Den Zustand der Birken auf den Kreiseln an der Mainzer Straße und an der Bundesstraße kritisiert ein Leser.
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Den Zustand der Birken auf den Kreiseln an der Mainzer Straße und an der Bundesstraße kritisiert ein Leser.

Firma reagiert auf Vorwürfe

Bürger wütend über Stadtbild: Kreisel sind eine „Schande für Raunheim“

Der Zustand einiger Kreisel in Raunheim wird kritisiert. Die Planungsfirma Via Verde reagiert auf Vorwürfe, dass die Pflanzen nicht richtig gepflegt werden.

Raunheim – Für die Gestaltung der Verkehrskreisel im Stadtgebiet gibt es seit Monaten Zustimmung und Ablehnung. Auch über die Berichterstattung zur Farb- und Pflanzgestaltung der Kreisel mit dem Thema „Widerstand im Nationalsozialismus“ gab es positive und negative Kommentare. Jetzt erreichte diese Zeitung eine kritische Beobachtung, bei der sich ein Mann, der seinen Namen nicht genannt haben möchte, mit dem Pflegezustand einiger Kreisel auseinandersetzt.

Kreisel sind „eine Schande für Raunheim“

Die Kreisel am Plauel unter der Schrägseilbrücke und die weiteren Kreisel in Richtung Aschaffenburger Straße seien demnach recht schön. Der Kreisel an der Haßlocher Straße/Aschaffenburger Straße sei noch hinnehmbar. Aber die Kreisel auf dem Schnelser Weg, auf der Mainzer Straße und auf der Anton-Flettner-Straße vor der Zufahrt zur Bundesstraße 43 seien „in einem erbarmungswürdigen Zustand und eine Schande für Raunheim“, schreibt er.

Auf den Kreiseln am Schnelser Weg und an der Mainzer Straße an der Zufahrt zum Einkaufszentrum Mainspitze stehen auf den Betonhügeln Koniferen, die Stück für Stück vertrocknen würden. Die abgestorbenen Äste würden zwar abgesägt. Doch bald werde nichts mehr von den Pflanzen übrig sein. Es sei ein Unding, so etwas auf einen Betonhügel zu pflanzen, ohne für ständige Bewässerung zu sorgen.

Auf den Kreiseln an der Mainzer Straße und an der Bundesstraße 43 sterbe eine Birke nach der anderen ab, obwohl schon einige ersetzt worden seien. Die Birken seien völlig ungeeignet für den Standort. „Weiß den keiner von der Firma Via Verde, dass Birken einen enormen Wasserbedarf haben“, fragt der Leser. Es sei doch abzusehen gewesen, dass die Sommer immer trockener werden. Von den ursprünglich gepflanzten Blumen sei schon seit einiger Zeit nichts mehr zu sehen, abgesehen von Unkraut und Bastmatten.

Raunheim: Bewässerung bereitet Probleme

Michael Eggerding, Abteilungsleiter der Grünpflege des Städteservice Raunheim/Rüsselsheim, der einige Kreisel in seinem Pflegebereich hat, macht die extreme Trockenheit, die hohen Temperaturen und den trockenen Wind für den Zustand der Pflanzen verantwortlich. „Auf die Kreisel knallt den ganze Tag die Sonne“, stellt er fest.

Der Städteservice wässere die Pflanzen zweimal wöchentlich. Eggerding merkt indessen auch an, dass es schwierig sei, die Hügel zu bewässern und genügend Wasser in das Erdreich zu bekommen. Deshalb werde dort in Etappen gewässert, um den Boden gut zu durchfeuchten. Es sei jedoch nicht einfach, die Pflanzen durch solche trockene und heiße Sommer zu bekommen. „Wir hatten schon lange keinen Regen mehr, beziehungsweise nur Platzregen“, sagt er. Bei normalen Temperaturen reiche die Bewässerung aus. Die Frequenz zu erhöhen, sei aus Personalgründen nicht möglich.

Raunheim: Neue klimatische Verhältnisse

Johannes Wolf, der mit seinem Büro Via Verde die Gestaltung der Kreisel geplant hatte, informiert, dass Birken und Koniferen verschiedene Umweltbedingungen wie pralle Sonne und Trockenheit vertragen würden und auch für problematische Standorte geeignet seien. Zum Zeitpunkt der Planung vor zwei bis drei Jahren habe niemand wissen können, dass sich der Klimawandel im Rhein-Main-Gebiet so drastisch und nachhaltig auf die Pflanzenwelt auswirken werde. Er verweist auf die Kiefern und Fichten, die im Wald absterben.

Unter dem anhaltenden extremen Klima und den aktuellen Temperaturen müssten auch die als trockenheitsverträglich kategorisierten Pflanzen regelmäßig bewässert werden. Zumindest solange, bis sie sich alleine durchsetzen können. Wolf meint, die Pflanzen müssten zweimal in der Woche gegossen werden. Allerdings auch der Grünanlage und den Pflanzen entsprechend. Er spricht von einem ordentlichen Wässern und nennt beispielhaft das Gießen der Kamille mit einem Sprühkopf. So könne das Wasser sukzessive in den Boden eindringen. Bei einem Bewässern mit dem Schlauch laufe das Wasser hingegen einfach nur in einem Rinnsal den Hügel hinunter. Wolf ist gleichwohl davon überzeugt, dass beispielsweise die Birken noch austreiben. Dies sei alles eine Frage der Zeit. (Rüdiger Koslowski)

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