafengelände nicht allzu viele Menschen zusammenkommen.

Zudem wurden sämtliche Container, die für den Hafenbetrieb unerlässlich sind, wie beispielsweise der Club- und der Werkzeugcontainer, bereits in der vergangenen Woche auf das Hafengelände gestellt. Damit konnte die Zahl der Helfer entzerrt werden.

21 Schwimmstege gilt es an diesem Vormittag im Innenhafen an die Dalben zu setzen, berichtet Birkner. Sie bieten Platz für 42 Boote. Im Außenhafen stehen weitere 18 Liegeplätze für größere Boote zur Verfügung. Sie waren bisher ohne Stege ausgestattet, die Passagiere der Boote mussten über den Bug zu- und entsteigen. Jetzt entschloss sich der Verein indessen, hier Kunststoffstege anzubringen. Vier liegen bereits.

In dieser Saison lässt der Yachtclub nur für zwei Gastanleger Platz. Denn dem Club schlossen sich in den vergangenen Wochen zehn weitere Familien an, berichtet Birkner erfreut.

An Wassersport heranführen

Die Menschen versuchten die Folgen des Lockdowns auf ihre Art auszugleichen. Einige Neulinge hätten bereits Boote gehabt, andere hätten eines erworben, um ihre Freizeit auf dem Wasser zu verbringen, so Birkner. Er macht auf Nachfrage zu den Kosten darauf aufmerksam, dass nicht jeder Arbeitnehmer von Kurzarbeit betroffen sei, sondern ganz normal seinem Beruf nachgehen könne.

Der Vorsitzende ist über den Zuwachs besonders glücklich, weil die Familien auch Kinder und Jugendliche in den Verein brächten. Sie könnten an den Wassersport herangeführt werden und sich der Disziplin Schlauchbootslalom anschließen.

Birkner hofft, dass dieser Sommer offener als in der Saison des vergangenen Jahres gestaltet werden könne. Da seien gemeinsame Treffen von zwei Haushalten mit maximal fünf Personen erlaubt gewesen. Auf der Terrasse vor dem Clubcontainer waren die Tische mit ausreichend Abstand gestellt worden, so dass sich die Gruppen nicht in die Quere kamen.

Ein attraktives, lebendiges Vereinsleben sei indessen nicht möglich gewesen. Sämtliche Vereinsfeste und Veranstaltungen hätten abgesagt werden müssen. Auch in diesem Jahr werde es zunächst keine gemeinsame Fahrt auf dem Main und Rhein zur Eröffnung der Saison geben. Rüdiger Koslowski

Der Yachtclub Untermain baut seine Hafenanlage auf. Die Schwimmstege müssen mit dem Kran an die Dalben gebracht werden.

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