Nina Finkernagel freut sich auf die ersten Besucher des Heimatmuseums. FOTO: Koslowski
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Nina Finkernagel freut sich auf die ersten Besucher des Heimatmuseums.

Neustart

"Viele Menschen sind hungrig auf Kultur"

Das Heimatmuseum öffnet wieder seine Pforten - Sonderausstellung verlängert

Nina Finkernagel öffnet erst einmal die Fenster im Heimatmuseum. Während des Lockdowns und in den vergangenen Wochen war die Leiterin des Heimatmuseum nicht häufig dort. Deshalb blieben die Fenster häufig verschlossen und dann muffelt es in dem alten Gemäuer auch schon mal ein wenig. Da half es auch nicht, dass der Vorstand des Heimatvereins dort ab und an mal arbeitete.

Manchmal schaute Finkernagel nach dem Rechten, aber die Verwaltungsarbeit, die Planung für neue Sonderausstellungen und den Neustart des Heimatmuseums nach dem Lockdown ließen sich auch vom Schreibtisch aus im Rathaus erledigen.

Die ersten Gäste waren schon da

Finkernagel nimmt für das Gespräch mit dieser Zeitung an dem alten Magistratstisch Platz, auf dem die Konterfeis der früheren und des aktuellen Bürgermeisters abgebildet sind. Sie freut sich, dass sie das Museum endlich wieder öffnen kann. Die ersten Gäste waren sogar schon bei ihr zu Besuch. Die Kinder der Ferienspiele für die fünfte bis siebte Jahrgangsstufe waren vor einigen Tagen im Heimatmuseum. "Das waren die ersten Besucher in diesem Jahr", stellt sie lachend fest.

Die Ferienspielkinder hätten bereits in den Winterferien und dann in den Osterferien vorbeischauen wollen. Aber jedes Mal sei das Heimatmuseum wegen der Corona-Pandemie noch geschlossen gewesen.

Eigentlich hätte das Heimatmuseum bereits im Juni öffnen können. Aber weil im Juli regulär Sommerpause ist, sei entschieden worden, erst im August wieder die Ausstellung zu zeigen. Dann hätte es aber eigentlich wie gewohnt am ersten Sonntag eines Monats, also am 1. August, los gehen müssen. Aber aus organisatorischen Gründen des Heimatvereins, der die Gäste an den Sonntagen betreut, sei entschieden worden, am Donnerstag, 5. August, (14 bis 17 Uhr) zu starten, und dann wieder am Sonntag, 8. August, (10 bis 12 Uhr, 14 bis 17 Uhr) zu öffnen.

Finkernagel blickt auf die kommenden Monate voraus. Sie sei optimistisch, dass auch im September und Oktober das Museum geöffnet bleibe. Sie macht aber gleichwohl auch auf die wieder steigenden Inzidenzen aufmerksam.

Hygieneregeln müssen die Besucher freilich einhalten. Hier sticht insbesondere die Einschränkung hervor, dass sich in jedem Ausstellungsraum nur zwei Besucher gleichzeitig aufhalten dürfen. Das bedeutet aber bei zehn Räumen immerhin 20 Personen insgesamt. So viele Menschen würden eigentlich nicht gleichzeitig das Heimatmuseum besuchen, sagt Finkernagel.

Neues Konzept fruchtet

Gleichwohl hofft sie auf eine gute Resonanz. Jetzt liegt die Besucherzahl, abgesehen von den Ferienspielkindern, noch bei Null. Sie stellt aber fest, dass mit dem neuen Konzept des Heimatmuseums vor einigen Jahren ein guter Grundstock gelegt worden sei und auf eine große Resonanz gestoßen sei. "Das wird durch die lange Unterbrechung nicht zunichte gemacht", ist sich die Museumsleiterin sicher.

Zumal ihr die Besucherzahlen in der kurzen Zeit zwischen den beiden Lockdowns Recht zu geben scheinen. Dann da wurden immerhin 200 Personen gezählt.

"Viele Menschen sind hungrig auf Kultur", meint Finkernagel. Das Heimatmuseum sei zudem ein schönes Kleinod in einem historischen Haus - das Museum befindet sich einem ehemaligen Pfarrhaus, das im Jahr 1750 erbaut worden ist. Die Ausstellung sei nicht überladen. Dennoch könne der Besucher dort drei Stunden verbringen, aber auch in einer halben Stunden alles gesehen haben. Gerade für Familien mit Kindern sei das ideal.

Das Museum sei für Raunheimer und Ortsfremde gleichermaßen interessant. Gerade wer sich auch für andere Heimatmuseen interessiere, habe die Möglichkeit, Vergleiche zu ziehen.

Die Sonderausstellung der drei Raunheimer Künstler mit Eindrücken über den Ort ist übrigens nach wie vor zu sehen. Ausstellungseröffnung war zwar bereits im November vergangenen Jahres. Aber durch die Schließungen hatten Besucher kaum Gelegenheit, sich die Werke und Ansichten anzuschauen. Finkernagel plant auch schon die nächste Sonderausstellung, ebenfalls unter Beteiligung der Bevölkerung. Das habe sich schon einmal bewährt.

Sie kann sich eine Fotoausstellung vorstellen. Das Thema sei noch nicht offen, werde aber sicher mit der Stadt in Verbindung stehen. Dann sei die Identifikation mit der Ausstellung gegeben. Andere Ideen für Sonderausstellungen seien noch nicht spruchreif.

Rüdiger Koslowski

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