Mit einer Sondergenehmigung konnte Unitank mit dem millionenschweren Erweiterungsprojekt bereits beginnen.
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Mit einer Sondergenehmigung konnte Unitank mit dem millionenschweren Erweiterungsprojekt bereits beginnen.

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Unitank darf Tanklager am Binnenhafen erweitern

Drei Behälter mit einer Kapazität von je 40 000 Kubikmetern dürfen gebaut werden. Das 24 Millionen Euro teure Erweiterungsprojekt soll bis Ende dieses Jahres abgeschlossen sein.

Raunheim -Gute Nachrichten für Unitank: "Das Regierungspräsidium (RP) Darmstadt hat der Tanklager Raunheim GmbH genehmigt, die Anlage zur Lagerung von Mineralöl und flüssigen Mineralölerzeugnissen in Raunheim zu erweitern", vermeldet Nina Lipp, Pressesprecherin des Regierungspräsidiums. Die Genehmigung umfasse drei Tanks mit einer Kapazität von je 40 000 Kubikmetern für die Lagerung von Benzin samt der notwendigen Nebeneinrichtungen. Die Lagerung von Otto-Kraftstoff diene der Bevorratung.

Das Unternehmen Unitank habe die Genehmigung positiv aufgenommen, konstatiert Geschäftsführer Michael Herold auf Anfrage dieser Zeitung. Seitens der beteiligten Kreise wie Bürger und Gemeinden habe Unitank keine Nachfragen oder Einwände zum Ausbau erhalten.

Vorzeitiger Baubeginn

Bei der Planung und Ausführung des Projektes habe insbesondere das Thema Sicherheit im Vordergrund gestanden. Das Unternehmen sei sich seiner Verantwortung gegenüber der Umwelt und der Menschen bewusst. Dies habe sich bereits aus den Genehmigungsunterlagen ergeben. Deshalb sei es wohl zu keinen Einwänden gekommen, vermutet Herold.

Dass auf dem Gelände von Unitank bereits die Kräne arbeiten, obwohl noch keine Genehmigung vorlag, kann Herold erklären. Das Tanklager unterliege dem Bundes-Immissionsschutzgesetz, das die Genehmigung regelt. Dieses Regelwerk kenne auch die Zulassung des vorzeitigen Beginns. Damit könne die Behörde zulassen, dass schon vor der Erteilung der Genehmigung mit der Errichtung bestimmter Anlagenteile begonnen werden dürfe.

Bei dem vorzeitigen Beginn handle es sich um einen mit der Genehmigungsbehörde genau abgestimmten Bau von Teilanlagen. Zudem bestünden strenge Auflagen, wie beispielsweise die Verpflichtung zum Rückbau bei Nichtgenehmigung des Hauptantrags.

Bürgermeister Thomas Jühe (SPD) hatte die Erweiterung im Vorfeld positiv bewertet. Die Fraktionen SPD, CDU und FDP hatten übrigens keine Einwände gegenüber dem Vorhaben. Bündis90/Die Grünen hatten die Erweiterung zumindest kritisch beurteilt. Der BUND übte ebenfalls Kritik und wollte eine Einwendung einreichen. Diese sei jedoch nicht als Einwendung, sondern als Stellungnahme bewertet worden, so Lipp. Der BUND spricht in seinem Schreiben tatsächlich auch von einer Stellungnahme, nicht von einer Einwendung.

Bedenken in Bezug auf die Sicherheit

Gerhart Thallmayer vom BUND-Ortsverband Rüsselsheim/Raunheim sagt indessen, dass auch in früheren Fällen immer diese Formulierung verwendet worden sei und es bisher auch keine Probleme gegeben habe. Er sei durchaus enttäuscht und verärgert und wolle noch mit dem Landesverband des BUND Rücksprache halten. Thallmayer habe in seinem Schreiben Sicherheitsbedenken geäußert und den Klimaschutz herangeführt. Seine Fragen seien jedoch nicht beantwortet worden.

Das 24 Millionen Euro teure Erweiterungsprojekt soll bis Ende dieses Jahres abgeschlossen sein. Dann sollen die Tanks, die im nordöstlichen Teil der Geländes parallel zur dort verlaufenden Bundesstraße 43 entstehen, in Betrieb genommen werden.

Herold erklärt zur Bedeutung der Kapazitätserweiterung, dass nach dem Erdölbevorratungsverband (EBV) strategische Vorräte an Rohöl und Mineralöl-Produkte vorzuhalten und diese im Falle einer Krisensituation dem Markt zur Verfügung zu stellen seien.

Während der Trockenperiode des Jahres 2018 sei es in Folge der Niedrigwasserstände der Flüsse zu massiven Versorgungsproblemen insbesondere auch in der Rhein-Main-Region gekommen. Deshalb habe der EBV den Neubau von Benzintankraum ausgeschrieben. Unitank habe mit dem Tanklager Raunheim den Zuschlag erhalten.

Diese Verbesserung der Krisenvorsorge sei im öffentlichen Interesse, heißt es dazu weiter. Aber auch für das Unternehmen sei das Projekt von großer Bedeutung. Es stärke seine Position am Markt und sichere Arbeitsplätze. Für die beteiligten Unternehmen sei dieses Projekt aber auch in der aktuellen Lage ein erheblicher Faktor zur Sicherung ihres Fortbestandes. Es bedeute Arbeit für viele Menschen und setze auch ein wichtiges Zeichen, dass es trotz Corona in diesem Land weitergehe.

Rüdiger koslowski

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