Henning Marställer zeigt, wie sich der Bahnhofsvorplatz verändert hat.
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Henning Marställer zeigt, wie sich der Bahnhofsvorplatz verändert hat.

Umbau

Offener und mit schattigen Plätzen zum Verweilen

Der Umbau des Bahnhofsvorplatzes ist so gut wie abgeschlossen. Die Aufenthaltsqualität hat sich damit deutlich verbessert.

Raunheim -Noch versperren rot-weiße Absperrgitter den kompletten Zugang am Bahnhofsvorplatz. Zum Beispiel, weil ein Bagger gerade den Weg gräbt, der zur Unterführung führt. Es ist aber Licht am Ende des Tunnels zu erkennen. Henning Marställer vom Bauamt kündigt für Ende Mai die Eröffnung des rundum umgestalteten Bahnhofsvorplatzes an.

Der Vorplatz mit seinem Umfeld ist bereits weitgehend fertiggestellt. Es müssen aber noch die Beschilderungen für die Feuerwehrzufahrt und andere Verkehrsschilder angebracht werden. Zudem steht noch aus, den Weg zwischen Bahnhofsvorplatz und angrenzender Wohnbebauung hinunter zur Unterführung fertigzustellen. Bis zum Eingang der Unterführung sollen dort noch kleinformatige, beigefarbige Pflastersteine verlegt werden, wie sie beispielsweise auch auf dem Zuweg mit Treppe zum Bahnhofsvorplatz zu finden sind.

Kaum etwas erinnert an früher

Ob es eine offizielle Eröffnungsfeier gibt lässt Marställer noch offen. Wenn es die Pandemie-Situation zulasse, werde der Platz durchaus in dem dann erlaubten Rahmen feierlich freigegeben, blickt er voraus. Beginn für den Umbau des Bahnhofsvorplatzes und des Umfelds war 2019. Rund zwei Jahre später fällt es bereits schwer, sich die alte Optik vorzustellen.

Ein unansehnlicher Platz mit Schotter und Asphalt, alte und verschlissene Fahrradunterstände, eine Böschung, die eine enge Karlstraße vom Bahnhofsvorplatz trennte - so hat es dort vor rund zwei Jahren noch ausgesehen. Kurzum, für das Entree einer Stadt, das täglich rund 7000 Bahnreisende passieren, war das kein ansehnliches Bild. Dies sei denn auch der Grund für die umfangreichen Maßnahmen gewesen, so Marställer. Die Planung für die Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes lag in den Händen von Ingeborg Schlimme vom beauftragten Büro für Freiraumplanung und Gartenarchitektur Via Verde.

Das wiederkehrende Element des neu gestalteten Entrees sind die großformatigen Platten, die auf dem Bahnhofsvorplatz verlegt wurden. Sie sind ebenfalls Bestandteil des Rathausplatzes, des Platzes vor der Evangelischen Kirche und der Pestalozzischule sowie des Messeplatzes des Gewerbegebietes Airport Garden. Der Belag soll die Verbindung dreier zentraler Punkte der Stadt verdeutlichen.

Ein Blickfang ist die Gestaltung des Vorplatzes. Hier paaren sich Steinquader um Pflanzplätze mit Bäumen und Holzkästen, die zum Verweilen einladen. Im Hintergrund ist das historische Bahnhofsgebäude zu erkennen. Dieser Abschnitt wird von einem großen Sonnensegel überdacht. "Das erhöht die Aufenthaltsqualität", sagt Schlimme. "Das hat einen hohen Wiedererkennungswert bei den Reisenden", unterstreicht Marställer. Menschen, die auf den Zug warten oder Reisende abholen wollen, können dort durchaus angenehm verweilen.

Taktilen Steifen für Sehbehinderte

Die großflächigen Stufen überwinden zudem das Gefälle zum benachbarten Weg, der zur Unterführung führt. Wer es eilig hat, kann den Treppenaufgang mit den kleinen Stufen wählen, der sich näher am Zugang zu den Bahnsteigen befindet. Schlimme weist zudem auf die taktilen Steifen für sehbehinderte Menschen hin, die großzügig verbaut sind.

Nicht wiederzuerkennen ist die Zufahrt zum Bahnhof sowie die benachbarte Trassenführung der Karlstraße. Die unansehnliche Böschung mit dem Gestrüpp gibt es nicht mehr. Stattdessen wurde die ehemalige, eng zu befahrende Kurve großzügig ausgebaut. Die Straße steht in enger Verbindung zum Bahnhofsvorplatz, optisch getrennt durch einen unterschiedlichen Straßenbelag. Hier verkehren inzwischen auch einige Buslinien.

Die Fahrradfahrer werden ebenfalls bedient. Auf der Südseite stehen nunmehr 50 Abstellplätze zur Verfügung. Wiewohl dort ebenfalls die nicht ansprechende Situation aufgelöst und ein ansehnlicher Platzcharakter geschaffen wurde. Auf der Nordseite stehen weitere 100 Abstellplätze für Fahrräder zur Verfügung. Die Anzahl sei insgesamt deutlich erhöht worden, betont Marställer. Er verweist zudem auf Ladestationen für E-Bikes.

Schlimme macht unterdessen auf die vorgesehene Begrünung aufmerksam. Es wurden und werden 100 neue Bäume gepflanzt. Auf den Aufenthaltsplätzen sind Staude vorgesehen, ähnlich wie sie bereits auf der Südseite zu sehen sind.

Rüdiger Koslowski

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