Bei Tobias Loy laufen die Fäden zur Vorbereitung der Kommunalwahl und der Wahl des Ausländerbeirats zusammen.
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Bei Tobias Loy laufen die Fäden zur Vorbereitung der Kommunalwahl und der Wahl des Ausländerbeirats zusammen.

Kommunalwahl

Wahlleiter Tobias Loy vermutet einen Anstieg der Briefwähler

In Raunheim leben rund 11 000 Wahlberechtigte. Die Stadt rechnet damit, dass sich etwa die Hälfte davon für die Briefwahl entscheidet.

Raunheim -Bei der Kommunalwahl am 14. März bewerben sich mit SPD, CDU, FDP und Bündnis90/Die Grünen vier Parteien sowie mit dem Forum Neues Raunheim und den Freien Wählern Raunheim zwei Gruppierungen um die Gunst der Wähler. Die Parteien stellen bereits Fraktionen für die Stadtverordnetenversammlung. Das Forum Neues Raunheim hatte einen Stadtverordneten, der währen der Legislaturperiode zur SPD wechselte. Die Freien Wähler Raunheim bewerben sich erstmals bei einer Kommunalwahl.

Die Listen müssten am morgigen Mittwoch in einer öffentlichen Sitzung im Bürgersaal (18.30 Uhr) noch offiziell bestätigt werden, informiert Wahlleiter Tobias Loy in einem Gespräch mit dieser Zeitung. Bis zum jetzigen Zeitpunkt gibt es in Raunheim rund 11 000 Wahlberechtigte. Die Zahl könne sich bis zum Wahltag durch Wegzug und Zuzug allerdings noch ändern.

Von Februar an können die Wähler Briefwahlunterlagen beantragen. Dies ist übrigens selbst noch am Wahltag möglich. Allerdings müssen die Unterlagen auch rechtzeitig bis zur Schließung der Wahllokale eingereicht werden.

"Wir vermuten einen deutlichen Anstieg der Briefwähler", sagt Loy. Grund sei die Corona-Pandemie und die Vermeidung der Kontakte. Bei der letzten Kommunalwahl lag die Wahlbeteiligung mit 3804 abgegebenen Stimmen bei 36,9 Prozent. Darunter befanden sich 661 Briefwähler.

Ausreichend Unterlagen vorrätig

Jetzt will die Stadt gleich 4000 Briefwahlunterlagen bestellen. Es werde mit einem Anteil von etwa 50 Prozent Briefwählern gerechnet. 4000 Briefwahlunterlagen mögen auf den ersten Blick abwegig klingen. Aber Loy betont, dass grundsätzlich von der Stimmabgabe aller Wahlberechtigten ausgegangen werden müsse. Zudem würden unbeschriftete Briefumschläge bestellt, die später anderweitig verwendet werden könnten. Die Stimmzettel müssten ohnehin bestellt werden. Wegen der erwarteten hohen Zahl an Briefwähler werde eventuell der Wahlvorstand des zehnten Wahlbezirks, mithin des Briefwahlbezirkes, vergrößert. Die zehn Wahlbezirke seien üblicherweise mit jeweils sechs Personen besetzt. Weil es keine großen Verschiebungen bei der Zahl der Einwohner gegeben habe, seien auch keine Veränderungen bei den Wahlbezirken notwendig. Dem Wahlleiter steht ein Pool von Helfern aus der jüngsten Kommunalwahl zur Verfügung. Zudem hätten Parteien ihre Mitglieder angesprochen. Die Verwaltung habe außerdem einen Aufruf gestartet.

Die Wahl für den Ausländerbeirat ist ebenfalls am 14. März. Deshalb werde es auch nicht wie bei der vergangenen Wahl nur einen Wahlbezirk im Bürgersaal geben, so Loy. Vielmehr seien die Wahlbezirke dieses Mal die gleichen wie bei der Kommunalwahl. Denn einige Menschen seien für beide Wahlen zur Stimmabgabe berechtigt. Die Wähler erhalten von der Stadt eine Nachricht über ihren Wahlbezirk. Aktuell sind für die Ausländerbeiratswahl rund 5000 Menschen wahlberechtigt. 2015 waren es etwa 1000 weniger.

Bei Loy haben vier Listen ihre Wahlunterlagen eingereicht. Das sind mit der "Internationalen Solidarität" und der "Raunheimer Union Liste" zwei Listen, die sich bereits bei der vergangenen Wahl bewarben, sowie mit den Freien Wählern Raunheim (die auch bei der Kommunalwahl antreten) und der "Liste für Vielfalt" zwei neue Bewerber.

Auszählen dauert bis Mittwoch

Am Wahlabend habe bei der Auszählung die Kommunalwahl Vorrang, so Loy. Dabei werden nur die Kreuze gezählt, die für eine komplette Liste abgegeben wurden. Kumulierte und panaschierte Stimmen sowie die Stimmzettel für die Ausländerbeiratswahl werden erst am Montag, Dienstag und Mittwoch ausgezählt. Für die Verwaltungsmitarbeiter sei wegen des "Zählmarathons" schon jetzt eine Urlaubssperre ausgesprochen worden, so Loy.

Zum Thema Wahlwerbung in Corona-Zeiten äußert sich der Wahlleiter nur zurückhaltend. Die Parteien seien frei in ihrer Entscheidung, wie sie unter Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln Wahlwerbung betreiben. Den Einsatz von Infoständen sehe er allerdings kritisch. Er rechne eher mit einem Einsatz von Großplakaten, von Flyern und den sozialen Medien.

Rüdiger Koslowski

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