Lehrer und Schüler freuen sich über den Erfolg der Aktion "Zu Fuß zur Schule". FOTO: rko
+
Lehrer und Schüler freuen sich über den Erfolg der Aktion "Zu Fuß zur Schule".

Pädagogik

Wer zu Fuß zur Schule kommt, wird belohnt

Obwohl Kinder gerne laufen, fahren die Eltern ihren Nachwuchs bis vor die Tür

Stolz recken die Mädchen und Jungen die Pokale in die Höhe und zeigen ihre Urkunden. Jeweils zwei Kinder der Klassen 1d, 2g, 3a und 4b haben sich vor dem Haupteingang mit ihren Klassenlehrern der Pestalozzischule versammelt. Auch die kommissarische Schulleiterin Barbara Kessler sowie Aline Wüst, die stellvertretende Ganztagskoordinatorin nehmen am Fototermin mit der Presse teil.

Vier Klassen haben bei der Aktion "Zu Fuß zur Schule" die meisten Stempel erhalten. Zum Pokal und zur Urkunde gab es noch für jedes Kind in der Klasse eine Zwei-Wege-Lupendose. Das Spielzeug bekamen übrigens auch die Kinder der anderen 34 beteiligten Klassen. Schüler, die in den beiden Wochen vom 7. bis 18. Juni täglich zu Fuß zur Schule kamen, erhielten dafür jeden Tag einen Stempel, erzählt Wüst. Sie leitet die Aktion federführend.

Delia und Mert sind die auserwählten Vertreter der Klasse 4b, die sich mit dem Pokal und der Urkunde fotografieren lassen dürfen. Delias Schulweg ist nicht allzu weit, erzählt ihr. Das Laufen mache Spaß. Sie läuft mit Freundinnen, unterhalten sich unterwegs darüber, wie der Tag wohl werde.

Kooperation mit der Stadt

Merts Schulweg dagegen ist ein wenig länger. Sein Elternhaus befindet sich im östlichen Teil der Stadt. Er nimmt den weiten Weg auch bei Regen auf sich, erzählt er. Manchmal fährt Mert auch mit dem Fahrrad.

Die Aktion "Zu Fuß zur Schule" wird bereits seit 2018 in Kooperation mit der Stadt durchgeführt. Kinder sollen animiert werden, nicht von den Eltern zur Schule gefahren zu werden. Wüst hält mit ihrem Eindruck nicht hinter dem Berg. Im Bereich des Haupteingangs der Pestalozzischule, der Ringstraße, gebe es massive Probleme. Dabei hatte die Stadt doch gehofft, dem hohen Aufkommen der Elterntaxis mit der Umgestaltung des Platzes an der evangelischen Kirche und an der Grundschule Herr zu werden.

Während der Stempelaktion habe sich die Situation ein wenig verbessert. Das gleiche beobachte sie auch, wenn die Polizei vor Ort die Zufahrt kontrolliert, berichtet Kessler. Am Parkplatz am Hallenbad, wo die Hälfte der Parkplätze den Lehrkräften zur Verfügung steht, sei die Situation ähnlich schlimm, berichtet Kathrin Hahn, die Klassenlehrerin der Klasse 4b. Während der Corona-Zeit und dem Wechselunterricht sei das Verkehrsaufkommen nicht so schlimm gewesen, so Hahn. Da hätten sich die Elterntaxis verteilt. Auf Hinweise des Schulpersonals würden die Eltern teilweise dreist reagieren. Dabei würden sie bereits bei der Einschulung darauf hingewiesen, dass die Elterntaxis nicht erwünscht sind. Zudem würden die Eltern gebeten, doch vor der Einschulung den Schulweg zu üben.

Sauerstoff und Bewegung

Was hören die Lehrer häufig von den Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen? Zum einen hätten sie tatsächlich Angst, dass ihren Kindern etwas auf dem Schulweg passiert. Zum anderen würden sie ihre Kinder auf dem Weg zur Arbeit an der Schule absetzen.

Die Kinder jedenfalls würden gerne zur Schule laufen, weiß Wüst. Auch die Aktion habe den Mädchen und Jungen sehr viel Spaß bereitet. Sie führt einmal mehr die Vorteile an, die die Kinder haben, wenn sie zu Fuß zur Schule laufen. Die Mädchen und Jungen könnten sich auf dem Schulweg mit den Klassenkameraden auf die Schule einstimmen und auf die Schule freuen. Sie tanken Sauerstoff und bewegen sich. Ohne die Eltern in die Schule zu gehen, stärke außerdem das Selbstbewusstsein der Kinder, so Wüst abschließend.

Rüdiger Koslowski

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare