Kleingartenanlage

Kleingärtner klagen nicht über die Hitze

Viel Obst und leckere Weintrauben – nur der Rasen leidet ein wenig. Kleingärtner der Kleingartenanlage an der Haßlocher Straße gewinnen der Hitzewelle Positives ab.

Schön sommerlich sieht es auf der Anlage des Kleingartenvereins „Die Gartenfreunde“ aus. Sommerblumen recken ihre Köpfe Richtung Himmel, Rosen, Ringelblumen, Silberblatt, Löwenmaul und andere schmucke Blumen laden mit ihren farbenfrohen Blüten zum Hingucken ein.

Gudrun und Joachim Mroß haben es sich in ihrem Garten mit ihren Besuchern Brigitte Korell und Walter Marka gemütlich gemacht. Die Gäste bewirtschaften in der Nachbarschaft ebenfalls jeweils eine Parzelle auf der Kleingartenanlage an der Haßlocher Straße.

„Wir haben eben alle gesagt, es müsste mal wieder regnen“, berichtet Brigitte Korell. „Und lange“, fügt Gudrun Mroß hinzu. Die vier sitzen unter einem schattigen Baum. „Unter einem Sonnenschirm hält man es nicht aus“, stellt ihr Mann fest. Unter dem natürlichen Schattenspender ist es angenehmer, weil sich die Hitze dort nicht so stark staut. Ist die Temperatur doch schon um die Mittagszeit auf 32 Grad geklettert.

Für die Kleingärtner ist der Supersommer mit den vielen Sonnenstunden ein Geschenk. „Der Obstertrag ist sehr, sehr gut“, erzählt Korell. Erdbeeren, Johannisbeeren, Stachelbeeren und andere Beeren reiften gut und schmecken hervorragend. Auch weil es keinen Frost gab und die Sonne schon früh im Jahr kräftig vom Himmel schien.

Die Apfel- und Pfirsichbäume tragen viele leckere Früchte, so auch die Weinreben. „Wir hatten noch nie so viele Trauben“, erzählt Joachim Mroß begeistert, seine Frau nickt zustimmend. Die grünen Trauben hängen satt vor der Gartenlaube. Ein Test zeigt, wie erfrischend die Früchte sind. Die Wurzeln der Weinreben reichen bis tief in den Boden hinein, erklärt der Kleingärtner. Deshalb bekommen sie trotz der Hitze und fehlendem Niederschlag ausreichend Wasser.

Der Rasen sieht dagegen durchaus ein wenig mitgenommen aus. Dies empfindet das Ehepaar aber nicht als störend. „Wenn der Rasen verdörrt, macht das nichts“, sagt Joachim Mroß. Auch die Karotten und der Mangold haben es schwer. Die Karotten musste Gudrun Mroß mit der Schaufel ausgraben, weil der Boden so hart war. Mangold kam erst gar nicht. Da der Boden so fest ist, nehme er das Wasser gar nicht mehr auf. „Wenn ich gespritzt habe, zieht das Wasser gar nicht ein“, schildert Joachim Mroß seine Erfahrung.

Mroß gießt zwei Mal am Tag. Weil er die nötige Zeit hat, kommt er bereits am frühen Morgen auf die Anlage und spendet seinen Pflanzen Wasser. „Am frühen Morgen hat die Sonne noch nicht so viel Kraft“, sagt er. In der Mittagshitze mache das Gießen keinen Sinn, stellt Korell fest. Da verdunstet das Wasser einfach wieder.

Die Kleingärtner sehen im Großen und Ganzen keine negativen Auswirkungen der beständigen Hitze – zumindest auf die Pflanzen in ihrem Garten. Im Gegenteil: „Anstatt zu arbeiten macht man nichts“, sagt Joachim Mroß lachend und nippt an seinem Glas Wasser.

„Wir lassen es uns gut gehen“, meint auch Korell. Sie können sich noch gut an den „Jahrhundertsommer“ im Jahr 2003 erinnern. Damals hatten Brigitte Korell und auch Joachim und Gudrun Mroß allerdings noch keinen Garten. Sie wissen: In der Anlage der Kleingärtner jammere niemand über die Hitze. „Wir wollen so einen Sommer“, meint Gudrun Mroß. „Früher sind wir in den Süden gefahren, jetzt haben wir die Hitze hier“, stellt ihr Mann schmunzelnd fest.

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