Joanna Kujawa-Janz gibt bei einer Online-Veranstaltung am Laptop Tipps für kreatives Basteln. Foto: Rüdiger Koslowski
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Joanna Kujawa-Janz gibt bei einer Online-Veranstaltung am Laptop Tipps für kreatives Basteln.

Eltern und Betreuung

Online-Angebote ersetzen Präsenzveranstaltungen

Das Familienzentrum will Eltern auch in Corona-Zeiten weiter mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Joanna Kujawa-Janz hat noch einmal alle Basteltipps auf dem Tisch vor sich ausgebreitet. Es ist ein kunterbunter Zoo: Ein Krake-Mobile aus einer Plastikflasche, eine Biene aus einem Papp-Becker, ein Fisch aus einer CD und zahlreiche andere Tiere aus Toilettenpapierrollen. Daneben steht ihr Laptop. Denn die Leiterin der Kindertagesstätte Regenbogen hat für das Familienzentrum bei einer Online-Veranstaltung kreative Basteltipps gegeben.

Ursprünglich hatte das Familienzentrum eine Veranstaltungsreihe in Präsenz geplant. Sie habe aber wegen der Corona-Pandemie umdisponieren müssen und zumindest Online-Veranstaltung anbieten wollen, so die Leiterin Nina Finkernagel. Es sei gar nicht so einfach gewesen, die Basteltipps am Bildschirm zu vermitteln, sagt Kujawa-Janz. Sie habe immer wieder die Materialien fokussieren und heranzoomen müssen. Deshalb habe sie zusätzlich zum Computer noch mit einer Handykamera gearbeitet.

Auch die Bastelanleitung über den Bildschirm zu erklären, sei nicht einfach gewesen. Zur Hilfe stellte sie eine Bastelanleitung mit Fotos der einzelnen Schritte, Materialien und Zubehör zusammen und schickte sie per E-Mail an die Teilnehmer. Das waren dann allerdings nur zwei, stellt Kujawa-Janz bedauernd fest. "Online-Veranstaltungen sind Neuland für die Eltern", sagt die Leiterin der Kita. Sie seien nicht für alle geeignet und würden vielleicht auch nicht jeden ansprechen.

Ein halbes Jahr pausiert

Sie habe ihre Basteltipps trotzdem weitergeben wollen. "Es hat sich gelohnt, es war eine neue Erfahrung", sagt Kujawa-Janz. Allerdings auch mit dem Fazit, dass eine Präsenzveranstaltung wesentlich besser geeignet sei. Das Familienzentrum bot bereits eine ganze Reihe von Online-Veranstaltungen an und einige werden noch folgen, berichtet Finkernagel. Thematisch befassten und befassen sie sich mit der Sprachförderung, der Sauberkeitserziehung, der gesunden Ernährung, der Medienerziehung, dem kreativen Basteln und mit Spielideen für zu Hause. Die noch folgenden Kurse können auf der Homepage der Stadt unter www.raunheim.de eingesehen werden. Das Familienzentrum habe ein halbes Jahr pausieren müssen, sagt Finkernagel. Die Veranstaltungen sollen aber nicht noch länger ausfallen, weshalb sie den Versuch mit den Online-Veranstaltungen machte.

Sie habe jedoch nicht alle zuvor geplanten Veranstaltungen in das Online-Programm aufnehmen können, sagt Finkernagel. Beispielsweise habe sie auf die Eltern-Kind-Veranstaltungen verzichten müssen, weil sie vor dem Bildschirm nicht praktikabel seien. Insgesamt seien die bisherigen Online-Veranstaltungen recht gut angenommen worden. Im Durchschnitt hätten sich acht bis zehn Eltern angemeldet.

Angebote im Freien denkbar

Die Online-Varianten hätten die Präsenzveranstaltungen aber nicht ersetzen können, räumt Finkernagel ein. So hätten die Inhalte beispielsweise nur über die Sprache vermitteln werden können. Es hätte kein Material verteilt werden können, praktische Anleitungen und Anweisungen seien schwierig gewesen.

Für das kommende Halbjahr nach den Sommerferien hofft Finkernagel, wieder Präsenzveranstaltungen wie "Aufwachsen mit mehreren Sprachen" anbieten zu können. Die sinkenden Inzidenzen und die Zahl der geimpften Menschen stimme sie optimistisch. Sie plane zudem auch ein paar Eltern-Kind-Veranstaltungen im Freien. Themen könnten Bewegungsförderung im Alltag und ein Nachmittag im Naturerlebnisgarten sein. Finkernagel informiert aber auch, dass inzwischen alle Kitas mit dem Programm Go-to-meeting ausgestattet seien. Es sei deshalb machbar, sofort großflächig auf Online-Angebote umzustellen. Rüdiger Koslowski

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