Zu diesem Zeitpunkt war die Welt des Tanzsports noch in Ordnung: Die Jugendklasse Charakter nahm Anfang März 2020 mit dem Tanz "Kong" bei einem internationalen Turnier in Kürnach teil.
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Zu diesem Zeitpunkt war die Welt des Tanzsports noch in Ordnung: Die Jugendklasse Charakter nahm Anfang März 2020 mit dem Tanz "Kong" bei einem internationalen Turnier in Kürnach teil.

Raunheimer Vereine und Corona

TSV-Tänzer hoffen auf normales Training

Der Vorstand diskutiert Alternativen im Freien - Komplette Abteilungsleitung hört auf

Die erste Jahreshauptversammlung der Tanzsportabteilung des Turn- und Sportvereins unter Corona-Bedingungen hatte einen positiven Effekt, wie Gremiumssprecherin Sabine Höpfner erfreut feststellte. Denn es schalteten sich 29 Teilnehmer zu. Höpfner sprach sogar von einem Rekord. Die Gesichter am Bildschirm zu sehen, ersetzt allerdings nicht den physischen Kontakt. Ebenso wenig wie das Online-Training. "Die sozialen Kontakte fehlen", stellte denn auch Höpfner fest.

Die Auswirkungen auf die Abteilung und den Sportbetrieb seien nach wie vor enorm. Im vergangenen Jahr sei die Jahreshauptversammlung ausgefallen, der Sportbetrieb sei komplett auf den Kopf gestellt worden. Training sei nur eingeschränkt oder gar nicht möglich gewesen. Sie zolle allen Beteiligten ihren Respekt, die trotz der angespannten Situation mit ihrem Engagement und Ideenreichtum Training möglich gemacht hätten, lobte Höpfner Trainer und Betreuer.

Die Abteilung hoffe nun, dass normales Training bald wieder möglich ist. Der Vorstand arbeite gerade an einem Konzept für ein Training im Freien mit den Jugendlichen unter 15 Jahren. Dabei sollen die Mädchen in Fünfergruppen trainieren. Der Dschungel an Vorschriften sei aber nicht einfach zu durchdringen.

Das städtische Ordnungsamt erkenne kein Problem, in Fünfergruppen beispielsweise am Mainufer zu trainieren, so Höpfner. Die Sorge nach dem Versicherungsschutz, wenn nicht in den Hallen trainiert werde, konnte Manuela Binder, die Vorsitzende des Turn- und Sportvereins, nehmen. Die Sportler seien versichert, auch außerhalb der Halle. Allerdings riet sie, dem Ordnungsamt die Trainingsstätte mitzuteilen, um Fragen aus dem Weg zu gehen.

Schüler sind ohnehin getestet

Binder sprach der engagierten Abteilung ihren großen Dank für deren Engagement aus. Es sei eine tolle Leistung, die Mitglieder bei Stimmung zu halten. Vielen Sportvereinen würden die jungen Mitglieder davonlaufen. Deshalb begrüße sie es, dass die Abteilung nun versuche, unter freiem Himmel zu trainieren.

So ganz verschont blieb die Tanzsportabteilung von Austritten nicht. Seit April vergangenen Jahres sprangen 30 Mitglieder ab, die Hälfte habe unter anderem neben Homeschooling nicht auch noch Online-Training machen wollen, so Höpfner. Die andere Hälfte sei die Folge von normaler Fluktuation. Es seien aber auch zehn Neuanmeldungen eingegangen, so dass aktuell 130 Mitglieder gezählt werden.

Eine Konferenzteilnehmerin äußerte sich zufrieden über ein mögliches Training unter freiem Himmel und teilte zugleich ihre Beobachtung mit, dass besonders bei den jungen Kindern die Begeisterung für das Online-Training langsam schwinde. Draußen wäre ein Training doch unproblematisch, meinte sie. Hinzu käme, dass die Kinder in der Schule einen Schnelltest durchführen müssten, somit also auch für das Training getestet seien.

Höpfner hofft unterdessen, dass bald auch die übrigen Altersgruppen mit dem Training loslegen können. Die sinkenden Inzidenzen ließen zumindest an ein normales Training denken. Bei allem Engagement, den Sportbetrieb der Tanzsportabteilung mit viel Kreativität am Leben zu erhalten, überbrachte Höpfner doch auch eine schlechte Nachricht. Im kommenden Jahr stünden Vorstandswahlen bei der Abteilung an. Das sechsköpfige Gremium, neben Höpfner gehören dem Birgit Kraemer, Martina Dombrowski, Yvonne Müller, Maike Feldmann und Jacqueline Karateg an, werde sich vollständig nicht mehr zur Verfügung stellen. Der allgemeine Grund: Die Töchter würden nicht mehr tanzen, die Verbindung zum Verein fehle, so Höpfner.

Suche nach Nachfolgern

Sie richtete jetzt schon den Appell an die Mitglieder, sich für die Abteilung zu engagieren. Der Vorstand freue sich über Bewerbungen. Sie sollten zeitnah eingehen, denn eine Einarbeitung halte sie für notwendig, so Höpfner.

Die Abteilungsvorsitzende wagte eine Vorausschau, einen Blick auf mögliche Veranstaltungen. "Auch wenn das ein Blick in die Glaskugel ist", wie sie feststellte. Für den 27. und 28. November setzte das Gremium den Kreativmarkt an. Für den 4. Dezember ist die Tanzgala mit Jahresabschluss geplant. Sollten Veranstaltungen schneller möglich sein, als derzeit absehbar, werde die Abteilung auch über weitere Veranstaltungen nachdenken. Rüdiger Koslowski

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