Das Testzentrum von Noscuro Medical befindet sich inzwischen auf dem Parkplatz des Edeka-Marktes. FOTO: rko
+
Das Testzentrum von Noscuro Medical befindet sich inzwischen auf dem Parkplatz des Edeka-Marktes.

Gesundheit

Die Nachfrage am Corona-Testzentrum lässt allmählich nach

Wer einen Abstrich machen lassen will, muss inzwischen den Edeka-Parkplatz aufsuchen

Am Vormittag gegen zehn Uhr sind immer eine Menge Menschen am Testzentrum, berichtet Frederic Zwickel, der Leiter der Schnelltest-Station des Frankfurter Unternehmens Noscuro Medical. Dann ebbe der Andrang wieder ab, um am Abend wieder zu steigen. Die Menschen, die sich bei dem Testzentrum einen Abstrich nehmen lassen, um zu wissen, ob sie sich mit dem Coronavirus infiziert haben, müssen inzwischen auf den Parkplatz des Edeka-Marktes an der Flörsheimer Straße fahren.

Denn Noscuro Medical hat den Parkplatz am Pinta Beach verlassen. Und zwar bereits Anfang Juni, mithin eine Woche vor dem Start der Badesaison am 7. Juni. Germano Salernitano, der Betreiber des Pinta Beach, hatte bereits zuvor angekündigt, dass das Testzentrum umziehen werde.

Schwierige Standortsuche

Der Container stand direkt am Eingang des eingezäunten Strandbades. Mit dem Standortwechsel sollen die Begegnungen der Besucher des Waldsees und der Nutzer des Testzentrums vermieden werden. Der Pinta Beach sei immer sehr gut besucht, weiß Zwickel. Zudem habe Salernitano die Parkplätze für die Badegäste benötigt. Ursprünglich war jedoch eine andere Fläche auf einem weiteren Parkplatz für den Pinta Beach sowie auf dem Gewerbegebiet Airport Garden gedacht. Bei beiden Alternativen seien jedoch der Stromanschluss, die Internetverbindung sowie die Sanitäranlagen für die Mitarbeiter ungeklärt gewesen, blickt Zwickel zurück. Es hätten wohl längere Kabel gezogen werden müssen.

Salernitano habe den Kontakt mit dem Betreiber des Edeka-Marktes hergestellt. Dort nimmt das Testzentrum vier Stellflächen in Anspruch. Die Mitarbeiter dürfen die Toiletten des Marktes benutzen. WLAN steht ihnen allerdings nicht zur Verfügung. Das Internet ist nur über die mobile Datenfunktion der Endgeräte und über das Netz des jeweiligen Mobilfunkanbieters nutzbar.

Die Kunden hätten positiv auf den Umzug reagiert. Auch wenn das Testzentrum nun am anderen Ende der Stadt liege, hätten sie sich schnell mit dem neuen Standort angefreundet. "Raunheim ist nicht Frankfurt", sagt Zwickel. Soll heißen, der neue Platz sei ebenfalls gut erreichbar, an der Mainzer Straße gelegen vielleicht sogar noch ein wenig besser als der bisherige Standort. Besonders die Stammkunden hätten sich an den ersten Tagen mit dem neuen Standort schwergetan. Sie würden online schnell ihren Termin buchen und dabei die Information über den neuen Standort überlesen.

Zwickel nimmt trotz der weiteren Öffnungen und der fallenden Inzidenzen ein Bewusstsein in der Bevölkerung wahr, dass das Virus noch nicht verschwunden ist. Täglich würden sich noch 50 bis 100 Menschen testen lassen.

Lolli-Test besonders bei Schülern gefragt

Allerdings sei die Menge größer gewesen, als für den Besuch der Außengastronomie noch ein negativer Test notwendig war. Das Ausgehen sei durchaus ein Anreiz gewesen, sich testen zu lassen, meint Zwickel. Zu diesem Zeitpunkt hätte sich bis zu 200 Menschen täglich testen lassen.

Aktuell kämen nach wie vor noch Schüler für den Lolli-Test zum Testzentrum. Menschen, die für den Besuch eines kulturellen Angebots einen negativen Test benötigen, seien in Raunheim eher selten, weil es dort derzeit noch keine kulturellen Angebote gebe. Beim Testzentrum in Mainz würden sich dagegen viele Kunden wegen eines Besuches einer kulturellen Veranstaltung testen lassen.

Zwickel hofft, dass mit der steigenden Zahl von Geimpften und Genesenen sowie den sinkenden Inzidenzen bald gar keine Testzentren mehr notwendig seien, so dass wieder ein normaler Alltag möglich sei.

Er ist mit seiner Agentur Bernstein World ein Kooperationspartner von Noscuro Medical. Er würde aber gerne wieder seiner originären Arbeit nachgehen wollen, Festivals und Großveranstaltungen organisieren.

Dem Vorurteil, Testzentren seien Gelddruckmaschinen, widerspricht er entschieden. Damit verdiene er nur den Bruchteil seines üblichen Jahresumsatzes. Er sei gerade in der Lage, Fixkosten zu decken, Miete und Mitarbeiter zu bezahlen, die ebenfalls im Testzentrum mitarbeiten.

Inzwischen gibt es Vorwürfe, dass Testanbieter mit der Kassenärztlichen Vereinigung mehr Tests abrechnen, als sie tatsächlich durchgeführt haben. Zwickel will sich darüber kein Urteil erlauben. Sie selbst würden jedenfalls mit einem elektronischen System arbeiten. Jedes Zertifikat habe einen Code, die Anzahl der Tests lasse sich exakt nachweisen. "Ob andere das mit einer Strichliste machen, weiß ich nicht", sagt er.

Rüdiger Koslowski

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare