Die DLRG-Kameraden Philipp Schneider, Marco Stolz und Martin Zwickl (von links) begutachten den Seabob.
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Die DLRG-Kameraden Philipp Schneider, Marco Stolz und Martin Zwickl (von links) begutachten den Seabob.

Wasserrettung

Raunheimer Waldsee: Pinta Beach investiert in Sicherheit der Badegäste

Für die Sicherheit der Besucher hat der Betreiber des Pinta Beach am Raunheimer Waldsee bei Frankfurt viel investiert. Ein Seebob soll die Not-Rettung erleichtern.

Raunheim - Das Wetter lud am Donnerstag (25.06.2021) nicht zum Baden am See ein. Germano Salernitano öffnet seinen Pinta Beach am Waldsee auch gar nicht erst. Dennoch treiben sich am späten Nachmittag ein paar Menschen am Ufer herum und wagen sich sogar ins Wasser. Einige von ihnen tragen Neoprenanzüge, andere gehen mit Short und T-Shirt ins Wasser. Je nachdem, wie man mit einer Wassertemperatur von 20 Grad zurechtkommt.

Sie sind Mitglieder von Rettungsorganisationen aus dem gesamten Bundesgebiet. Auch die Mitarbeiter der Firma Deescalation Service Team und die ehrenamtlichen Helfer der DLRG stehen am Ufer. Beide halten am Pinta Beach Wachaufsicht. Sie werden an diesem Tag mit Salernitanos neuester Anschaffung geschult. Einen Seabob Rescue. Ein Tauchscooter, ein Wasserschlitten, aus dem Freizeitbereich kommend, für den Rettungseinsatz auf und unter dem Wasser umgerüstet, wie Thorsten Ackmann vom Unternehmen Cayago AG berichtet, der gemeinsam mit Steven Key die Schulung leitet.

Frankfurt: Pinta Beach am Raunheimer Waldsee - 18.000 Euro für die Sicherheit der Badegäste

Der Betreiber des Pinta Beach hat 18.000 Euro dafür ausgegeben. "Die Sicherheit der Badegäste steht an erster Stelle, wir wollen die Wachleistung optimieren", sagt Salernitano. So ganz nebenbei berichtet er, dass er zusätzlich noch einen sogenannten Lifeguard gekauft hat, eine aufblasbare Boje, die auf dem Wasser an der Absperrung zum nicht für den Badebetrieb genutzten Teil des Sees postiert werden soll. Die schwimmende Rettungshilfe kostete noch einmal 6000 Euro.

Thorsten Ackmann nennt die Vorzüge des Seebobs. Mit einer Geschwindigkeit von 20 Kilometer pro Stunde ist er ziemlich flott auf dem Wasser. Zum Vergleich: Das elektrische Aluboot, das zudem weiterhin zur Rettung eingesetzt wird, schafft nur sechs bis sieben Kilometer pro Stunde.

Pinta Beach in Raunheim bei Frankfurt: Einziger privater Badesee mit Seebob zur Wasserrettung

Der Seebob ist klein und wendig. Er kann sogar bis zu einer Tiefe von 40 Meter tauchen. Salernitano weiß, dass es im See Tiefen von bis zu 30 Meter gibt. Der Seebob kann also im gesamten See für die Rettung eingesetzt werden. Ackmann zeigt die praktischen Anschlüsse, an denen schnell und einfach Rettungsgeräte und Gurte befestigt werden können. Auch Lampen können angebracht werden. Dass ist bei schlechten Sichtverhältnissen im Wasser durchaus vorteilhaft. Im Waldsee reicht das Blickfeld im vorderen Uferbereich wegen des aufgewirbelten Sandes vielleicht ein bis zwei Meter, weiter draußen ist die Sicht besser. Aber auch bei schlechten Sichtverhältnissen lässt Ackmann nichts auf den Seebob und sein Tauchvermögen kommen. "Die Alternative wäre kein Hilfsmittel zu verwenden", betont er.

Der Seabob Rescue wurde 2017 erstmals gebaut. Inzwischen würden das Gerät Feuerwehren, die Wasserwacht und Küstenwachen nutzen. Deutschlandweit sei er der einzige private Badeseebetreiber, der einen Seebob zur Rettung nutze, meint Salernitano nicht ohne Stolz. Und er hält die Investition für notwendig. Es gebe immer mal wieder Schwimmer, die ihre Kraft überschätzen und dann weit draußen auf dem Wasser um Hilfe rufen. Da ist Eile geboten. Im vergangenen Jahr sei ein sechsjähriger Junge fast ertrunken.

Pinta Beach am Raumheimer Waldsee bei Frankfurt: Seebob „interessant“ für DLRG-Jugendarbeit

Also, rein ins Wasser und rauf auf den Seebob. Während die einen noch etwas zurückhaltend über das Wasser gleiten, drücken die anderen den Trigger für den Antrieb richtig durch und das Wasser spritzt ordentlich um sie herum. Philipp Schneider und Marco Stolz von der DLRG Eiserfeld bei Siegen sind begeistert von dem Gerät. "Es ist ungewohnt, aber es hat Power", sagt Schneider lachend. Man sei deutlich schneller als ein Schwimmer, ergänzt er schmunzelnd. Nein, es sei nicht schwer, das Gerät auf dem Wasser zu führen, gibt er weiter Auskunft.

Stolz findet, dass der Seabob ebenfalls interessant für die Jugendarbeit wäre. Mit dem Wasserschlitten könnten Jugendliche begeistert werden. Martin Zwickl, Koordinator der Wachgänger der DLRG Raunheim, beurteilt die Investition grundsätzlich positiv. Das Gerät sei wendig und könne leicht die Absperrung überwinden. Allerdings müsse natürlich auch die Einsatzfähigkeit getestet werden. (Rüdiger Koslowski)

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