Alexander Hänel (links) und Volker Drees richten die Möbel aus. FOTO: Rüdiger Koslowski
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Alexander Hänel (links) und Volker Drees richten die Möbel aus.

Einsatzkräfte

Maß nehmen für den neuen DRK-Stützpunkt

Rettungsdienst bezieht seine neuen Räume in der Feuerwache

Volker Drees steigt mit einer sehr langen und schmalen Tasche das Treppenhaus hinauf. Sein Ziel ist das neue Büro für den Vorstand des DRK-Ortsvereins Raunheim/Kelsterbach. Dort wurden bereits die ersten Schreibtische und Schränke aufgestellt.

Drees will die Möbel ausrichten. In der Tragetasche befinden sich mehrere Wasserwaagen unterschiedlicher Länge. Die längste von ihnen misst immerhin 1,80 Meter. Die Schreibtische sind ebenfalls sehr lang und die Schränke hoch. Der Akkuschrauber liegt schon bereit, um an den richtigen Schrauben am Boden der Schränke zu drehen und sie senkrecht und waagerecht auszurichten. Denn der Abstand zwischen den beiden Schränken soll oben und unten möglichst identisch sein.

Nicht mehr zeitgemäß

Das DRK zieht in seinen neuen Stützpunkt ein. Der befindet sich im südlichen Gebäudeteil der neuen Feuerwache. Die Stadt hat bekanntlich für die Freiwillige Feuerwehr eine neue Wache gebaut. Das DRK soll dort ebenfalls einziehen. Denn die Einsatzkräfte beider Hilfs- und Rettungsorganisationen rücken oft gemeinsam aus. Schon die alte Feuerwache entsprach nicht mehr den modernen Anforderungen, der alte Stützpunkt des DRK scheint dagegen aus einer völlig anderen Zeit zu kommen.

Auf dem neuen Boden liegen Bahnen von Umzugsteppichen, so dass beim Transport der Möbel in die vorgesehenen Räumen keine Kratzer entstehen.

Das DRK habe in den vergangenen beiden Wochen bereits Vorarbeit geleistet und die Möbel in die Fahrzeughalle geschafft, berichtet Drees, während er mit dem Akkuschrauber an den Schrauben dreht. Sie waren in der ehemaligen Unterkunft für Geflüchtete in der Karl-Liebknecht-Straße gelagert.

Das DRK hatte Glück. Ein Unternehmen hatte ihm die noch ziemlich unverbraucht aussehenden Möbel überlassen. Bereitschaftsleiter Alexander Hänel schiebt einen weiteren Schrank in das Vorstandsbüro. Nein, der passt nicht. Das Gegenstück ist ein wenig niedriger. Das schaut nicht schön aus. Es muss aus dem Fundus aus niedrigen Schränken ein passendes Exemplar ausgewählt werden.

Während dessen laden Lea Schiller und Laura Roser die ersten großen Monitore aus dem Fahrzeug. Es ist eigentlich ein Mannschaftstransportwagen und wird jetzt kurzerhand zu einem Möbelwagen umfunktioniert.

Zehn Helfer sind heute mit an Bord und packen mit an. "Das macht sehr viel Spaß, das ist sehr positiv", versichert Drees. Er vergleicht das mit einem privaten Umzug, wenn man sich auf sein neues Zuhause freut. Schiller und Roser können nur beipflichten. Sie wolle den Ortsverein unterstützen, sagt Schiller. Je mehr Helfer mit anpacken würden, desto schneller sei die Arbeit getan, sagt Roser.

Wehmut begleitet die Arbeiten

Der neue Stützpunkt gefällt ihnen sehr gut. Obwohl Roser durchaus ein bisschen Wehmut verspürt. Die erwachsene Frau ist als Jugendliche zum DRK gekommen und hat den alten Stützpunkt viele Jahre erlebt. "Da hängen Erinnerungen dran", sagt sie.

Bereitschaftsleiter Hänel schlägt eine kleine Führung vor. Vorstandsbüro, Büro der Bereitschaftsleitung, Lehrsaal, Küche, Tisch- und Stuhllager sowie die Sanitäreinrichtung befinden sich im Obergeschoss. Im Erdgeschoss befindet sich die Fahrzeughalle für fünf Wagen, Umkleiden für Frauen und Männer sowie die Duschen. Hänel hebt das warme Wasser hervor. Er kommt ins Schwärmen, denn das alles hatten die Einsatzkräfte in der Odenwaldstraße vermisst.

Unterdessen passt der Rollwagen, den sich Schiller und Roser schnappten, nicht um eine eng gezogene Ecke. Der Umweg über die Fahrzeugwaschhalle und ins Freie bis zur Fahrzeughalle ist notwendig. Die beiden Frauen nehmen es mit Humor. In der Fahrzeughalle stehen noch Möbel, die im Obergeschoss verteilt werden müssen. Unterlagen, Ausrüstung und alles, was das DRK nicht täglich benötigt, sei bereits verpackt, berichtet Drees. Auf das Sanitätsmaterial müssen die Einsatzkräfte Zugriff haben.

Die offizielle Inbetriebnahme werde mit der Feuerwehr abgestimmt. Auf der Feuerwache steht der bisher noch nicht terminierte Streßtest von Anlagenteilen noch bevor. "Es gibt dann einen Tag, an dem die Fahrzeuge und das letzte Material zum neuen Stützpunkt gebracht werden", sagt Drees. Er rechnet mit Anfang Oktober. Er erinnert auch daran, dass das DRK ehrenamtlich organisiert sei, der Umzug also in der Freizeit bewältigt werden müsse. "Wir sind erst am Anfang", betont er und greift zum Akkuschrauber. Rüdiger KOslowski

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