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Kugelakazien

Kranke Bäume in der Mathildenstraße gefährden den Verkehr und werden entfernt

Grünpfleger des Städteservices Raunheim/Rüsselsheim fällen zwei Kugelakazien in der Mathildenstraße. Die Bäume sind krank und müssen wegen der Pflicht zur Verkehrssicherung entfernt werden.

Sich einfach eine Motorsäge schnappen und einen Baum fällen: Das ist im öffentlichen Verkehrsbereich nicht möglich. Denn auf der Straße fahren Autos. Den Verkehr zu stoppen und die Straße abzusperren, erscheint hingegen recht aufwendig. Am Straßenrand geparkte Fahrzeuge müssen ebenfalls berücksichtigt werden und dürfen bei den Arbeiten nicht beschädigt werden. Zäune oder andere Begrenzungen von privaten Grundstücken und öffentlichen Grünflächen dürfen ebenfalls nicht außer Acht gelassen werden.

Die beiden Kugelakazien, die Daniel Witt und Patrick Neuhaeuser von der Grünpflege Raunheim des Städteservices Raunheim/Rüsselsheim fällen, sind jedoch nur etwa drei Meter hoch. Die Fall-Kerben können sie so in die Stämme einschneiden, dass die Bäume auf den Bürgersteig landen.

Noch stehen zehn Kugelakazien auf dem Gehweg der Mathildenstraße. Zwei sind jedoch krank und müssen wegen der Pflicht zur Verkehrssicherung gefällt werden.

„Unter der Rinde ist Fäulnis“, weiß Baumkontrolleur Witt. Er löst leicht die Rinde des Baumes. Darunter befindet sich Fäulnis. Auch die Schädigung durch die Trockenheit ist zu sehen. Ein Riss zieht sich vom Boden den Stamm hinauf. Insekten haben sich bereits eingenistet und dem Baum zusehends geschadet.

Bis zu 40 Jahre alt

Die Gründe für die Erkrankung der Kugelakazien seien vielfältig, sagt Michael Eggerding, Abteilungsleiter der Grünpflege. Er nennt Hundekot und den Urin der Tiere, Salz vom Streuen und die kleinen beengten Pflanzstellen, in denen die Bäume eingefasst sind. Die Akazien seien vor 30 bis 40 Jahren gepflanzt worden. Damals sei die fachliche Kompetenz über die Standorte von Pflanzen noch nicht so fortgeschritten gewesen wie heute, meint er.

Vandalismus ist ebenfalls ein Grund für den schlechten Zustand. Durch die mutwilligen Beschädigungen des Stammes dringen Krankheitserreger in den Baum ein. Ein weiterer Grund für die Schädigung der Bäume sei die lange anhaltende Trockenheit gewesen. Wenn der Boden zu wenige Nässe hat, sei der Baum nicht in der Lage, Wasser aufzunehmen. Die Folgen seien oft erst in einigen Jahren zu spüren, sagt Neuhaeuser. Eggerding erinnert an den heißen Sommer des Jahres 2003. „Der Trockenstress zieht sich über Jahre“, stellt er fest. Die versiegelten Flächen um die Bäume herum tragen ihren Teil zur Schädigung bei. Denn die geben kontinuierlich Wärme ab.

Neues Konzept

Der Winter war ebenfalls recht trocken. Inwiefern die Bäume im Stadtgebiet geschädigt sind, werde sich bei den anstehenden Kontrollen zeigen. Die Grünpflege fange jetzt langsam an, zu prüfen, ob die Bäume Knospen austreiben. Wenn der kommende Frühling und der Sommer wieder trocken bleiben, werde es langsam schwierig mit dem Oberflächenwasser und dem Grundwasser, mutmaßt Eggerding.

Die beiden Akazien werden zunächst nicht ersetzt. Die Stadt arbeite derzeit ein Konzept zur Beruhigung des Innenstadtverkehrs aus. Damit verbunden ist auch ein Grünkonzept.

von RÜDIGER KOSLOWSKI

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