Die Verkehrshelfer Hüsna Yilmaz, Nico Grandjean (Mitte) und Paul Brengel befestigen ein Hinweisschild an einem Sprinter. Foto: rko
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Die Verkehrshelfer Hüsna Yilmaz, Nico Grandjean (Mitte) und Paul Brengel befestigen ein Hinweisschild an einem Sprinter.

Ordnung

Verkehrshelfer kontrollieren die Parkzonen

Für den Bürgerparkausweis reservierte Stellflächen werden seit kurzem überprüft - es gibt aber keine Strafzettel.

Der Sprinter darf hier nicht abgestellt werden: Im Gebiet nördlich der Bahn zwischen Bahnhofstraße und Ringstraße in Raunheim gibt es zwar seit Einführung der Parkzonen und des Bürgerparkausweises keine Parkzeitbegrenzung. Aber es gilt ein Parkverbot für Sprinter und Lastwagen. Die drei Verkehrshelfer Nico Grandjean, Hüsna Yilmaz und Paul Brengel klemmen ein Hinweisschild hinter den Scheibenwischer, um den Fahrer auf sein Fehlverhalten aufmerksam zu machen.

Die Frau und die zwei Männer gehören zu rund 20 Verkehrshelfern, die seit ein paar Tagen die neu eingerichteten Parkzonen mit den verschiedenen Parkzeiten ablaufen, an Fahrzeugen ohne Parkscheibe einen Flyer mit dem Hinweis der geltenden Parkregeln befestigen und sie aufschreiben. Außerdem notieren sie die freien Parkplätze an den verschiedenen Tageszeiten.

"Ihre Aufgabe dient der reinen Information", betont Tobias Loy, der Fachbereichsleiter für Zentrale Dienste, Finanzen und fachbereichsübergreifende Aufgabensteuerung. Die Helfer verteilen also keine Strafzettel.

Sieben Fahrzeuge für eine Familie

Nico Grandjean befindet sich gerade in Kurzarbeit. Der 33-jährige Rüsselsheimer möchte die Zeit sinnvoll nutzen und sich etwas hinzuverdienen, denn die Stadt vergütet die Leistung mit einem Stundensatz von 10,74 Euro.

Hüsna Yilmaz studiert Soziologie und Politologie im vierten Semester. Die 22-jährige Raunheimerin begrüßt den Bürgerparkausweis und die Parkzonen. Im Gebiet der Ringstraße seien die Parkplätze knapp, nicht zuletzt wegen der Sprinter und insbesondere in den Abend- und Nachtstunden, weiß sie.

An diesem Vormittag hätten sie nicht viele Sprinter gezählt, berichten die drei Helfer. Naja, immerhin waren es nach zwei Stunden 20 Wagen, die in dem Gebiet unerlaubt geparkt wurden. Denn es gibt auf dem großen Parkplatz in der Ringstraße unweit des Kiosk am Garteneck Stellplätze für Sprinter. "Abends ist es bestimmt schlimmer", vermutet Grandjean.

Yilmaz selbst fährt noch kein eigenes Auto. Ihre Eltern wollen den Bürgerparkausweis beantragen, erzählt sie. Der Ausweis berechtigt die Raunheimer, in den Parkzonen über die Zeitbegrenzung hinaus zu parken.

Paul Brengel unterstützte die Stadt bereits bei anderen Gelegenheit und will auch bei dieser Aufgabe helfen. Der 78-Jährige hat bereits den Bürgerparkausweis. Er findet, dass die Gebühren in Höhe von 15 Euro für zwei Jahre durchaus tragbar seien.

Tobias Loy berichtet hingegen von Leuten, die sich wegen des Ausweises beschwerten, übrigens auch gegenüber den Verkehrshelfern. Deshalb sollten diese nicht alleine, sondern mindestens zu zweit oder zu dritt unterwegs sein. Zu erkennen sind sie an ihren gelben Westen. Loy erzählt von einer dreiköpfigen Familie, die sieben Fahrzeuge anmelden wollte. Erlaubt ist stattdessen jeweils ein Fahrzeug pro Familienmitglied.

Freundlich aufgenommen

Grandjean, Yilmaz und Brengel machten indessen bisher keine schlechten Erfahrungen. Sie seien zwar angesprochen und über ihre Aufgabe befragt worden. Alle Leute seien aber freundlich gewesen. Sie seien auch von dem Fahrer eines Sprinters angesprochen worden, als sie ein Hinweisschild befestigen wollten. Er habe die Information freundlich aufgenommen.

Die drei berichten, dass sie am Freitag bei ihrem ersten Einsatz bereits im Ringstraßengebiet unterwegs waren. Dabei hätten sie 350 freie Parkplätze gezählt. Das war allerdings zwischen 8 und 12 Uhr, wenn sich die Berufstätigen am Arbeitsplatz aufhielten.

Die Stadt wolle mit der Aktion die Autofahrer auf den Bürgerparkausweis und die Parkzonen hinweisen, so Loy. Sie sei zunächst auf 14 Tage angelegt. Dann werde entschieden, ob sie verlängert wird. Außerdem wolle die Stadt statistisch auswerten, wo sich freie Parkplätze befinden und inwiefern sich jetzt das Parkverhalten durch die Parkzonen im Stadtgebiet verlagert. Dann werde geprüft, ob die Parkzonen angepasst werden müssen.

Dass es jetzt während der Fußball-Europameisterschaft kein Public-Viewing gebe, komme der Untersuchung entgegen. Denn so seien die Anwohner nicht mit dem Auto unterwegs, sondern schauten sich die Spiele zu Hause an.

An den ersten Tagen seien im Durchschnitt 800 Hinweiszettel verteilt worden, schildert Loy. Es sei jedoch erkennbar, dass die Zahl rückläufig ist. Außerdem seien bislang 1000 Bürgerparkausweise ausgegeben worden. Rüdiger Koslowski

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