Roland Sensenstein und Patricia Gilbert stellen das neue Kursprogramm der seit 30 Jahren bestehenden Gesundheitspflegevereinigung vor. FOTO: Rüdiger Koslowski
+
Roland Sensenstein und Patricia Gilbert stellen das neue Kursprogramm der seit 30 Jahren bestehenden Gesundheitspflegevereinigung vor.

Senioren

Kurse und Konzept: Alles neu bei der GPV

Bei der Gesundheitspflegevereinigung beginnt am 30. August das neue Programm

Seit Juni stehen die beiden Dozenten der Gesundheitspflegevereinigung, Programmleiter Roland Sensenstein und seine Frau Patricia Gilbert, die auch Schriftführerin des Vereins ist, nach dem Lockdown wieder auf der Matte und fördern die Gesundheit der Teilnehmer bei den zahlreichen Kursen. Während des Lockdowns hätten die Teilnehmer Programme über die Homepage abrufen können, berichtet Sensenstein. Die Resonanz sei sehr gut gewesen, die Seiten seien mehr als 100-mal aufgerufen worden.

Die Bewegung habe den Senioren durchaus gefehlt, wie er beim Start nach dem Lockdown festgestellt habe und wie es Teilnehmer berichtet hätten. Viele Dinge hätten aufgearbeitet werden müssen. Die Teilnehmer seien denn auch sehr motiviert in den Neustart gegangen.

Auf dem aktuellen Stand

Jetzt dürfen sich die Teilnehmer mit dem Start des Kursjahres 2021/22 auf völlig neue Angebote freuen. Seine Frau und er hätten die Zeit des Lockdowns genutzt und die Kurse nach den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen auf den neuesten Stand gesetzt. Sie hätten viel recherchiert und viele Berichte gelesen. Auch unter Mitarbeit der ersten Vorsitzenden, Janina Juratsch, die als Klinikärztin ihre eigenen Erfahrungen beisteuern könne. Ohne die erzwungene Pause wäre die umfangreiche Überarbeitung kaum möglich gewesen. "Die Kurse sollen einen Mehrwert für die Gesundheit haben", sagt Sensenstein. Den richtigen Weg dafür zu finden, sei nicht ganz einfach.

Im Bereich der Prävention und Rehabilitation seien sämtliche Kurse überarbeitet worden. Die Disziplinen Kraft und Beweglichkeit wurden um die Koordination erweitert. Die Programme erhalten nun deshalb die Zusatzbezeichnung "3 Steps Pro Gesundheit". Zudem gibt es eine Steigerung der Intensitätsstufen von der Gesundheit über die Fitness bis zum Sport.

Neu ist auch ein spezieller Kurs für Frauen, bei dem insbesondere Bauch, Beine und Haltung trainiert werden. Der Körper von Frauen würde anders altern als der von Männern, sagt Gilbert. Der Kurs für die Frauen spreche ganz bestimmte Muskelgruppen an. Erstmals im Programm ist außerdem ein Kurs, der für Menschen entwickelt wurde, die unter den Folgen einer Erkrankung mit dem Coronavirus leiden. "Pro9" richtet sich dementsprechend an Long Covid- und Post-Covid-Patienten.

Die Reha-Wassergymnastik gab es bisher noch nicht im Programm. Sie richtet sich an Menschen, die große Probleme nach einer Chemotherapie oder mit künstlichen Gelenken haben. Außerdem bietet die Gesundheitspflegevereinigung jeweils einen zweiten Kurs bei der Seniorenwassergymnastik und beim Kreislauf- und Koordinationstraining an.

Sensenstein und Gilbert stehen in den Startlöchern und freuen sich, dass am 30. August das neue Programm beginnt. Mit dem Lockdown sei alles von 100 auf null heruntergefahren worden, sagt der Programmleiter. Dann sei er hyperaktiv geworden und habe sich auf das Konzept gestürzt. Bei der Zusammenstellung des Programms habe er auf einen riesigen Fundus an Übungen zurückgegriffen.

Nicht nur für Mitglieder

Eigentlich habe er, 57 Jahre alt, ein wenig kürzer treten wollen. Aber er arbeite gerne, das Engagement für die Gesundheitspflegevereinigung sei für ihn mehr als ein Beruf. Die Gesundheitspflegevereinigung zählt rund 300 Mitglieder. Mit den weiteren Angeboten steige die Zahl wohl, meint Sensenstein.

An der Teilnahme der Kurse sind übrigens nicht nur Mitglieder berechtigt. Wer im Verein Mitglied ist, habe jedoch die Möglichkeit, am integrierten Reha-Programm teilzunehmen, so Sensenstein. Sämtliche Kurse werden seit Juni unter einem Hygienekonzept durchgeführt. Für die Teilnahme ist ein kompletter Impfschutz oder ein tagesaktueller negativer Covid-19-Test nötig. Genesene sind mit einem Nachweis ebenfalls zugelassen.

Die Gesundheitspflegevereinigung bestehe übrigens in diesem Jahr seit 30 Jahren, informiert Sensenstein. Eine große Feier sei jedoch wegen des Pandemie-Geschehens nicht geplant. Stattdessen sollen in den Kursen Teilnehmer geehrt werden, die bereits seit 30 Jahren dabei sind. Die Gesundheitspflegevereinigung habe sich 1991 von der Volkshochschule mit einem fulminanten Start getrennt, blickt Sensenstein zurück. Nach 30 Jahren stehe der Verein trotz Corona immer noch erfolgreich da.

Einen großen Dank richtet Sensenstein in diesem Zusammenhang an die Stadt und den Kreis. Beide würden die Sportstätten und Räume der Gesundheitspflegevereinigung kostenfrei zur Verfügung stellen. Sonst wären die Gebühren für die Kurse dreimal so hoch. Die Gesundheitspflegevereinigung sei in dieser Struktur der günstigste Anbieter in Deutschland, so Sensenstein.

Rüdiger Koslowski

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare