Mit einem Kran werden die Yachten in das Hafenbecken gesetzt. Foto: Rüdiger koslowski
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Mit einem Kran werden die Yachten in das Hafenbecken gesetzt.

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Schwergewichte am Haken

Beim Raunheimer Yachtclub lassen die Kapitäne ihre Boote zu Wasser - Hoffen auf offene Häfen im Sommer

Es ist der zweite Arbeitseinsatz im Hafen des Yachtclubs Untermain binnen einer Woche. Unterschiedlicher hätten die Wetterbedingungen und die Stimmung, die mit ihm einherging, nicht sein können. Vor Wochenfrist war es beim Aufbau der Hafenanlage an der früheren Schleuse zum Frösteln kalt gewesen und es hatte immer mal wieder geregnet. Am Samstag dagegen passte das Wetter und machte Lust auf die ersten Bootsausflüge. Temperaturen über zehn Grad und Sonnenschein stimmten auch den Kranführer zufrieden.

Bernd Klingsporn hatte mit dem Ausleger die Sportboote von den Trailern zu heben und in das Hafenbecken zu setzen. Weil die Steganlage wegen der Hochwassergefahr den Winter über abgebaut ist, lagern die Kapitäne ihre Boote von Oktober bis April an verschiedenen Orten, unter anderem auch auf dem vereinseigenen Gelände in der Nähe des Hafens.

Alles läuft nach Plan

"Es läuft alles super", stellte Klingsporn fest. Wenn die Boote richtig in den Schlaufen hängen, können sie sicher angehoben und über den Kai geschwenkt werden. Für Klingsporn ist das sogenannte Bootekranen eine willkommene Abwechslung zum Berufsalltag.

Jörg Schmitt ließ sein Boot zwar noch im Lager, stand aber dennoch als Helfer auf dem befestigten Ufer. Er hatte sich ein Boot aus der amerikanischen Rennsportserie P1 zugelegt. Von diesen Booten wurden nur neun produziert, er hat eines davon. Allerdings ist er noch am Schrauben, das Boot ist noch nicht seetüchtig.

Schmitt ist seit zwölf Jahren Mitglied beim Yachtclub und half bereits bei etlichen Arbeitseinsätzen, die Boote in das Hafenbecken zu heben. Die Yachten hätten unterschiedliche Gewichte, erklärte er. Deshalb sei es wichtig, die Schlaufen der Tragegurte exakt an die gekennzeichneten Punkte am Rumpf anzusetzen. "Sonst geraten die Boote in Schieflage", gab er zu bedenken. Schmitt unterstützte den Kranführer mit einer Führungsleine, die den Transport des schwebenden Bootes absichert. "Es ist noch nie etwas passiert", berichtete er.

18 Boote wurden an diesem Vormittag zu Wasser gelassen, die die Kapitäne dann an die Stege im Innen- und Außenhafen fuhren. Yachten mit einer gewissen Länge dürfen nur im Außenhafen anlegen, informierte der kommissarische technische Leiter, Stefan Leinweber. Fange das Kribbeln bei den Mitgliedern bereits beim Hafenaufbau an, steige die Vorfreude auf den ersten Ausflug mit dem Kranen der Boote. "Das ist eigentlich der Saisonauftakt", sagte Leinweber.

Tour bis nach Straßburg

Michael Eggerding und seine Familie haben den Sommerurlaub bereits durchgeplant. Drei Wochen lang Straßburg hin und zurück, haben sie sich vorgenommen. Je nach dem, wie das Wetter mitspielt und ob die am Rhein gelegenen Häfen geöffnet haben, sagte er. Am Eicher See und am Kiefweiher sind Stops vorgesehen. Wenn diese Bootsreise nicht möglich ist, steht bereits ein Ausweichprogramm in die Auen des Lercher Loch fest.

Eggerding hofft, dass es mit dem Impfen vorangeht und dass der Aufenthalt im Sommer im Freien möglich sein wird. Seine Hoffnung begründet er mit den Aussagen der Wissenschaft, dass eine Ansteckung mit dem Virus im Freien kaum möglich sei. Im vergangenen Jahr, konnte sich Eggerding erinnern, seien einige Häfen offen gewesen. Dies hänge mit den aufgestellten Hygienekonzepten zusammen.

Dieter Täsler freute sich ebenfalls, endlich wieder auslaufen zu können. Er geht davon aus, dass es viele Anlegestellen gebe. Er will in diesem Sommer die Mosel befahren und auch das Ruhrgebiet ansteuern.

Seine Yacht war gerade eben auf das Wasser gesetzt worden. Er ist seit zehn Jahren im Verein. Das Bootekranen ist keine Hürde für ihn, "Man weiß, wo man anfassen muss", versicherte er. Die Kontrolle der technischen Geräte und Einrichtungen aber auch das Putzen standen im Anschluss auf dem Arbeitsplan. Rüdiger Koslowski

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