Sport-Schützengesellschaft

Joachim Gruber hat sich als Bauleiter der Schützen selbst verwirklicht

Alles was bei der Sport-Schützengesellschaft im Außengelände gebaut wird, geht durch seine Hände. Die Rede ist von Joachim Gruber.

Joachim Gruber ist pflichtbewusst. Für die Demonstration mit der Motorsäge zieht er sich extra die Schutzhose an. Selbst die Schutzbrille sitzt auf der Nase, und Handschuhe trägt er ebenfalls. Es rattert, und die Sägespäne fliegen durch die Luft. Er setzt das Sägeblatt an einem Kieferholzstamm an. Das Holz kommt vom Vereinsgelände der Sport-Schützengesellschaft Tell.

Dort pflasterten die Schützen ihren Grillplatz neu. Sie hatten die Bäume gefällt, weil sie krank waren und die Wurzeln den Boden anhoben. Aus den Stämmen will Gruber in den kommenden Monaten Bänke heraussägen.

Er ist sozusagen der Bauleiter bei allen Projekten, die der Verein im Außengelände durchführt. Auch die Erneuerung des Grillplatzes lief über ihn. „Das komplette Außengelände, so wie es jetzt ist, ist durch meine Hand gegangen“, sagt er.

Zweiter Vorsitzender

Der 46-Jährige ist bereits seit 34 Jahren im Verein und engagiert sich fast ebenso lange im Vorstand. Er war Jugendleiter, ist noch Schießleiter für die Sparte Gewehr und seit einem Jahr Zweiter Vorsitzender. Und eben Bauleiter.

Die Affinität zu den baulichen Vereinsgeschichten komme wohl von seiner beruflichen Tätigkeit, sagt er. Gruber führt eine Straßen- und Tiefbaufirma in fünfter Generation. Er ist in bauleitender Funktion auf den Baustellen, erledigt aber auch die kaufmännischen Angelegenheiten.

Schon in den Schulferien hatte er dem Vater auf der Baustelle geholfen und sich so die handwerklichen Kenntnisse erworben. Als Gruber gerade einmal 21 Jahre zählte, begann der Verein, sein Außengelände umzugestalten.

Gruber war involviert. Die Pflasterung des Platzes zwischen den Schießständen, die Kantensteine, die Wiese, Palisadenwände, Zaunanlage, Wasserleitung, Kanäle, Toilettenanlage; in allem, was in den vergangenen Jahren erneuert worden ist, hatte Gruber seine Finger im Spiel.

Ihm mache es einfach Spaß, etwas zu entwickeln, sagt er. So wie in seinem Garten zu Hause, wo er ebenfalls Tag für Tag werkelt. Er wühle sich gerne durch die Erde, stellt er lachend fest, arbeite und schufte gerne, schaffe gerne an der frischen Luft.

Verbunden

Gruber fühlt sich aber auch dem Verein verbunden. „Wenn jeder den Verein nur als einen Ort ansieht, von dem er etwas rauszieht, kann der Verein nicht gedeihen“, stellt er fest. Er dagegen wolle dem Verein etwas zurückgeben. Diese Einstellung brächten aber viele Vereinsmitglieder mit. Die Vorstandsmitglieder müssten beispielsweise wegen ihres ehrenamtlichen Engagements keine Pflichtarbeitsstunden leisten, packten aber dennoch immer mit an.

Gruber möchte natürlich auch, dass das Vereinsgelände bei Schützen, Gästen und Passanten einen schönen Eindruck hinterlässt. „Ich will kein Denkmal gesetzt bekommen“, meint er bescheiden.

Aber dennoch sei er stolz auf die geleistete Arbeit. Ein Stück weit habe er sich auf dem Vereinsgelände selbst verewigt. Einfälle müsse man auch erst einmal haben.

„Die Ideen kommen einfach so“, erzählt er. Zum Beispiel die Bänke aus Holz. Eine Sitzbank aus einem Stamm hatte er schon einmal für seinen eigenen Garten herausgesägt. Irgendetwas müsse man aus den Baumstämmen doch machen, hatte er sich gedacht. Die Kiefern nur als Brennholz zu verwenden, dafür waren sie ihm zu Schade.

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