Auf dem Dach der Kita Wellenläufer sind 72 Module für die Photovoltaikanlage verbaut. So ähnlich soll es auch auf dem Dach der Kita Drachenland aussehen.
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Auf dem Dach der Kita Wellenläufer sind 72 Module für die Photovoltaikanlage verbaut. So ähnlich soll es auch auf dem Dach der Kita Drachenland aussehen.

Erneuerbare Energien

Stadt schöpft Potenziale für Solarenergie aus

Die Kita Drachenland erhält eine Photovoltaikanlage. Der erzeugte Strom wird selbst verbraucht.

Raunheim -Die Kindertagesstätte Drachenland im Pfarrer-Heyer-Weg wird in diesem Jahr energetisch saniert und erhält als zweite städtische Betreuungseinrichtung eine Photovoltaikanlage auf ihrem Dach, vermeldete jüngst die Stadt. Damit sei sie nach der Kita Wellenläufer die zweite Kita, die mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet wird.

Die Anlage werde die Süwag Grüne Energien und Wasser, eine Tochtergesellschaft des Energiekonzerns Süwag Energie, in Kooperation mit der Stadt Raunheim errichten, informiert die Stadtverwaltung.

Die Untermain Erneuerbare Energien GmbH habe alle Kindertagesstätten in Raunheim auf die Eignung von Photovoltaikanlagen untersucht. Das Unternehmen ist eine gemeinsame Gesellschaft der Städte Raunheim, Kelsterbach und der Süwag. Sie soll an Ort und Stelle erneuerbare und dezentrale Energieversorgungslösungen in Kooperation mit den Städten umsetzen.

Bei der Untersuchung wurden unter anderem die Beschaffenheit des Daches sowie die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen geprüft. Mittlerweile sei es in der Regel wirtschaftlich, den eigenerzeugten Strom direkt an Ort und Stelle zu verbrauchen, so die Stadtverwaltung. Grundsätzlich würden alle Dachflächen der öffentlichen Gebäude in Raunheim für eine Nutzung mit Photovoltaikanlagen zur Verfügung stehen, informiert Jan Laubscheer, der Leiter des Fachbereichs Bauen, Planen, Liegenschaften. Aufgrund technischer Aufbauten, der Ausrichtung und vorhandener Beschattung durch Bäume sei dies allerdings nicht überall möglich. Einige Potenziale gebe es allerdings noch.

Bau noch in diesem Sommer

Wegen der Verschattung habe beispielsweise die neue Kindertagesstätte Schwalbennest nicht wie ihr baugleicher Vorgänger Kita Wellenläufer ebenfalls eine Photovoltaikanlage erhalten. Derzeit werde nur für die Kindertagesstätte Drachenland und den Neubau der Feuerwehr eine Photovoltaikanlage geplant.

Als öffentliches Gebäude sei bisher das neue Rathaus mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet worden, so Laubscheer. Bei der Errichtung dieser Anlage seien wirtschaftliche Interessen allerdings eher untergeordnet gewesen, obwohl mit der Anlage durchaus Einsparungen generiert würden. Zielsetzung sei indessen vielmehr gewesen, ein Gebäude mit möglichst ökologischem Standard zu bauen.

Die Kita Drachenland soll ihre Photovoltaikanlage in diesem Sommer erhalten. Die Dachanlage ist noch in Planung, so Laubscheer. Die Anlage der Kita Wellenläufer habe 2019 rund 29 000 Euro gekostet. Dort seien in Ost-West-Ausrichtung insgesamt 72 Module mit einer Modulleistung von 280 Watt Peak verbaut worden. Auf dem Dach der Kita Drachenland soll wie schon auf dem Dach der Kita Wellenläufer eine Anlage mit einer Leistung von rund 20 Kilowatt Peak gebaut werden.

Emissionen einsparen

Beide Anlagen erzeugen jeweils jährlich rund 19 000 Kilowattstunden Strom, der direkt in der Kita verbraucht wird. Das entspricht einem durchschnittlichen Jahresstromverbrauch von elf Drei-Personen-Haushalten. Das lohne sich finanziell, sagt Bürgermeister Thomas Jühe (SPD). Denn etwa 80 Prozent des erzeugten Stromes werde in der Kita verbraucht, so Laubscheer. Die übrigen rund 20 Prozent könnten nicht verbraucht werden und würden in das öffentliche Netz eingespeist. Der Anteil sei jährlich stark schwankend.

Mit der Photovoltaikanlage werde zudem das Klima geschont, was noch wichtiger sei als die finanzielle Einsparung, betont Jühe. Die Photovoltaikanlagen der Kitas Wellenläufer und Drachenland würden jährlich rund 16 000 Kilogramm Kohlendioxidemissionen einsparen.

Die Anlage der Kita Wellenläufer habe rund 29 000 Euro gekostet, so Laubscheer. Die Süwag Grüne Energien und Wasser baue die Anlagen im Auftrag der Stadt, die diese kleinen PV-Anlagen im Rahmen der Sanierung finanziere. Für ein Verpachtungsmodell seien diese Dachanlagen zu klein. Für größere Anlagen mit einer Verpachtung (Besitz und Betrieb der Anlage gehen über eine Gesellschaft, Strom und Preisvorteil an den Kunden, Besitz geht nach etwa zwölf Jahren an den Kunden über) stehe die Bürgerenergiegenossenschaft zur Verfügung. Sie betreibe PV-Anlagen im Verpachtungsmodell für private und gewerbliche Nutzer . Rüdiger Koslowski

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