Stefan Teppich (rechts) schimpft vor MdB Stefan Sauer (Dritter von links) über die unterlassene Ortsbegehung an der Ludwig-Buxbaum-Allee. FOTO: Rüdiger Koslowski
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Stefan Teppich (rechts) schimpft vor MdB Stefan Sauer (Dritter von links) über die unterlassene Ortsbegehung an der Ludwig-Buxbaum-Allee.

Politik

Große Unzufriedenheit mit Verkehrsbeschlüssen

Christdemokraten sehen SPD-Fraktion in der Verantwortung für "Fehlplanungen"

"Am Parkplatz gibt es die erste Schimpftirade", kündigte Stefan Teppich bei der kommunalpolitischen Fahrradtour der CDU am Treffpunkt Rathaus an. Der Fraktionsvorsitzende der Christdemokraten grinste dabei schelmisch. Bundestagsabgeordneter Stefan Sauer, Gast bei der traditionellen Tour mit den Drahteseln, durfte gespannt sein. Er kam freilich nicht mit dem Rad aus der Bundeshauptstadt Berlin, sondern hatte sich ein modernes Klapprad in den Kofferraum seines Autos gepackt.

Die ersten scharfen Worte in Richtung SPD und Bürgermeister Thomas Jühe (SPD) gab es dann schon einige Meter vor dem Parkplatz hinter dem alten Stadtzentrumsgebäude, nämlich seitlich der Bäckerei. Dort parken Autofahrer, die regelmäßig das Parkverbot missachten. Die CDU habe eine deutliche Kennzeichnung auf dem Boden vorgeschlagen, was abgelehnt worden sei, so Teppich. "Hier steht aber nur ein Feuerwehrzufahrtsschild", stellte er unzufrieden fest.

Zufahrtsregelung für den Parkplatz

Ein paar Meter weiter sprach der CDU-Politiker über die geplante und mehrheitlich von der Stadtverordnetenversammlung beschlossene neue Zufahrtsregelung für den Parkplatz. Ein- und Ausfahrt sollen demnach an die Ludwig-Buxbaum-Allee gelegt werden. Noch befinden sie sich seitlich der Bäckerei. Die CDU habe stattdessen vorgeschlagen, die Einfahrt an der besagten Bäckerei zu belassen und die Ausfahrt an die Ludwig-Buxbaum-Allee zu legen. Denn aufgrund der Verkehrssituation und des Gefälles zum Parkplatz hinauf befürchtet die CDU einen Rückstau.

Zudem regte sich Teppich über die nur wenige variantenreichen Alternativen über die Umgestaltung des Kreuzungsbereichs Ludwig-Buxbaum-Allee/Ringstraße/Forsthausstraße auf. "Das ist Demokratie light", schimpfte Teppich. Der Kommunalpolitiker echauffierte sich heftig darüber, dass der Vorschlag der CDU für eine Ortsbegehung keinen Anklang gefunden habe. Die Krönung sei gewesen, dass die Stadt gedrängt habe, die Situation zeitig zu lösen, bis jetzt sei aber nichts passiert.

Stefan Sauer, dessen Großeltern in Raunheim lebten, meldete sich zu Wort. Ortsbegehung? Es liege doch auf der Hand, dass man sich die Situation mal anschauen wolle. Die Einfahrt zum Parkplatz sei aufgrund der Höhenlage durchaus nicht ganz einfach, stimmte er den Kollegen zu.

Verwirrung bei Parkausweisen

Nächstes Ärgernis, ebenfalls zum Thema Parken, waren der neue Bürger- und Besucherparkausweis. "Kein Mensch in Raunheim weiß mehr, wie er parken soll", meinte Teppich. Er wisse von einigen Beschwerden. Auch hier habe die CDU in Ruhe entscheiden wollen, aber der "Sonnenkönig" - gemeint war Bürgermeister Jühe - entscheide selbst. Es gebe wenige Menschen, die einen Besucherparkausweis beantragen. Es wisse aber auch keiner, dass es einen gibt, so Teppich.

Am Airport Garden machte Teppich das Dilemma zwischen Neuansiedlung von Firmen und begrenzten Wohnraum für Mitarbeiter deutlich. Dass sich gerade im Bau befindende Rechenzentrum stelle nur wenige Arbeitsplätze zur Verfügung. Es gebe aber Firmen mit mehr Arbeitnehmern, die ebenfalls hier leben wollten. Wachstumsmöglichkeiten gebe es allerdings nicht, und Zuzug wolle die Stadt verhindern. Ansiedlungen seien jedoch notwendig, um das Bildungskonzept zu finanzieren, so das Argument der Stadt, dem Teppich zustimmte.

Bei dem Gewerbegebiet Airgate One am östlichen Ortseingangsbereich der Stadt stellte der Fraktionsvorsitzende fest, dass die Entwicklung stagniere, aber laut Stadt Verträge unterschrieben worden seien. An dem Ort waren Hotels und hochwertige Bürogebäude geplant. Diese Branche sei wegen Corona allerdings schwierig. Wohnbebauung sei nicht erlaubt. Teppich schlug einen Ideenwettbewerb vor. Rüdiger Koslowski

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