Im Zufahrtsbereich der Anne-Frank-Schule soll eine Hol- und Bringzone für die Kinder der neuen Grundschule eingerichtet werden. FOTO: Rüdiger Koslowski
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Im Zufahrtsbereich der Anne-Frank-Schule soll eine Hol- und Bringzone für die Kinder der neuen Grundschule eingerichtet werden.

Verkehr

Problem der Elterntaxis könnte noch größer werden

Stadt und Kreis beschäftigen sich bei Planungen für die neue Grundschule auch mit dem Verkehrsaufkommen

Die sogenannten Elterntaxis gehören zu einer Grundschule fast schon wie das Amen in der Kirche. Eltern werden nicht müde, ihre Kleinen mit dem Auto zur Schule zu bringen, obwohl immer wieder von verschiedenen Seiten aus geraten wird, die Kinder zur Schule laufen zu lassen.

Jetzt beschäftigen die Elterntaxis die Stadt Raunheim und den Kreis Groß-Gerau bereits im Zusammenhang mit den Planungen für die neue Grundschule in der Nachbarschaft der Anne-Frank-Schule. "Wir müssen realistisch sein", sagte Bürgermeister Thomas Jühe (SPD) im Bau-, Planungs- und Umweltausschuss. Denn wenn die Eltern ihre Kinder schon mit dem Auto zur Schule führen, obwohl die Pestalozzischule doch im Zentrum der Stadt liege, sei bei der neuen Schule erst recht keine Änderung im Verhalten zu erwarten.

Infokampagne ins Leben rufen

Die neue Grundschule liege nicht nur am Stadt-, sondern auch am Waldrand. Dort könnten subjektive Faktoren eine Rolle spielen und Eltern ein Gefahrenpotenzial entdecken, so Jühe. "Das bedeutet, dass wir mit den Elterntaxis ein Problem haben werden, das sich nicht lösen lässt", stellte der Rathauschef fest. Dennoch müsse eine Lösung gefunden werden.

Ein Vorschlag, der ihn erreicht habe, einfach die Haßlocher Straße in der halben Stunde vor Schulbeginn zu sperren, sei keine Lösung. Denn würde ein Chaos entstehen, wenn die Eltern am Kreisel ihre Kinder aus dem Auto ließen. Eine Lösung könnte hingegen sein, an dem Platz vor der Zufahrt zur Anne-Frank-Schule einen Kreisverkehr als Hol- und Bringzone einzurichten, führte Jühe aus. Zudem legte der Bürgermeister auch Wert darauf, dass eine Informationskampagne ins Leben gerufen werden soll. Die Mütter und Väter müssten dazu bewegt werden, ihre Kinder in die Schule laufen zu lassen.

Jühe berichtete über die Überlegungen zur Handhabung der Elterntaxis im Zusammenhang mit der Änderung des Bebauungsplans "An der Lache", die mit dem Bau der Grundschule notwendig wird. Die Änderung des Bebauungsplans wurde sowohl im Bau-, Planungs- und Umweltausschuss als auch im Haupt- und Finanzausschuss vorgestellt. Auf einen Beschluss wurde jedoch verzichtet, weil für den Bau-, Planungs- und Umweltausschuss die eingegangenen Stellungnahmen nur unvollständig im Ratsinformationssystem eingestellt worden waren. Die Fraktionen sollten über das Papier gestern Abend bei der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung abstimmen.

Leitungsnetz reicht nicht aus

Der Kreis als Schulträger und die Stadt hätten verschiedene Fragestellungen erarbeitet, so Jühe. So müsse für die neue Schule die Trinkwasserversorgung hergestellt werden. Die alten Leitungen in Richtung der vorhandenen Anne-Frank-Schule könnten nicht ausreichen, der Druck im Wohngebiet "An der Lache" könnte zu niedrig sein. Dabei gehe es nicht nur um die Wasserversorgung der Schule, sondern auch um Löschwasser für die Feuerwehr bei einer Brandbekämpfung.

Es müsse deshalb in das bestehende Leitungsnetz eingegriffen werden, informierte Jühe. Der Kreis übernehme die Kosten für die Arbeiten, die im Zusammenhang mit der Wasserversorgung der Schule stünden, die Stadt die Kosten für die Optimierung der Wasserversorgung im Wohngebiet "An der Lache". Jühe kündigte schon einmal an, dass eine Ringleitung geschaffen werde.

Bei der Offenlegung der Änderungen des Bebauungsplans habe es bis auf Anmerkungen des Kreises keine kritischen Stellungnahmen gegeben, berichtete Klaus Gomille, der Leiter des Fachdienstes Stadtplanung, Hochbau und Wohnungsaufsicht. Sie drehten sich um die Grünflächen und Anpflanzungen, die Stellungnahmen seien jedoch nicht nachvollziehbar.

Jühe wurde deutlicher: Die Verwaltung sei irritiert von den Stellungnahmen des Kreises. Gerade weil dieser den Schulneubau initiiert habe. Der Kreis wolle die Standards beim naturschutzrechtlichen Ausgleich so gering wie möglich halten. Bei Projekten anderer Träger fordere er dagegen das höchste Niveau ein.

Er finde diese Einstellungen schade, so Jühe. Er habe die bisherige Einstellung des Kreises sehr ernst genommen. "Ich kann nicht andere Spielregeln schaffen, wenn ich der Kostenträger bin", meinte Jühe. Gernot Lahm (Grüne) kündigte eine Nachfrage seiner Partei im Kreistag an. rüdiger koslowski

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