Die Feuerwehr verlässt mit ihren Abteilungen und Fahrzeugen die alte Wache. FOTO: rko
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Die Feuerwehr verlässt mit ihren Abteilungen und Fahrzeugen die alte Wache.

Rettungskräfte

Die Feuerwehr zelebriert den Umzug in die neue Wache

Neues Gebäude in der Kelsterbacher Straße ist voll einsatzbereit

So ein bisschen erinnert das Bild an den Kerweumzug, an dem sich die Freiwillige Feuerwehr Jahr für Jahr beteiligt. Allerdings ist weder die Strecke so lang noch sind andere Vereine und Organisationen beteiligt. Wer die roten Einsatzfahrzeuge und Ehrenamtlichen in Einsatzkleidung sieht, weiß: Die Raunheimer Feuerwehr zieht um. Und zwar geschlossen - mit Sack und Pack, mit den Bambinis, der Jugendfeuerwehr, der Alters- und Ehrenabteilung sowie den Einsatzkräften.

Unter dem Heulen der Martinshörner marschieren die Feuerwehrmänner und -frauen von der alten Feuerwache in der Frankfurter Straße in die neue Wache in der Kelsterbacher Straße. Rund 80 Personen beteiligen sich an der Aktion. Die Gefühle von Stadtbrandinspektor Jan Christopher Gräf schwanken zwischen Abschied und Vorfreude. "Eben habe ich noch eine Träne vergossen, jetzt freue ich mich", sagt er.

Ab sofort werden alle Einsätze von der neuen Wache aus gefahren. Neun Einsatzfahrzeuge und einige Anhänger stehen jetzt in der dortigen Fahrzeughalle.

Vor ein paar Tagen noch übten die Feuerwehrfrauen und -männer den Ablauf bei einem möglichen Einsatz. Alarmablaufschulung nannte sich das. An drei Tagen kamen kleine Gruppen in die Feuerwache und ließen sich von Stadtbrandinspektor Gräf instruieren. 85 Prozent der Einsatzkräfte seien somit geschult, informiert ihr Chef. Die Schulung fing bei der Zufahrt der Feuerwehrleute zur Feuerwache an, ging über die Öffnung der Rolltore der Fahrzeughalle und hörte bei der Ausfahrt in die Kelsterbacher Straße auf.

Zufahrt für Einsatzkräfte

Die Feuerwehrleute fahren mit ihren privaten Autos über die Industriestraße heran. Fußgänger und Radfahrer dürfen ebenfalls über die Zufahrt an der Kelsterbacher Straße kommen. Weil die Anfahrt so auch für die Einsatzkräfte schneller wäre, soll diese bald für die Feuerwehr freigegeben werden. "Das wäre deutlich kürzer und schneller. Bei uns geht es ja um Zeit", stellt Gräf fest.

Verlassen die Feuerwehrleute mit ihren Einsatzfahrzeugen die Fahrzeughalle, können sie die Rolltore per Knopfdruck öffnen. Wenn das nicht funktioniert, gibt es immer noch einen Kettenzug. Zudem befindet sich in jedem Fahrzeug eine Fernbedienung.

An der Ausfahrt zur Kelsterbacher Straße regelt eine Ampel den Verkehr bei Alarm. Die Feuerwehr steuert sie ebenfalls mit einer Fernbedienung. Die Ampel regelt den stadteinwärts fahrenden Verkehr. Autos werden mit einem roten Lichtsignal zum Anhalten aufgefordert, Fußgänger und Radfahrer erhalten ein gelbes Signal. Der Feuerwehr wird mit einem weißen Dreieck angezeigt, dass die Ampelanlage in Betrieb ist. Weil der Verkehr stadtauswärts beim Verlassen der Feuerwache einsehbar ist, setzt die Feuerwehr hier auf die Signalstärke des Martinshorns. Soll heißen, die Verkehrsteilnehmer sollen anhalten, wenn die Feuerwehr zu hören ist.

Dass die Freiwilligen den gesamten Ablauf bereits beherrschen, könne nicht von ihnen erwartet werden, sagt Gräf. "Weil wir viele Einsätze fahren, können wir das auch beim Ausrücken üben", ergänzt er. Ein weiterer Wunsch der Feuerwehr sei indessen, dass die verschiedenen Fernbedienungen auf einem Gerät zusammengefasst werden.

Schulungen für die Kommunikation stehen noch an. Gräf ist zufrieden, dass Telefonanlage und Internet funktionieren, hatte er doch immer betont, dass ein Einzug der Feuerwehr in die neue Wache nur sinnvoll sei, wenn die Geräte betriebsfähig sind. Gräf geht davon aus, dass bei den Abläufen und der Technik nachgebessert werden muss, wenn die Feuerwehrleute erste Erfahrung in der neuen Feuerwache gesammelt haben. Rüdiger Koslowski

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