Rüdiger Dürnholz, Georgios Tsobanakis, Mohammed Ghazi und Cesare Dima (von links) haben eine Mieterinitiative ins Leben gerufen. Sie kritisieren die Parkdruck in der Ringstraßensiedlung.
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Rüdiger Dürnholz, Georgios Tsobanakis, Mohammed Ghazi und Cesare Dima (von links) haben eine Mieterinitiative ins Leben gerufen. Sie kritisieren die Parkdruck in der Ringstraßensiedlung.

Ruhender Verkehr

Neue Mieterinitiative setzt sich für mehr Parkplätze ein

Der Zusammenschluss hat im Internet eine Online-Petition für die Schaffung von mehr Stellplätzen im Ringstraßengebiet gestartet. So will die Initiative Stimmen für ihr Vorhaben gewinnen.

Raunheim -Der Parkraum in Raunheim hat jüngst auf mehrere Weise die Gemüter der Bevölkerung erhitzt. Da war zum einen die Auseinandersetzung der CDU mit der Stadtverwaltung über deren eigenmächtige Änderung der Parkzonen für den Bürgerparkausweis. Und zum anderen war da der Antrag der SPD bei der Stadtverordnetenversammlung, wonach der Magistrat sich mit der Wohnungsgesellschaft GWH in Verbindung setzen solle, um die Realisierung des Konzeptes der Stadt zur Schaffung von Parkplätzen im Ringstraßengebiet zu forcieren.

Eben wegen des Parkdrucks im Ringstraßengebiet bildete sich nun eine Mieterinitiative Ringstraßensiedlung. Auffällig ist, dass die Initiatoren Georgios Tsobanakis, Christos Evdokiou, Cesare Dima, Mohammed Ghazi, Rüdiger Dürnholz und Loubna Ouariach allesamt in der Ecke der SPD zu verorten sind, Stadtverordnete für die SPD sind oder waren und auch im Magistrat sitzen. Aber Tsobanakis, Ghazi, Dürnholz und Dima machen in einem Gespräch mit dieser Zeitung deutlich, dass ihre Initiative überparteilich sei und sich ihr jeder anschließen könne. Die SPD sei den Weg über die Stadtverordnetenversammlung gegangen und habe einen Antrag gestellt. Jetzt würden die Mieter selbst an die Wohnungsgesellschaften GWH und Soka-Bau appellieren, aktiv zu werden, so Ghazi, der zwar selbst nicht in der Ringstraßensiedlung lebt, seine Eltern jedoch dort Mieter sind.

Überparteilich und offen für jeden

Die Initiative wolle außerparlamentarisch wirken. Ihre Mitglieder starteten unter der Internetadresse www.openpetition.de/petition/online/mieterinitiative-raunheim eine Online-Petition, die sich an die Wohnungsgesellschaften und Bürgermeister Thomas Jühe (SPD) richtet. Mit der Aktion möchte die Initiative zeigen, wie viele Menschen von der Parkplatznot betroffen seien. Mit einer Unterschrift werde zugestimmt, GWH und Soka-Bau aufzufordern, ausreichend Parkplätze zur Verfügung zu stellen.

Bisher beteiligten sich bereits 137 Menschen. Angestrebt seien 300 Unterschriften, so Tsobanakis. Dann wolle die Initiative mit dem Vorschlag an die Wohnungsgesellschaften und die Stadt herantreten, um sich an einen Tisch zu setzen. Am liebsten wäre der Mieterinitiative zudem eine Ortsbesichtigung. Denn die Parkplatzsituation habe sich in den vergangenen Jahren massiv verschlechtert. "Das hat in den letzten zwei bis drei Jahren extrem zugenommen", stellt Ghazi fest.

Vor allem die Abend- und Nachtstunden sind der Stein des Anstoßes. Der Parkdruck habe sich immer weiter in den frühen Abend verlagert. Vor einigen Jahren seien von 22 Uhr an keine freien Stellplätze mehr zu finden gewesen. Dann ab 20 Uhr, mittlerweile bereits ab 17 Uhr.

"Manchmal muss man 10 bis 20 Minuten einen Parkplatz suchen", berichtet Tsobanakis. Mitunter müsse er auf dem Parkplatz des Einkaufzentrums Mainspitze parken. Er denkt besonders an die Frauen, wenn sie in der Dunkelheit weite Wege zurücklegen müssten.

Wohnungsgesellschaft sieht keinen Handlungsbedarf

Auch Dima berichtet von der Furcht seiner Frau bei einem weit entfernten Parkplatz. Sie hätten einen Garagenplatz von der GWH gemietet und würden es einrichten, dass sie ihr Auto dort abstellen könne. Dürnholz erzählt von Autofahrern, die in den Wendehammern parken würden, wo allerdings ein absolutes Parkverbot gelte.

Die Stadt habe bereits vor vier Jahren ein Konzept entwickelt, mit dem im Ringstraßengebiet 100 Parkplätze möglich seien, so Ghazi. Die GWH bewege sich aber nicht, lautet die Kritik Tsobanakis.

Dass die Wohnungsgesellschaft keinen Handlungsbedarf erkenne, aber dennoch Flächen zur Verfügung stellen wolle, ohne sich an den Kosten zu beteiligen, können die Mieter nicht verstehen. Bestehe kein Handlungsbedarf, müsse die Wohnungsgesellschaft auch keine Flächen zur Verfügung stellen, lautet ihr Argument.

Der Mieterinitiative schwebt vor, vielleicht dem Deutschen Mieterbund beizutreten. In Rüsselsheim gebe es bereits einen Verein. Denn der Mieterinitiative liegen auch die Mieterhöhungen und die Müllprobelmatik auf dem Herzen. Sobald es die Corona-Situation zulasse, wollen sie mit Aktionen ihrem Unmut Ausdruck verleihen, so Tsobanakis. Rüdiger Koslowski

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