Knuffige kleine Babys: Helga Horn freut sich über den knuffigen Yorkie-Nachwuchs, die so winzig sind, dass sie sie noch mit zwei Händen in die Kamera halten kann. Foto: Rüdiger KOslowski
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Knuffige kleine Babys: Helga Horn freut sich über den knuffigen Yorkie-Nachwuchs, die so winzig sind, dass sie sie noch mit zwei Händen in die Kamera halten kann.

Tierisch

Züchterglück in Corona-Zeiten

Bei Helga Horn in Raunheim haben vier Yorkshire-Terrier-Welpen das Licht der Welt erblickt. So sehr es die Besitzerin schmerzt: In acht Wochen werden sie abgegeben.

Süß, knuddelig, kuschelig und einfach nur zum verlieben sind die vier Welpen, die sich in dem geräumigen Käfig rollen, knuffen und schubsen. Sie geben beim herumtollen leise Fiepslaute von sich. Diese Welpen sollen wirklich Yorkshire-Terrier sein? Sie sehen eher aus, wie winzige Rottweiler.

Nein, Züchterin Helga Horn schüttelt lachend den Kopf. Olivia, Olga, Oskar und Ole sind tatsächlich Yorkies. Sie sind gerade einmal vier Wochen alt, am 14. März erblickten sie das Licht der Welt. Olivia um 00.05 Uhr, Ole um 00.15 Uhr, Olga um 1.15 Uhr und Oskar um 2.15 Uhr - Horn nennt die Uhrzeiten wie aus der Pistole geschossen. Diese Zeitung wollte eigentlich schon kurz nach der Geburt über den Nachwuchs berichtet. Aber da hätte Hundemama Nala nicht mitgespielt, sagte Horn. Die kleinen Welpen und Nala hätten zunächst mal ihre Ruhe gebraucht.

Und warum schauen die süßen Fellnasen mit ihrem glatten und kurzen Fell nicht schon aus wie Yorkshire-Terrier? Das typische stahlblaue Haar wachse erst ab dem dritten und vierten Lebensmonat, erklärt die Züchterin. Sie unterstützte die Hündin bei der Geburt der vier Welpen. Die kleinen Hunde und das Muttertier schafften das zwar alleine, Helga Horn öffnete aber die Fruchtblase und durchtrennte die Nabelschnur. Darin hat sie bereits viel Erfahrung, war dies doch der 15. Wurf, den sie mit einer ihrer Hündinnen erlebte. Nala bekam allerdings das erste Mal Nachwuchs.

Fellzeichnung hilft beim Unterscheiden

Die Welpen aus einem Wurf erhalten bei Horn immer Namen mit den gleichen Anfangsbuchstaben. Dabei geht sie alphabetisch vor. Deshalb beginnen alle Namen der vier süßen Fellknäule mit einem O. Es ist gar nicht so einfach, die kleinen Wusel auseinanderzuhalten. Horn erkennt sie an unterschiedlichen Flecken am Hals. Aber sie hat ihnen auch verschiedenfarbige Halsbänder angelegt: Olivia ein lilafarbiges, Olga ein rosafarbiges, Oskar ein grünes und Ole ein blaues Halsband.

Helga Horn züchtet mit einer berufsbedingten Unterbrechung seit 1987 Yorkshire-Terrier. Der Zwingername, der für reinrassige Tiere vergeben wird, lautet "von Ruwenheim" in Anlehnung an einen früheren Namen Raunheims. Horn kam über die in Raunheim lebende frühere Vorsitzende der Ortsgruppe Rhein-Main des 1. Deutschen Yorkshire-Terrier-Clubs, Karin Stark, zur Zucht. "Schäferhunde wären zu groß. Yorkies sind eine kleine und handliche Rasse", sagt sie lachend. Sie reize es, den Nachwuchs zu sehen, zu erleben, wie die Welpen das Licht der Welt erblicken.

Yorkshire-Terrier würden einmal im Jahr werfen. Üblich seien durchaus vier bis fünf Welpen bei einem Wurf, berichtet Horn. Manchmal bekomme die Mutter aber auch nur einen Welpen. Die vier Kleinen seien bereits für neue Besitzer reserviert. Noch aber befinden sie sich in Horns Obhut. Beziehungsweise nimmt sie die Mutter unter ihre Fittiche. Bis zur dritten Lebenswoche säugen die Welpen an der Mutter, dann führt Horn ihnen Welpenmilch zu und sie erhalten Welpennassfutter. So werden die jungen Hunde langsam an feste Nahrung gewöhnt.

Das Schmusen vergessen die 67-Jährige und ihr 15-jähriger Enkel Tom natürlich auch nicht. Aber ebenso wichtig sind die Gewichtskontrolle und die Impfung. Mit einem Alter von zwölf Wochen werden sie dann an die neuen Halter abgegeben. Helga Horn achtet genau darauf, in welche Hände sie ihre kleinen Schützlinge gibt. Sie macht sich ein Bild von den neuen Besitzern, trifft sich mit ihnen und lässt sich Bilder vom neuen Zuhause ihrer Welpen zeigen. "Sie sollten einen Garten haben, denn Yorkies sind schon ziemlich lebhaft", weiß Horn. Meistens sind die Käufer über 50 Jahre alt.

Kaum Ausstellungen wegen Corona

Freilich schmerzt es sie, die kleinen Hunde abzugeben. Aber sie wisse, dass sie als Züchterin nicht alle Hunde behalten könne. Zudem halte sie Kontakt zu Frauchen und Herrchen und möchte über die Entwicklung der Hunde informiert werden.

Bevor sie mit einer Hündin eine neue Zucht starten kann, muss das Tier mindestens zwei erfolgreiche Zuchtausstellungen besucht haben. Das fällt wegen der Corona-Pandemie nicht leicht, denn viele Ausstellungen wurden im vergangenen Jahr abgesagt. Eine Ausstellung in Siegen konnten sie mit Nala noch besuchen. Die zweite Bewertung wurde bei Tanja Gruber, Preisrichterin und Vorsitzende der Ortsgruppe Rhein-Main, im Garten durchgeführt. Horns Nala wurde zwei Mal mit der Note vorzüglich bewertet, mithin die beste Bewertung. Rüdiger Koslowski

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