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Das alte Stadtzentrumsgebäude passt nicht mehr so recht in die Stadtmitte. Die Fassade müsste erneuert, die Haustechnik saniert werden.

Sanierung

Raunheim: Instandhaltung der Die Fassade am Stadtzentrumsgebäude verschlingt viel Geld

Die Fassade am Stadtzentrumsgebäude müsste dringend renoviert werden, und im Inneren ist die Haustechnik veraltet. Die Instandhaltung des 37 Jahre alten Gebäudes verschlingt jährlich mehrere Tausend Euro, so dass eine Sanierung notwendiger denn je erscheint.

Raunheim - Das neue Rathaus wurde 2012 eröffnet. Das Ärztezentrum wurde vergangenen Herbst in den Dienst genommen. Beides sind moderne Gebäude. Schon rein optisch will das alte Stadtzentrumsgebäude nicht mehr so richtig in die neue Stadtmitte hineinpassen.

Im Foyer ist der im Boden eingelassene Grundstein zu sehen. Das Gebäude wurde von 1980 bis 1982 gebaut. Es versprüht aber nicht einmal den Charme der 80er Jahre, sondern viel eher den der 70er Jahre. Denn da wurde es geplant, informiert Jan Laubscheer, Leiter des Fachbereichs Bauen, Planen, Liegenschaften.

Das alte Stadtzentrumsgebäude war im Übrigen als Teil eines zentralen Rathauses mit Veranstaltungssaal geplant. Es sollte zu einem mehrteiligen Gebäudekomplex gehören. Mit der Raffinerie Caltex sei noch viel Geld in die Kasse geflossen. „Die Stadt ist in Steuereinnahmen ertrunken“, erzählt Laubscheer. Die Quelle versiegte jedoch mit der Schließung der Raffinerie 1985. Die Stadt hatte schlichtweg kein Geld mehr für das Großprojekt, die Pläne wurden eingestampft und ein Teil des bereits stehenden Gebäudes wurde an private Interessenten verkauft. Das Gebäude hätte bereits seit Jahren technisch und optisch überholt werden müssen. Die Stadt bringt anteilig jährlich etwa rund 400 000 Euro für die Instandhaltung auf. Mit einer Sanierung ließen sich Kosten sparen. Sogar ein Gesamtverkauf sei im Gespräch gewesen. Ein Investor habe Interesse gezeigt, blickt Laubscheer zurück. Aber zwei Eigentümer hätten den Preis in die Höhe geschraubt.

Kein Verkauf geplant

Inzwischen stehe der Verkauf oder gar ein Abriss nicht mehr zur Debatte, denn die Stadt unterhält in dem Gebäude die Kindertagsstätte Farbenfroh. Zahlreiche Vereine nutzen zudem die Räumlichkeiten. Die Stadt hält rund 85 Prozent des Gebäudes, der Rest befindet sich in den Händen privater Eigentümer. Eine Sanierung könne die Eigentümergemeinschaft nur bei einem einstimmigen Beschluss angehen, informiert Laubscheer.

Vor sechs Jahren hatte die Stadt schon einmal ein Gutachten für eine Sanierung in Auftrag gegeben. 4,3 Millionen Euro hätte eine Modernisierung gekostet. Einige Eigentümer hätten sich dagegen ausgesprochen.

Laubscheer bringt für diese Entscheidung durchaus Verständnis auf. Die Eigentümer müssten immerhin eine Menge Geld aufbringen. Aber auch die Stadt habe die Kosten kritisch beurteilt. 90 Prozent der Räume werden öffentlich genutzt. Die Stadt erhalte also wenig bis gar keine Einnahmen. „Eine Sanierung muss im Haushalt abgebildet werden“, unterstreicht Laubscheer.

Konzept wird erarbeitet

Derzeit erarbeite ein Planungsbüro ein von der Hausverwaltung in Auftrag gegebenes Konzept. Die Eigentümer stünden inzwischen einer Sanierung nicht mehr ablehnend gegenüber, so Laubscheer.

Der Fachbereichsleiter nennt die Schwerpunkte, die bei einer Sanierung in Angriff genommen werden müssten: Im Kern handelt es sich dabei um die Fassade und die Haustechnik.

Die Fassade würde ein neues Gesicht erhalten. Die Sanierung der Abwasserleitungen, die Belüftungsanlage und der Brandschutz stehen auf der Seite der Technik ganz oben an. Aber auch die Oberflächen der Böden in den Treppenhäusern sind nicht mehr zeitgemäß. Die Aufzüge müssen zudem ersetzt werden.

Für die Sanierung müsse die Eigentümergemeinschaft einen Kredit aufnehmen, so Laubscheer. Dieser könnte über die Stadt zu günstigeren Konditionen gewährt werden.

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