Die Einsatzabteilung der Freiwilligen Feuerwehr braucht mehr Einsatzkräfte.
+
Die Einsatzabteilung der Freiwilligen Feuerwehr braucht mehr Einsatzkräfte.

Notfall

Einsatzfähigkeit der Feuerwehr ist noch längst nicht gesichert

Die Stadt hat ein Paket geschnürt, um den Dienst jetzt noch attraktiver zu machen

Bei der Aufstellung ihres Bedarfs- und Entwicklungsplans für die Feuerwehr ist die Stadt in diesem Jahr neue Wege gegangen. Wie Bürgermeister Thomas Jühe bei der jüngsten Stadtverordnetenversammlung mitteilte, habe man bei der Erstellung nichts schön geredet. Damit bezieht sich der Rathauschef vor allem auf die personelle Stärke der Einsatzabteilung bei der Freiwilligen Feuerwehr.

Konkret bedeutet das, dass diesmal nicht einfach nur die zur Verfügung stehenden Köpfe gezählt worden seien, also nicht nur die formal gelisteten Einsatzkräfte dokumentiert wurden. Vielmehr sei geschaut worden, wer tatsächlich zu den Einsätzen käme und in welcher Zeit sie von der Alarmierung ausgehend die Feuerwache erreichen. "Es sind Fragezeichen entstanden", bilanzierte Jühe. Die Feuerwehr sei nicht vollständig einsatzfähig.

Deshalb hätten Stadt und Feuerwehr für die Einsatzabteilung geworben. Es hätten tatsächlich Menschen motiviert werden können, sich der Einsatzabteilung anzuschließen. Zudem sei ein Paket für die nächsten Monate und Jahre geschnürt worden, das den Job bei der Einsatzabteilung noch attraktiver machen soll. Ob das Konzept Früchte trägt, müsse sich zeigen.

Stadtbrandinspektor Jan Christopfer Gräf nannte bei einem Gespräch mit dieser Zeitung Details. Für die Aufstellung des Bedarfs- und Entwicklungsplanes sei erstmals eine externe Beratungsfirma beauftragt worden, informiert Gräf. Das Papier müsse spätestens alle zehn Jahre aufgestellt werden. Es spiegle die Ist-Situation der Feuerwehr wieder, gebe Auskunft darüber, wie die Feuerwehr aufgestellt ist. Raunheim sei übrigens in den Kategorien Chemikalien, Brandgefahr, Hilfeleistung, Gefahrengut und Wasserstraße in der höchsten Stufe einzuordnen.

Unterstützung aus Rüsselsheim

Derzeit stünden der Feuerwehr 31 Frauen und Männer für Einsätze zur Verfügung. Die Mindestanforderung liege allerdings bei 64 Einsatzkräften. Teil des Pakets sei deshalb ein Vertrag, der mit der Rüsselsheimer Feuerwehr zur Unterstützung abgeschlossen wurde. Außerdem soll sich die Raunheimer Wehr bei Hilfeleistungen in anderen Kommunen einschränken, um bei möglichen zeitgleichen Einsätzen im eigenen Ort leistungsfähig zu bleiben. So soll sie nur noch ausrücken, wenn in anderen Kommunen Menschenleben in Gefahr sind.

Mithilfe eines Videoaufrufs des Bürgermeisters, durch Werbemaßnahmen der Feuerwehr, durch eine Initiative eines Mitgliedes des Ausländerbeirates und über die Jugendfeuerwehr seien 16 Interessierte hinzugewonnen worden, die sich für die Grundausbildung angemeldet hätten. Damit stehe die Feuerwehr dann bei 47 Einsatzkräften. Eine Lücke sei also nach wie vor vorhanden. Zumal es bis zu zwei Jahre dauere, bis diese Feuerwehrleute voll einsatzfähig sind. Aber mit der erfolgreichen Grundausbildung könnten die Neulinge bereits an Einsätzen teilnehmen und die Kameraden unterstützen, aber noch nicht an vorderster Front einen Brand bekämpfen.

Mehr Menschen begeistern

"16 Neulinge sind ein herausragendes Ergebnis", betonte Gräf. Mit dieser Zahl habe er nicht gerechnet. Der Stadtbrandinspektor und sein Stellvertreter werden bereits von einem Assistenten in der Verwaltung unterstützt. Gräf hofft nun aber noch mehr Menschen für die Feuerwehr zu begeistern. Mitglieder, die sich derzeit nicht an Einsätzen beteiligen, sollen reaktiviert, ehrenamtliche Feuerwehrleute aus anderen Kommunen, die bei ortsansässigen Unternehmen beschäftigt sind, sollen für die Raunheimer Wehr gewonnen werden.

Alle ehrenamtlichen Feuerwehrleute sollen zudem eine Aufwandsentschädigung erhalten. Den Feuerwehrleuten soll bei Wunsch ein Parkplatz am Haus zur Verfügung gestellt werden. Die Ausbildung der Interessierten, die sich bereits gemeldet haben, soll zeitnah erfolgen. "Ich glaube daran, dass es noch Potenzial gibt, mehr Menschen für die Freiwillige Feuerwehr zu gewinnen", meinte Gräf.

Rüdiger Koslowski

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare