Daniel Stephan ist Trainer beim Tennis-Klub Raunheim. Im Freien ist es den Mitgliedern erlaubt, ein paar Sätze zu spielen. Foto: Rüdiger Koslowski
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Daniel Stephan ist Trainer beim Tennis-Klub Raunheim. Im Freien ist es den Mitgliedern erlaubt, ein paar Sätze zu spielen.

Saisonauftakt

"Immerhin dürfen wir spielen"

Beim Raunheimer Tennis-Klub ist wieder ein Sandplatz-Training möglich. Die Notbremse erschwert aber den Betrieb.

Daniel Stephan kann aufatmen. Endlich herrscht das passende Wetter für den weißen Sport. Sonnenschein und annehmbare Temperaturen lassen den Schläger mit noch mehr Leidenschaft den gelben Filzball treffen. Mitunter war es richtig kalt auf der Anlage des Tennis-Klubs Raunheim (TKR) an der Haßlocher Straße. Der Trainer des TKR kann sich an Temperaturen von gerade einmal fünf Grad Celsius erinnern. Vor zwei Wochen hatte es während des Trainings sogar geschneit.

Seit Mitte Februar hatte Stephan zunächst zusätzlich zum Hallentraining auf den Allwetterplätzen mit der Jugend trainiert. Bis dann die sechs Sandplätze für die Freiluftsaison vorbereitet wurden und inzwischen bespielt werden dürfen. Stephan und seine Co-Trainer haben rund 50 Kinder und Jugendliche sowie 20 junge Erwachsene unter ihren Fittichen. Im Oktober begann die Hallensaison. Bis Mitte März konnte Stephan unter dem Hallendach bei der TG Rüsselsheim indessen nur Einzeltraining absolvieren.

Die Krux dabei: Jeder seiner Schützlinge hätte normalerweise nur alle fünf bis sechs Wochen trainieren können. Durch ein erhöhtes Arbeitspensum des Trainers und dem Buchen weiterer Hallenstunden konnten sie zumindest im Rhythmus von drei Wochen trainieren. Seine eigener Arbeitsaufwand stieg damit allerdings von 15 auf 30 Wochenstunden. "Ich wollte den Kindern Tennis anbieten", sagt der engagierte Trainer. Irgendwann spielte aber sein Körper nicht mehr mit. Vor einer Woche dann gönnte er sich zumindest am Wochenende mal eine Pause.

Nur mit negativem Test

Die Notbremse des Infektionsschutzgesetzes ändert nun wieder die Trainingsbedingungen, stellt Stephan fest. Bisher konnten bei allen Altersklassen im Freien zwei Spieler auf dem Platz stehen. Nun ist für Erwachsene und Jugendliche nur Einzeltraining erlaubt. "Das ist ein harter Einschnitt in die Trainingsarbeit", sagt Stephan. Nur Kinder bis 14 Jahre dürfen maximal zu fünft trainieren, wenn der Trainer 24 Stunden zuvor negativ getestet wurde. Er gibt offen zu: Auch als Trainer sei es nicht immer einfach, bei den ständig sich wechselnden Regeln durchzublicken. Da geht es ihm nicht anders, wie vielen Mitmenschen. Teilweise seien die Regeln doch täglich geändert worden.

Der TKR hat wegen Corona schon Mitglieder verloren, allerdings nur wenige. Wenn Eltern von Kurzarbeit betroffen sind, sei abzusehen, dass sie die Mitgliedergebühren nicht mehr tragen können. Unter den Austritten befinden sich auch Kinder und Jugendliche, die erst im vergangenen Sommer mit dem Tennissport begonnen haben. Insgesamt hätten in diesem Jahr sechs Jugendliche und vier Erwachsene den Verein verlassen.

Aufstieg in die Bezirksoberliga

Demgegenüber würden gleichwohl auch Neueintritte stehen, betont der Trainer. Und das sind immerhin acht Kinder und Jugendliche sowie vier Erwachsene. Einige seien aus anderen Vereinen zum TKR gestoßen, weil sie von der guten Qualität des Trainings gehört hätten. Im vergangenen Jahr standen 13 Austritten sogar 28 Eintritte gegenüber.

Ein wahrnehmbares Ergebnis der Trainingseinheiten mit Daniel Stephan ist, dass die Mädchenmannschaft zum zweiten Mal hintereinander aufgestiegen ist. Sie ist von der Kreisliga in die Bezirksoberliga durchgerutscht. Ob die Medenrunde unter den aktuellen Bestimmungen ausgetragen werde könne, sei fraglich. Eigentlich hätte sie am 30. April begonnen. Der Start sei bereits auf Anfang Juni verschoben worden. Aber Stephan zumindest erkenne kein Hindernisse, denn Tennis werde im Sommer im Freien gespielt. Der TKR schickt mit der U18, männlich, der U18 weiblich und der U12 gemischt gleich drei Jugendmannschaften in den Wettbewerb. Im Erwachsenenbereich sind zwei Herrenmannschaften sowie die Herren 30, Herren 50 und Herren 70 und auch zwei Damenmannschaften sowie die Damen 40 gemeldet.

In Verein werde indessen die Geselligkeit vermisst. "Für den Verein ist das ganz schlimm", meint der Trainer. Sich nach dem Training unterhalten, gemeinsam etwas Trinken, das war im Verein sehr beliebt. "Aber wir dürfen wenigstens spielen, deshalb will ich mich nicht beklagen", sagt er. Rüdiger Koslowski

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