Angelo Pellilli ist der Vorsitzende des Bau-, Planungs- und Umweltausschusses.
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Angelo Pellilli ist der Vorsitzende des Bau-, Planungs- und Umweltausschusses.

Bauen

Kritik am Bebauungsplan "An der Lache"

Manchen missfällt die Gebäudehöhe - Pellilli übernimmt Vorsitz des Bauausschusses

Angelo Pellilli (SPD) ist der neue Vorsitzende des Bau-, Planungs- und Umweltausschusses. Der 57 Jahre alte Kommunalpolitiker wurde am Montag bei der konstituierenden Sitzung einstimmig gewählt. Er ist seit 25 Jahren Stadtverordneter. Pellilli war bereits zwei Legislaturperioden der Vorsitzende des Jugend-, Sport-, Sozial- und Kulturausschusses, bis er in der vergangenen Wahlperiode nach dem Rücktritt von Heike Blaum (SPD) Stadtverordnetenvorsteher wurde. Sein Stellvertreter ist Wolfgang Becker (CDU), der ebenfalls einstimmig gewählt wurde.

Bürgermeister Thomas Jühe (SPD) erinnerte bei der ersten Sitzung an die Leistungen des Ausschusses, an die Entwicklung von alten brachliegenden Flächen in moderne Gewerbegebiete. Dafür seien konkrete und konstruktive Beratungen in dem Gremium notwendig gewesen. In den kommenden Jahren seien deutlich weniger große Maßnahmen zu erwarten. Dennoch wünsche er den Ausschussmitgliedern eine gute Zusammenarbeit.

Kontaminierter Boden

Auf einen Beschluss über die zehnte Änderung des Bebauungsplanes "An der Lache" wurde wegen Beratungsbedarf der Fraktionen verzichtet. Dem folgte auch der Haupt- und Finanzausschuss am Dienstag. Abgestimmt wird am heutigen Donnerstag ab 20 Uhr bei der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung.

Im Zentrum stehe die Entwicklung eines Grundstücks in der Robert-Koch-Straße, auf dem früher chemische Produkte gelagert wurden. Deshalb sei das Gelände kontaminiert, so Jühe. Die zukünftige Gestaltung werde deshalb vom Regierungspräsidium Darmstadt begleitet. Die Entwicklung des Grundstücks sei mit einem Sanierungsaufwand in Millionenhöhe verbunden. Mit dem Bebauungsplan habe die Stadt klare Maßstäbe für die städtebauliche Gestaltung setzen wollen.

Zudem sei ein Neubau des türkischen Kultur- und Bildungszentrums in der Robert-Koch-Straße geplant. Neben der starken Wohnbebauung sollten auch kulturelle Nutzungen möglich gemacht werden. Insgesamt werde mit dem Bebauungsplan das Verhältnis von Gewerbe und Wohnen geregelt.

Jörg Schumann (Grüne) störte indessen, dass kein weiterer Lebensmittelhandel möglich sei. Dies untersage jedoch das regionale Einzelhandelskonzept, so Jühe. Demnach dürfe der bestehende Einzelhandel nicht beeinträchtigt werden. Entwickle sich der bestehende Lebensmittelmarkt jedoch zu einem unwirtschaftlichen Betrieb, sei anderweitiges Gewerbe auf der Fläche erlaubt.

Kritisch beurteilt wurde in den beiden Ausschüssen die siebenstöckige Höhe des Gebäudes, das auf dem Gelände des ehemaligen Chemieunternehmens erlaubt ist. Angelo Pellilli (SPD) verglich die Höhe mit dem Ärztehaus am Stadtzentrum, Jühe selbst nannte das LH-Gebäude auf dem Gewerbegebiet Airport Garden. Die maximale Höhe beträgt 21 Meter.

Keine Nachteile zu erwarten

Jühe erkennt hingegen keine Beeinträchtigung der vorhandenen Wohnbereiche. Zudem würden die hohen Gebäude schallabweisend für die südlich gelegene Wohnbebauung wirken. Außerdem würden Bürogebäude im Zentrum der Stadt möglich gemacht. Beschäftigte würden die Infrastruktur der Stadt nutzen.

CDU-Fraktionsvorsitzender Stefan Teppich wunderte sich zudem über die erlaubten fünf Geschosse auf dem Gelände eines früheren Getränkemarkts. Die Christdemokraten würden Änderungsanträge einbringen. Jan Laubscheer aus der Stadtverwaltung wies darauf hin, dass Gebäude unterhalb von vier Geschossen nicht als Bürogebäude auf den Markt gebracht werden könnten. Bei Enthaltung der Grünen wurde die achte Änderung des Bebauungsplanes "Resart-Ihm/2. Teilabschnitt" beschlossen. In diesem Teilbereich soll ein Rechenzentrum entstehen.

Im Kern gehe es um den Wendehammer am Ende der Alexander-von-Humboldt-Straße, der nicht mehr benötigt werde, so Jühe. Die angrenzenden Grundstücksflächen seien von dem Betreiber des Rechenzentrums gekauft worden. Die vorhandene Erschließung über den Wendehammer könne deshalb entfallen.

Schumann wunderte sich, dass auf dem Gelände des Rechenzentrums keine Stellplätze für Beschäftigte vorgesehen seien. Klaus Gomille von der Stadtverwaltung informierte, dass es Stellplätze in dem Gewerbegebiet geben werde. Rüdiger Koslowski

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