Der Impfbus macht am Freitag und Samstag erstmals am Einkaufszentrum Mainspitze halt. FOTO: rko
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Der Impfbus macht am Freitag und Samstag erstmals am Einkaufszentrum Mainspitze halt.

Corona

Impfbus statt Würstchenbude vor dem Einkaufszentrum

Bürger nehmen mobiles Angebot des Kreises auf dem EKZ-Parkplatz gut an - 250 Impfwillige an zwei Tagen

Wo es sonst gegrillte Würstchen serviert werden, waren am Freitag und Samstag Vakzine im Angebot. Im Gegensatz zur Bockwurst gab es die Impfdosis umsonst. Denn dort, wo bisher am Einkaufszentrum Mainspitze ein Würstchenwagen stand, hielt nunmehr der Impfbus des Impfzentrums Groß-Gerau.

Das Impfzentrum Groß-Gerau setzte das erste Mal seinen neuen Impfbus in Raunheim ein, um den Menschen in den Kommunen die Gelegenheit für eine Impfung zu geben. "Hierdurch sind wir flexibler und schneller, es müssen keine separaten Räumlichkeiten gefunden und vorbereitet werden", erläuterte Angelica Taubel von der Kreispressestelle den Einsatz des neuen Impfbusses.

Die Impfstation wurde in einem Ambulanzbus des mfs-Rettungsdienstes eingerichtet. Der Rettungsdienst betreibt das Covid-19-Impfzentrum in Groß-Gerau. Kosten für eine Umrüstung seien nicht entstanden, so Taubel. In dem Impfbus warteten zwei Impfteams auf die Menschen, die sich die Vakzine spritzen lassen wollen, informierte Karim Marchani, Organisator des mobilen Impfdienstes. Ein Team verimpfte den Stoff von Biontec, das andere Johnson & Johnson. Entsprechend waren zwei Impfstraßen eingerichtet. Mit diesem Konzept sollten Verwechslungen ausgeschlossen werden. Beide Impfstraßen waren in der Mitte des Busses mit einer Decke voneinander getrennt. Am Freitag wurden bereits 120 Menschen in dem Bus geimpft, berichtete Marchani zufrieden. Für einen Freitag sei das nach den Erfahrungen der mobilen Impfzentren durchaus ein gutes Ergebnis.

Spontan beim Einkaufen

Am Samstag kamen noch einmal 134 Impfungen hinzu. Am Vormittag warteten bereits vor dem Startschuss einige Menschen vor dem Bus, bis sich die Türen öffneten. Sebastian Breu war einer der ganz Frühen. Er hätte am Sonntagabend um 21.45 Uhr in Groß-Gerau seinen ersten Termin gehabt. Jetzt wollte er hier die Gelegenheit für den ersten Piks nutzen, um die Fahrt am Sonntagabend zu vermeiden. Den Termin sage er ab. Er begrüße das Angebot, sagte der 40-Jährige. Denn hier könnten sich die Leute vor Ort spontan beim Einkaufen impfen lassen. Über Impfskeptiker wolle er sich nicht urteilen. Die Entscheidung liege bei jedem Einzelnen.

Mit dem mobilen Impfzentrum will der Kreis ein niederschwelliges Angebot bereitstellen. "Wenn Menschen nicht zum Impfzentrum kommen können, dann kommen wir zu den Menschen", so Taubel. In Einkaufszentren erreiche der Kreis hoffentlich viele Menschen, die bei ihrem Einkauf eine Impfung mitnehmen können. Übrigens durften auch Menschen geimpft werden, die nicht im Kreis Groß-Gerau wohnen.

Die Impfwilligen mussten sich draußen anmelden, führten im Bus ein Gespräch mit dem Arzt, erhielten ihre Impfung und konnten dann unter freiem Himmel 15 Minuten auf einem Stuhl ruhen.

Anja Schneider hatte sich ihre erste Spritze auf der Arbeit geben lassen. Die nächste Impfung wäre in zwei Wochen gewesen. Die 51-Jährige wollte jedoch schneller durchgeimpft sein und nutzte die Gelegenheit, als sie den Bus sah. "Es ist super, sich spontan impfen zu lassen - ohne Termin", lobte sie das Angebot.

Etwas für die Gesellschaft tun

Eigentlich sei sie keine Impfbefürworterin, weil sie nicht wisse, wie weit der Impfstoff ausgereift ist. Aber sie wolle etwas für die Gesellschaft machen, sagt Schneider.

Beverly, die ihren Nachnamen nicht nennen wollte, nahm die Gelegenheit ebenfalls spontan war, als sie den Bus erblickte. Sie will in die Niederlande in den Urlaub fahren. Johnson & Johnson sei dafür gerade der richtige Impfstoff, muss das Vakzin doch nur einmal gespritzt werden. Den Bus findet sie gut, weil er durch die Optik direkt die Leute anspreche und die Wartezeiten gering seien. Impferin Melanie Lahr stellt dagegen eine kleine Wartezeit fest. Der Bus ist für die Helferin nichts Neues, sei sie doch seit 14 Jahren beim mfs-Rettungsdienst beschäftigt. Den Bus kenne sie wie ihre Westentasche.

Katarina Ires betrat das erste Mal das Impfmobil. Die 47-Jährige hätte sich in den nächsten Tagen von ihrem Arzt impfen lassen, dies wäre aber während ihrer Arbeitszeit passiert. Ires werde den Termin nun absagen und sich lieber an dem Samstag impfen lassen. Menschen, die sich nicht impfen lassen wollen, könne sie nicht verstehen, machte sie deutlich.

Rüdiger Koslowski

Anja Schneider erhält im Bus den Impfstoff von Impferin Melania Lahr.

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