Arbeitseinsatz am Raunheimer Bahnhof: Antonio Blej fährt mit einem Hubsteiger in die Höhe, um mit der Säge die Äste zu bearbeiten. FOTO: Rüdiger Koslowski
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Arbeitseinsatz am Raunheimer Bahnhof: Antonio Blej fährt mit einem Hubsteiger in die Höhe, um mit der Säge die Äste zu bearbeiten.

Verkehrssicherung

Profis für Baumpflege legen noch einmal Hand an

Die Maßnahmen sind abgeschlossenen: 40 Fällungen und 626 dringend zu behandelnde Bäume verzeichnet der Städteservice.

Raunheim -Der Arbeitsplatz von Arton Hysenaj und Antonio Blej ist am Dienstagvormittag die Park-und-Ride-Anlage am Raunheimer Bahnhof. Blej lässt sich vom Hubsteiger in die Höhe fahren. Er hält eine Teleskop-Astsäge in den Händen. Eigentlich sind die dringenden Baumpflegearbeiten bereits abgeschlossen. Das vom Städteservice beauftragte Garten- und Landschaftsbauunternehmen Immo Herbst will die Bäume an der Anlage aber noch ein bisschen aufhübschen, bevor die Bauarbeiten am Bahnhofsvorplatz abgeschlossen sind.

40 Fällungen und 626 dringend zu behandelnde Bäume, das sind die Kennzahlen, die Jasmin Weber, Sachgebietsleiterin Baumpflege beim Städteservice Raunheim-Rüsselsheim, für die nunmehr beendeten Baumpflegearbeiten nennt. Sie beruhen auf einem Kontrollgang aus dem April. Jedes Jahr lässt der Städteservice alle im Kataster eingetragenen Bäume von einer Drittfirma kontrollieren. Dabei handelt es sich um Bäume, die der Verkehrssicherungspflicht unterliegen. Sie stehen also an Plätzen, Parkanlagen, Spielplätzen, Kindertagesstätten, Schulen und an Straßen, an denen sich Menschen aufhalten und Autos fahren. Bäume, die außerhalb jener frequentierten Orte stehen, würden nur einer vereinfachten Kontrolle unterliegen, so Weber.

Jedenfalls stehen in dem verkehrssicherungspflichtigen Bereichen insgesamt 3881 Bäume. Aufgrund der großen Menge sind sie in drei Kontrollpakete eingeteilt. Ein nordwestliches Paket mit 757 Bäumen (davon mussten 197 dringend behandelt werden), ein südöstliches mit 1672 Bäumen (142) sowie ein südwestliches mit 1452 Bäumen (287). Jeder Baum hat eine achtstellige Nummer und ist mit allen notwendigen Maßnahmen gelistet.

Heiße Sommer, kaputte Bäume

Die 40 gefällten Bäume seien aufgrund ihres Gesundheitszustandes nicht mehr zu retten gewesen. Weil sie den umliegenden Verkehr gefährdeten, mussten sie beseitigt werden. Weber weist darauf hin, dass die Zahl der gerodeten Bäume im Vergleich zu den vergangenen Jahren gestiegen ist. Grund dafür seien die heißen Sommer der vergangenen zwei bis drei Jahre. Es komme zudem vor, dass Bäume bei der Prüfung noch als standhaft eingeschätzt werden, ein bis zwei Monate später aber dann doch gefällt werden müssen.

In diesem Jahr mussten überwiegend Kirschen, Hainbuchen, Apfelbäume und Birken gefällt werden. Sofort nach der Prüfung im April mussten etwa zehn Bäume behandelt werden. Hier hätte es sich überwiegend um Astbrüche gehandelt. Für die übrigen 626 dringenden Fälle bleibe bis zu drei Monaten Zeit. Auch hierbei handelt es sich um Totholz, das herunterzufallen droht und Menschen verletzen könnte. Dabei kommen alle Äste in Betracht, deren Durchmesser größer als drei Zentimeter sind. Daran schließen sich weitere Pflegemaßnahmen an. Soll heißen, es werden nicht so dringende Schnittarbeiten ausgeführt.

Auch das sogenannte Lichtraumprofil spiele bei der Verkehrssicherungspflicht eine große Rolle, informiert Jasmin Weber. Sie nennt beispielsweise die Platanen, die an der gesamten Ringstraße wachsen. Bei diesen Straßen muss die Durchfahrt von Lastwagen und Bussen gewährt werden, indem die Äste bis zu einer Höhe von 4,50 Meter zurückgeschnitten werden.

Totholz wird abgeseilt

Die Baumpflegearbeiten während des fließenden Verkehrs durchzuführen, sei durchaus mit Stress verbunden, räumt Arton Hysenaj ein. Denn hier muss während der Arbeiten sehr darauf geachtet werden, dass keine Äste auf die vorbeifahrenden Fahrzeuge fallen. In Straßen wie der Ringstraße, wo zudem viele Autos nebeneinander stehen, müssen die Arbeiter ebenfalls sehr vorsichtig vorgehen. Das Totholz wird deshalb festgebunden und abgeseilt.

Der Arbeitsplatz von Arton Hysenaj und Antonio Blej wird mit Warndreiecken und gegebenenfalls mit Flatterband gesichert. Wenn kein Platz für einen Hubsteiger vorhanden ist, wenden die Arbeiter die Seilklettertechnik an. Sie klettern dann mit einem Seil den Baumstamm empor, um die einzelnen Äste herauszuschneiden. Rüdiger Koslowski

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