Eric Zahari und Ute Herzer sind treue und langjährige Vereinsmitglieder. FOTO: Koslowski
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Eric Zahari und Ute Herzer sind treue und langjährige Vereinsmitglieder.

Porträt

"Wir hatten eine wunderbare Zeit beim TSV"

Der Turn- und Sportverein ehrt Ute Herzer und Erich Zaharif für ihre langjährige Mitgliedschaft

Rechnet man die Jahre ihrer Mitgliedschaft zusammen, sind Ute Herzer und Erich Zahari schon ein langes Menschenleben beim Turn- und Sportverein (TSV). Zusammen sind die beiden rüstigen Senioren 90 Jahre Mitglied im Verein. Ute Herzer übertrifft Erich Zahari dabei noch um zehn Jahre. Denn die 78-jährige Frau hält dem Verein bereits ein halbes Jahrhundert die Treue. Der gleichaltrige Senior war immerhin schon vor 40 Jahren dem TSV beigetreten. Beide langjährigen Mitglieder wurden bei der Jahreshauptversammlung von der Vorsitzenden Manuela Binder geehrt.

Ute Herzer kann sich noch gut erinnern, warum sie vor 50 Jahren zum TSV gestoßen war, war sie doch schon eine erwachsene Frau.

Kontakte knüpfen im Verein

1971 zog die Familie dem Arbeitsplatz ihres Mannes wegen aus Wiesbaden nach Raunheim. Er war am Frankfurter Flughafen beschäftigt. "Raunheim hatte uns damals gefallen, es war eine junge aufstrebende Stadt", blickt Herzer gerne zurück. Sie wollte sich mit irgendetwas beschäftigen und dachte, ein Sportverein sei genau das richtige, um Kontakte zu knüpfen. Mit ihrem jüngsten und zweiten Kind, dem zweijährigen Sohn, schloss sie sich dem Kinderturnen an. Sie selbst wählte die Frauengymnastik für sich. Leistungssport habe sie nicht treiben wollen, aber sie wollte fit bleiben, sagt sie.

In der Gruppe sei sie gut aufgenommen worden. Eine gelungene Integration in so einer Gruppe liege aber auch an einem selbst, lässt sie ihre eigene Kontaktfreudigkeit nicht aus dem Spiel. Aus dem Schöppchen nach der Gymnastikstunde entwickelten sich Freundschaften.

Beim Kinderturnen half sie selbst fünf Jahre als Betreuerin mit. Für die Gestaltung der Turnstunden besuchte sie sogar Lehrgänge. Bei der Frauengymnastik ist sie heute noch dabei. Die ausgefallenen Trainingseinheiten zwei Mal wöchentlich während des Lockdowns hätten ihr sehr gefehlt, sagt Herzer. Sie ist froh, ihre Sportskameradinnen wieder zu sehen, denn auch die Gemeinschaft habe sie vermisst.

Herzer bedauert, dass sich der Gymnastikstunde nicht Frauen mit Migrationshintergrund anschließen. Es würden immer mal wieder Frauen vorbeischauen, aber leider nicht dabeibleiben.

Dabei sei das Angebot doch ideal, weil sich an der Gymnastikstunde eben nur Frauen beteiligen würden. Herzer selbst ist jedenfalls stolz, 50 Jahre Mitglied beim TSV zu sein. "Wer hält das schon durch?", fragt sie. Erich Zahari braucht noch zehn Jahre, bis es bei ihm so weit ist. Er trat dem TSV in einem Alter von 38 Jahren bei, also relativ spät, wie er feststellt. Die Skiabteilung war der Anlass. Iris und Dieter Fuchs, er ist heute noch Sportkoordinator des TSV, waren Abteilungsleiter und mit der Familie Zahari befreundet. Erich Zahari und seine Frau wollten ebenfalls Ski fahren.

"Das war eine wunderbare Zeit", erinnert sich der 78-Jährige gerne an die Ski-Ausflüge nach Österreich zurück, auch in die Schweiz ging es. Er habe das Skifahren erst mit dem Beitritt in die Abteilung gelernt. Die Abfahrt habe einen Riesenspaß gemacht, erzählt er lachend.

Nach acht Jahren nahmen die Ski-Ausflüge allerdings ein jähes Ende. Denn seine Frau konnte aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr auf die Bretter steigen und musste darauf verzichten, die Piste hinunterflitzen.

Vom Sport verabschiedet

Zahari begann, innerhalb des TSV bei Walter Felders Lauf-Treff mitzumachen. Er habe ohnehin am Waldrand gewohnt und sei häufig spazieren gegangen. In Sachen Geschwindigkeit legte er beim Laufen noch eine Schippe drauf.

Vor einigen Jahren habe er sich dann vom Sport verabschiedet und sich dem Holzschnitzern der Volkshochschule angeschlossen, sagt er. Dieses Hobby sei sehr empfehlenswert für Rentner, dabei finde er Ruhe und kreative Beschäftigung. Nach der langen Corona-Pause freue er sich, jetzt wieder in der Gruppe das Holz bearbeiten zu können.

Zahari blieb aber förderndes Mitglied des TSV. "Ich will den Verein unterstützen. "Der Verein ist doch froh über jedes Mitglied", sagt er. Der TSV liege ihm am Herzen. Es sei gut dass es Sportvereine gebe. Er ziehe den Hut vor den Menschen, die einen Verein ehrenamtlich führen.

Neben den beiden wurden auch noch andere langjährige Vereinsmitglieder geehrt: Frank Andersch, Inge Jungbluth, Volker Spreitzer (alle 15 Jahre Vereinsmitglied), Maurizio Gianella, Sandy Müller, Herbert Unterwieser und Heinz-Peter Walter (alle 25 Jahre Vereinsmitglied).

Rüdiger Koslowski

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