Entlang der Kelsterbacher Straße soll der Randsteifen an den Bahngleisen neu gestaltet werden, zeigt Bürgermeisters Thomas Jühe. Fotos: Rüdiger Koslowski
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Entlang der Kelsterbacher Straße soll der Randsteifen an den Bahngleisen neu gestaltet werden, zeigt Bürgermeisters Thomas Jühe.

Entwicklung

Was Jühe jetzt anpacken will

Rundgang mit Bürgermeister Thomas Jühe durch die Stadt: Welche Projekte anstehen, wie Raunheim sich weiter entwickeln soll.

Die neue Legislaturperiode hat begonnen. Doch welche Projekte will die Verwaltung, was will Bürgermeister Thomas Jühe (SPD) als nächstes umsetzen? Und was hat er bereits realisieren können? Der Rathauschef zeigt seine Prioritäten bei einer Rundfahrt durch die Stadt.

"Das ist ein ganz wichtiges Projekt", betont Jühe bei der ersten Station am Bahnhof. Die Achse, neue Stadtmitte mit dem Rathaus über das Entree Bahnhof bis hin zum Gewerbegebiet "Airport Garden" auf der südlichen Seite der Bahn sowie dem Hotel und dem Supermarkt auf der nördlichen Seite der Bahn, sei städtebaulich aus einem Guss, weil aus dem selben Material geschaffen. "Diese Achse macht deutlich, dass Raunheim eine frische aufstrebende Stadt ist", bewertet Jühe das Ergebnis der städtebaulichen Maßnahme. Raunheim sei bisher eher als entwicklungsbedürftig wahrgenommen worden, inzwischen seien Einheimische und Besucher begeistert von der Gestaltung.

Der passionierte Gärtner freut sich insbesondere über die Gestaltung des Randstreifens in der Karlstraße auf dem Weg zum "Airport Garden". Geh- und Radweg kombiniert mit Grün erfreuen tatsächlich das Auge. Zuvor nur wilde Robiniengruppen wurden in die Wegegestaltung miteingebunden. Umso mehr Handlungsbedarf besteht dagegen für den Randstreifen an der Bahn entlang der Kelsterbacher Straße ab Einmündung Frankfurter Straße bis zum Christoph-Probst-Kreisel. Deshalb soll noch in diesem Jahr die Planung aufgenommen werden.

Abstellfläche für Fahrzeuge

Dort liegt die Bahnstrecke ohne Sicherheitsbegrenzung frei. Das Problem sei, auf dem knappen Streifen die Belange der Bahn zu berücksichtigen, so Jühe.

Ein Zaun und Begrünung sollen den Zugang zu den Gleisen sichern und den Streifen aufwerten. Zudem solle geprüft werden, ob die Straße verengt werden könne und somit Platz für ein Radweg bleibe. Missliche Punkte seien für die Stadt zwei Grundstücke in der Kelsterbacher Straße, die von dem Paketdienst DPD erworben wurden. Auf der einen Fläche sei durchaus ein Parkhaus möglich. Bisher diene sie jedoch als Abstellfläche für Transportfahrzeuge.

Auf dem anderen Grundstück wolle der Paketdienst eventuell Teile der Unternehmensverwaltung in einem neuen Gebäude unterbringen. Dies würde auch den Ertrag an Gewerbesteuer erhöhen. Bisher stehen dort ebenfalls nur Fahrzeuge.

Entlang der Frankfurter Straße wolle die Stadt "am liebsten alles kaufen", so Jühe. Das Gewerbegebiet entstand Ende der 1980er/Anfang der 1990er Jahre. Die Stadt will die Flächen neu entwickeln und auf den Markt bringen, es sei rentabel weiterzuverkaufen. "Das Gebiet eignet sich hervorragend für einen Bürostandort und für Gastronomie", meint Jühe.

Keine Optionen habe die Stadt beim Hochhaus in der Kelsterbacher Straße. Das in den 1960er Jahren gebaute Haus müsste eigentlich abgerissen werden. Die Wohnungen befinden sich jedoch im Besitz von verschiedenen Eigentümern.

Tempo 10: "Das wird Konflikte geben"

In der Frankfurter Straße und Mainzer Straße weist der Bürgermeister auf das Verkehrs- und Mobilitätskonzept hin, das die Stadtverordneten nicht nur in dieser Legislaturperiode beschäftigen werde. Hier entsteht die Shared-Space-Fläche mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 10. "Das wird Konflikte geben", weiß Jühe. Einen Zeitplan gebe es zunächst wegen der Corona-Pandemie nicht. "Es wäre vermessen, jetzt Investitionen einzustellen", sagt Jühe. Der Startschuss falle erst dann, wenn wieder Einnahmen in die Kasse fließen würden.

Eine Herzensangelegenheit ist dem Rathauschef das Bildungskonzept Raunheim, in dessen Rahmen nun auch Kindertagesstätten saniert beziehungsweise neu gebaut wurden. Jühe ist begeistert von der Kita-Anlage zwischen der Oder- und der Weserstraße, wo sich inzwischen bereits drei Kitas befinden. "Das sind kurze Wege für die Eltern", sagt er und bringt das Elternkonzept mit ins Spiel. Diese würden nicht nur von der Nähe der Kitas, sondern auch von dem Inhalt des Konzeptes profitieren. Auch der benachbarte Spielplatz soll aufgepeppt werden. Hierfür seien bereits Spielgeräte bestellt.

Entlang der Lache geht Jühe auf das Biodiversitätskonzept ein. Dort werde nur noch ein bis zwei Mal im Jahr gemäht, um die Artenvielfalt zu erhöhen. Die Bevölkerung habe sich inzwischen an den Anblick des hohen Grases gewöhnt. Kritik an nicht gemähten Flächen aus der Bevölkerung heraus werde entgegen getreten. Mit Obstbäumen werde dort zudem an den früheren Charakter des Areals erinnert. Rüdiger Koslowski

Biodiversitätskonzept an der Lache: Hier wird nur ein bis zwei Mal im Jahr gemäht. Und das soll so bleiben.

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