Ausbruchsgefahr

Raunheimer Wild bekommt einen neuen Zaun

Der Zaun um die Wildgehege wird ausgetauscht. Das ist teuer, muss aber sein, damit die Tiere in dem beliebten Ausflugsziel nicht abhauen.

Kaum nähert sich jemand dem Zaun, flitzen schon grunzend die ersten Wildschweine herbei. Die Wildgehege im Wald der Stadt sind beliebte Ausflugsziele. Wildschweine und Rotwild dürfen gefüttert werden, was besonders Kindern einen Riesenspaß bereitet.

Die Zäune der vier Gehege hinterlassen allerdings keinen guten Eindruck. Die Drähte sind mitunter rostig und das Holz morsch. Deshalb will die Stadt umfangreich investieren und die Begrenzung ersetzen. „Wir sprechen über Kosten, die richtig wehtun“, räumte Bürgermeister Thomas Jühe (SPD) beim Bau-, Planungs- und Umweltausschuss ein. 280 000 Euro soll der Austausch der Anlage kosten.

Es ist ein massiver Stabgitterzaun vorgesehen. Die Fraktionen sprachen sich einstimmig für den neuen Zaun aus. Jühe erinnerte daran, dass es im Jahr 2001 politischer Wille der Stadtverordneten gewesen war, die Wildgehege dauerhaft zu erhalten. Die vier Gehege mit einer Gesamtfläche von 13,3 Hektar wurden vor über 40 Jahren angelegt. In zwei Gehegen leben Wildschweine, in den zwei weiteren Gehegen das Rotwild. Sie werden als Wechselgehege genutzt. Im Rhythmus von zwei Jahren wechseln die Tiere die Anlage. So erholen sich der Boden und die Pflanzen und es verringert sich die Gefahr eines Parasitenbefalls der Tiere.

Die Bedeutung der Gehege habe sich im Vergleich vor 40 Jahren erhöht, so Jühe. Raunheim habe schon damals früh auf die Tendenz der Urbanisierung und des zugleich wachsenden Bedürfnisses der Menschen, Natur, Wald und Wildtiere zu erleben, reagiert.

Die Wildgehege würden eine wichtige Funktion erfüllen, um den Natur-, Umwelt- und Artenschutz zu vermitteln. Die städtische Umweltpädagogin Karin Jechimer besuche mit den Kindertagesstätten und mit Schulkindern regelmäßig die Wildgehege.

Bei der Entwicklung

des neuen Stadtleitbildes sei zudem die Bedeutung der Gehege für Menschen mit Migrationshintergrund herausgearbeitet worden. In zahlreichen Ländern der Einwanderfamilien gebe es vergleichbare Waldstrukturen nur im geringen Umfang.

„Es macht Sinn, die Wildgehege zu erhalten und zu sichern“, betonte Jühe. Deshalb müsse eine artgerechte Haltung und die Sicherheit der Waldbesucher gewährleistet sowie Auflagen des Regierungspräsidiums erfüllt werden.

Der notwendige Wechsel des Schwarz- und Rotwildes sei derzeit wegen der kaputten Zäune nicht möglich. Außerdem könnten Ausbrüche nicht ausgeschlossen werden. In der Vergangenheit sei bereits öfters Wild ausgebrochen.

Die Stadt will deshalb ein engmaschiges Gitter anbringen. Dieses verhindere den Ausbruch von Tieren, aber auch Bissverletzungen. Die Population der Wildschweine sei derzeit ein wenig höher als zulässig, was aber in Wildgehegen üblich sei, informierte Jan Laubscheer, Leiter des Fachbereichs Bauen, Planen, Liegenschaften. Es sei jedoch nicht möglich, Tiere in dem Gehege einfach zur Strecke zu bringen.

Wenn die Jagdgenossenschaft Raunheim/Rüsselsheim ihr neues Domizil am ehemaligen Gelände des Geflügelzuchtvereins bezogen habe und eine Wildkammer bereitstehe, könnten jedoch Tiere geschossen werden.

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