Reinhard Moschner engagierte sich viele Jahre für die katholische Gemeinde. Foto: Rüdiger Koslowski
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Reinhard Moschner engagierte sich viele Jahre für die katholische Gemeinde. Foto: Rüdiger Koslowski

Porträt

Knapp 50 Jahre im Dienst der Kirche

Reinhard Moschner hat sich viele Jahrzehnte lang in den Kirchengemeinden Heilig Geist und später in St. Antonius engagiert. Jetzt geht der 81-Jährige in den wohlverdienten ehrenamtlichen Ruhestand.

Raunheim -Der katholischen Antonius-von-Padua-Gemeinde geht ein engagiertes Mitglied unter den ehrenamtlichen Helfern verloren. Pfarrer Thomas Hoffäller dankt Reinhard Moschner im aktuellen Pfarrbrief für dessen Engagement: "Im Namen unserer gesamten Pfarrgemeinde bedanken wir uns bei Herrn Reinhard Moschner für seine langjährige ehrenamtliche Tätigkeit", schreibt der Geistliche. Moschner begebe sich nun in den "wohlverdienten ehrenamtlichen Ruhestand".

Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Gesundheitliche Gründe zwingen den 81-Jährige dazu, sagt er. Im kommenden Jahr hätte Moschner 50 Jahre Ehrenamt bei der katholischen Kirche feiern können. 1971 wurde er in den damals ersten Pfarrgemeinderat der Heilig-Geist-Gemeinde gewählt. Es folgt eine lange Liste verschiedenster Tätigkeiten und Aufgaben, die der Raunheimer erfüllte und ausfüllte: Vorstand des Pfarrgemeinderates, Mitglied im Dekanatsrat, Vorsitzender der Pfarrverbundskonferenz Rüsselsheim/Raunheim, Vorbereiter der Firmung, Mitglied im Curatorium der Sozialstation, Kommunionhelfer und Lektor bei den Gottesdiensten, Organisator der Pfarrfeste und Einkehrwochenenden, Teilnehmer bei den Treffen mit der evangelischen Martin-Luther-Gemeinde, Helfer bei den Martinsumzügen. Hauptsächlich engagierte er sich für die frühere Heilig-Geist-Gemeinde. Nach der Fusion mit Sankt Bonifatius dann für Sankt Antonius.

Sechs Pfarrer in seiner Zeit

Reinhard Moschner erlebte in seiner Zeit als eifriger Helfer sechs Pfarrer - Pfarrer Bruckner, Pfarrer Oes, Pfarrer Wendt, Pfarrer Krchnak und Pfarrer Hoffäller. Seine Frau Gudrun Moschner war und ist ebenfalls eine aktive Christin in der Gemeinde. Sie betreute Kommunionkindergruppen und den Firmunterricht, begleitete die Sternsinger und singt noch im ökumenischen Singkreis.

Moschner feierte bei der katholischen Gemeinde seine Kommunion und seine Firmung und heiratete 1969 in der Kirche Heilig Geist seine Frau Gudrun. Die Verbundenheit zur Kirche besteht nicht nur über das christliche Elternhaus, sondern auch weil die eigenen beiden Kinder die Kindergruppen der Gemeinde besuchten und bei den Sternsingern mitliefen.

Reinhard Moschner ist Heimatvertriebener, strandete 1946 in Raunheim, als der Vater in dem Ort eine Wohnung zugewiesen bekam. Der Junge wuchs in Schlesien, nahe der Kreisstadt Glatz, auf. Seine Schwester hatte er im Krieg verloren.

Moschner bewies handwerkliches Geschick als Elektromeister. Als solcher half er in der Heilig-Geist-Gemeinde bei der einen oder anderen Elektroinstallation. Dabei sollte es nicht bleiben. Pfarrer Oes habe ihn angesprochen, erinnert sich Moschner, ob er sich zum Pfarrgemeinderat wählen lassen wolle. Er habe über eine Kandidatur nachgedacht, blickt der Raunheimer zurück. Weil ihm die christlichen Gemeinschaft am Herzen liegt habe er schließlich zugesagt.

"Die Hoffnung besteht darin, am jüngsten Tag die Erlösung zu finden", spricht Reinhard Moschner offen über seinen Glauben. Aber auch das ehrenamtliche Engagement habe ihm immer Freude bereitet. Unterstützt wurde er dabei von seiner Frau, was ihn motiviert habe.

Der 81-Jährige beschreibt das Ehrenamt in der Kirche als sehr wichtig. Denn ohne die Helfer könne eine Kirchengemeinde nicht bestehen. Nur mit hauptamtlichen Kräften sei die Arbeit einer Gemeinde nicht leistbar. Deshalb bedauere er es, dass die ehrenamtlichen Helfer immer weniger würden.

Das Vorhaben des Bistums Mainz, dass die kleinen Gemeinden der Diözese zu drei Großgemeinden zusammengefasst werden, davon hält Moschner nicht viel. Denn damit würden nur noch wenige Pfarrer viele Pfarreien betreuen. "Die Bindung der Gemeindemitglieder zum Pfarrer und umgekehrt geht verloren", befürchtet Moschner. Rüdiger Koslowski

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