Die "Bad Rabbits": Mia, Stefanie Schäfer, Chris Schäfer, Sebastian Breu, Christine Breu und Lea (von links).
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Die "Bad Rabbits": Mia, Stefanie Schäfer, Chris Schäfer, Sebastian Breu, Christine Breu und Lea (von links).

Vereine

Zwei harte Kerle entdecken ihre sanfte Seite

"Bad Rabbits", Chris Schäfer und Sebastian Breu, sind Pächter bei den Kaninchenzüchtern

Die "Bad Rabbits" sind nicht etwa eine Rapper- oder eine Hip-Hop-Gruppe, die in Raunheim dem jungen Publikum einheizt. Nein, die "Bad Rabbits" sind eine Zuchtgemeinschaft. Das sind Chris Schäfer und Sebastian Breu. Und die beiden 38- und 40-jährigen Männer züchten, wie es der Name bereits verrät, Kaninchen.

Dabei passen die beiden Männer mit ihren Bärten und Tätowierungen so gar nicht in das klischeebehaftete Bild eines Kaninchenzüchters. Es sind gleichwohl liebenswerte Typen, die sich rührend um ihre Kaninchen kümmern und den Vorsitzenden des Kaninchenzuchtvereins H96, Hubert Kern, glücklich machen. Denn Schäfer und Breu züchten nicht nur Kaninchen und sind Mitglied bei dem Verein, sondern nutzen auch noch die Zuchtparzelle und das Zuchtgelände des Vereins, was immer sein großer Wunsch war. Die letzten beiden Pächter hatten die Parzellen schon vor einiger Zeit aufgegeben.

Parzellen in schlechtem Zustand

Die beiden Männer sind über einen Bericht in der Presse darauf gestoßen, dass der Kaninchenzuchtverein nicht nur Züchter, sondern auch Pächter für die Zuchtanlage sucht. "Das wäre doch super als Freizeitausgleich", hatten sie sich gedacht. Breu verdient seinen Lebensunterhalt bei einem Immobilienverwalter, Schäfer betreibt ein Tätowierstudio.

Auf der Homepage der Stadt suchten sie nach Informationen über den Verein und setzten sich mit Kern in Verbindung. Dann begutachteten sie erst einmal die Zucht des Vorsitzenden, um sich dann die Zuchtanlage des Vereins anzuschauen. "Die Parzellen waren in einem schlechten Zustand", erinnert sich Schäfer. Was nicht dem Verein zugeschrieben werden kann, sondern dem Verhalten der letzten Züchter.

Dennoch fingen die beiden Männer Feuer. Natürlich stand die Kaninchenzucht im Vordergrund, aber das Gelände, das die Familien auch in der Freizeit nutzen dürfen, versprühte ebenfalls seinen Charme. Das Grundstück übernahmen sie im November. Zunächst aber mussten die Parzellen gereinigt werden, was eine Herausforderung gewesen sei, so Breu. "Wir sind Quereinsteiger", betont er. "Viele haben gelacht", gesteht Schäfer. Sie ließen sich aber nicht aus der Ruhe bringen. Die ersten zwei Kaninchen, zwei Deutsche Riesen blau, erhielten sie von einem Onkel von Schäfer. Das waren aber keine reinrassigen Kaninchen. Sie warfen aber immerhin in zwei Würfen insgesamt 17 Jungtiere.

Bei einem Züchter erstanden sie noch einmal Deutsche Riesen blau, einen Rammler und zwei Häsinnen, die insgesamt zwölf Junge warfen. Die Farbe sei eher selten, sie hätten eine Rasse züchten wollen, die nicht jeder hält, sagt Breu.

Breu und Schäfer waren begeistert von dem Nachwuchs. "Die sind so klein", dachte Breu beim Anblick der frisch auf die Welt gekommenen Tierchen. Schäfer hatte Glückwünsche als Papa empfangen. Und in den folgenden Wochen hätten sie beobachten können, wie die kleinen Mümmelmänner zu ausgewachsenen 10,5 Kilo schweren Kaninchen heranwachsen. In das Einmaleins der Kaninchenzucht lasen sie sich anhand von Fachliteratur ein. Und sie nahmen die Ratschläge und Tipps der langjährigen Züchter der Vereins an. "Die Erfahrung ist Gold wert", sagt Schäfer.

Gespannt auf die Beurteilung

Mit der Zucht ist freilich auch Arbeit verbunden. Ein Mal am Tag muss einer hinaus zur Anlage, um die Tiere zu füttern, frisches Wasser zu stellen, Heu und Stroh muss ebenfalls regelmäßig ausgetauscht werden. Die Frauen unterstützen die beiden hin und wieder. Christine Breu war anfangs ein wenig skeptisch, ob sie das schaffen werden. "Es läuft gut", stellt sie fest. Stefanie Schäfer findet die Kaninchenzucht eine schöne Beschäftigung und findet es toll, dass das Gelände mitbenutzt werden kann. Die Kinder Mia Schäfer und Lea Breu sind natürlich begeistert. Weil man die Kaninchen streicheln und mit ihnen kuscheln kann, sagen sie fröhlich.

Bleiben noch die Ausstellungen. Breu und Schäfer bedauern es, dass sie ihre Zucht noch nicht auf einer Ausstellung vorstellen konnten. Die Bewertung und der Austausch würden dazugehören, betonen sie. Im September wollen sie auf eine Spezial-Jungtier-Schau und erfahren, wie die erste eigene Zucht gelungen ist. Rüdiger Koslowski

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