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Die Spitze des DRK-Ortsvereins Raunheim/Kelsterbach: Volker Drees, Alexander Hänel, Mathias Steurer und Ann Kathrin Michel (von links).

DRK-Ortsverein

Kein Personalmangel bei den Rettern

Wie steht es um den DRK-Ortsverein Raunheim-Kelsterbach? Ein Gerücht, dass aus Kelsterbach keine Kräfte mehr zur Verfügung steht, weisen die Verantwortlichen von sich.

Stehen dem DRK-Ortsverein Raunheim-Kelsterbach keine Einsatzkräfte mehr aus Kelsterbach zur Verfügung? Dieses Gerücht geht um, aber es stimmt nicht – wenn die Zahl der Einsatzkräfte aus Kelsterbach auch nicht mal mehr eine Handvoll umfasst. Zwei Personen stellt der Partner aus der Nachbarstadt noch, informieren Vorsitzender Volker Drees, Bereitschaftsleiter Alexander Hänel, stellvertretender Vorsitzender und stellvertretender Bereitschaftsleiter Mathias Steurer sowie die kommissarische stellvertretende Bereitschaftsleiterin Ann Kathrin Michel bei einem Gespräch mit dem Echo.

Fusion vor 15 Jahren

Das sind nicht viele Einsatzkräfte. Bei der Fusion der beiden Ortsvereine im Jahr 2004 brachte Kelsterbach indessen nur drei Einsatzkräfte mehr ein. Der Zusammenschluss stand nicht zuletzt deshalb am Ende eines zweijährigen Prozesses, bei dem das Raunheimer DRK bereits wegen des Personalmangels in Kelsterbach Einsätze und Sanitätsdienste übernommen hatte.

Die Raunheimer brachten damals rund 20 Einsatzkräfte ein, derzeit sind es beim Ortsverein Raunheim/Kelsterbach 25. „Kelsterbach stand kurz vor dem Aus, dann kam die Idee, mit einer Fusion das DRK dort zu erhalten“, erinnert sich Steurer.

Die nicht ganz ernst gemeinte Anspielung, sich doch von Kelsterbach wegen der geringen Zahl von Einsatzkräften zu trennen, wird vehement vom Tisch gewischt. Denn der Ortsverein sei für beide Städte verantwortlich. „Kelsterbach können wir nicht streichen. Mit dem Namen sind Aufgaben und Zuständigkeiten verbunden“, betont Hänel.

Neben der Einsatzgruppe gibt es auch die Wohlfahrts- und Sozialarbeit. Sie betreut mit ehrenamtlichen Helfern eine Kleiderkammer und den Blutspendedienst in Kelsterbach. Hier sind durchaus Helfer aus der Nachbarstadt aktiv. Es sei schwer, aktive Mitglieder für die Einsatzabteilung zu gewinnen, stellt Hänel fest. Das DRK betreibe Öffentlichkeitsarbeit und Werbung.

Unter anderem ist es beim großen Fest auf der Mörfelder Straße präsent. „Wir haben grundsätzlich festgestellt, dass mit Öffentlichkeitsarbeit keine Mitglieder zu gewinnen sind“, schildert er die Erfahrungen. Mitglieder ließen sich vielmehr über Mundpropaganda und Empfehlungen rekrutieren. Ein Grund, warum sich die Kelsterbacher rar machen, könne vielleicht sein, dass sich der DRK-Stützpunkt in Raunheim befindet.

Von Anfang an

Die Fahrt könne abschrecken. Weil sich die Einsatzgeräte und das Material von Anfang an in Raunheim befanden, üben die Einsatzkräfte jedoch auch hier.

Hänel weist gleichwohl darauf hin, dass sich die Einsatzabteilung ohnehin nicht nur aus Raunheimern und Kelsterbachern zusammensetzt.

Zehn der 25 Mitglieder wohnen in Raunheim, acht leben in Rüsselsheim, zwei in Groß-Gerau und jeweils einer in Flörsheim, Kelkheim und Mainz-Budenheim. „Es ist egal, wo die Leute herkommen“, sagt er. Entscheidend sei, dass sie zu den Einsätzen ausrücken.Diese auswärts wohnenden aktiven Mitglieder fingen alle beim DRK in Raunheim an, zogen weg, blieben der Gruppe aber wegen der großen Kameradschaft treu.

Volker Drees lebt in Groß-Gerau. „Ich bin in Raunheim aufgewachsen und zur Schule gegangen, ich bleibe dem Verein und den Freunden treu“, betont er.

Ann Kathrin Michel lebt zwar noch in Raunheim, hebt aber ebenfalls die große Kameradschaft hervor. „Die möchte ich gegen nichts eintauschen“, sagt sie.

Der DRK-Spitze ist es also gleich, wie viele Einsatzkräfte aus welchen Städten kommen. Hauptsache, sie helfen überhaupt. Bei den fördernden Mitgliedern halten sich Raunheim und Kelsterbach mit jeweils rund 500 übrigens die Waage.

von RÜDIGER KOSLOWSKI

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