Birgid Latsch, Emine Bayman und Anja Kriesten (von links) freuen sich auf das Open-Air-Kino im September. FOTO: Rüdiger koslowski
+
Birgid Latsch, Emine Bayman und Anja Kriesten (von links) freuen sich auf das Open-Air-Kino im September.

Kultur

Zwei Tage Open-Air-Kino im September

Nach langer Pause flimmern beim Kino- und Kulturverein wieder Filme über die Leinwand

Birgid Latsch, Anja Kriesten und Emine Bayram nutzen die Gelegenheit, um schnell noch den Schaukasten vor dem Kellerkino mit einem Hinweis zu bestücken. Runter in den Keller soll es aber beim Neustart nach dem Lockdown nicht gehen, versichern die drei Damen vom Kino- und Kulturverein. Vielmehr steht auf dem Din A4-Blatt, dass für Freitag und Samstag, 3. und 4. September, ein Open-Air-Kino in Planung ist. Dabei ist das Wort Planung nicht ganz richtig. Denn die Termine und das Programm stehen. Aber die Plakate und Flyer sind noch nicht gedruckt und der Verein will den Freunden der bewegten Bilder schon einmal Vorfreude bereiten.

"Wir vermissen euch", steht zudem auf dem Blättchen. Das ist nicht nur eine Plattitüde. Die drei Frauen freuen sich wie auch der übrige Verein, dass es endlich wieder losgeht mit dem Filmeschauen. Denn lange stand das Abspielgerät wegen des Lockdowns still. "Wir freuen uns, wieder mit dem Publikum ins Gespräch zu kommen", sagt Kassiererin Bayram. Und die zweite Vorsitzende Kriesten ergänzt, dass sich der Kino- und Kulturverein gerade durch die Gespräche mit den Zuschauern vor und nach der Vorführung auszeichne. Das Open-Air-Kino gebe dafür Gelegenheit, weil die Gäste dabei doch weit vor Einbruch der Dunkelheit kommen.

Endlich wieder aktiv werden

Aber nicht zuletzt die Mitglieder freuen sich, dass sie endlich wieder aktiv werden dürfen. Der Vorstand hielt zwar über den Lockdown hinweg zahlreiche Videokonferenzen und pflegte den Kontakt. Aber es gab eben nichts zu organisieren und planen.

Jetzt endlich wieder mit anpacken. Die sechs notwendigen Helfer für den Auf- und Abbau waren schnell gefunden. Aber auch fünf Jugendliche der katholischen Antonius-von-Padua-Gemeinde greifen dem Verein unter die Arme. Die Mitglieder seien älter geworden, stellt Vorsitzende Latsch fest. Das Equipment aus dem Kellerkino auf dem Rathausplatz zu schleppen, falle nicht mehr jedem leicht. Zudem müssen 150 Stühle auf dem Platz getragen und aufgestellt werden. Das ganze geht dann wieder retour.

Die Entscheidung für das Open-Air-Kino sei nicht ohne Weiteres gefallen, sagt Latsch. Der Wunsch sei da gewesen. Aber was machen, wenn Geld ausgegeben worden sei und die Veranstaltung dann wegen der Pandemieentwicklung nicht mehr möglich sei?

In dieser Beziehung sei Rita Marsmann aus der Stadtverwaltung auf den Kino- und Kulturverein zugekommen. Noch relativ neu im Fachdienst Liegenschaften und Wirtschaftsförderung habe sie den Verein kennenlernen wollen und brachte praktisch als Einstandsgeschenk ein Förderpaket vom Film- und Kinobüro Hessen mit. Damit seien die Sorgen des Vereins minimiert worden, so Latsch.

Zuerst habe der Kino- und Kulturverein an einen Online-Verkauf der Karten gedacht. Dafür sei aber ein kostenpflichtiger Anbieter notwendig gewesen. Deshalb werden die Karten, so wie es das Kerweteam am heutigen Samstag (14.) schon vormacht, auf dem Rathausplatz auf dem Wochenmarkt verkauft. Der Kinoverein steht dann am 21. August ab 10 Uhr auf den Wochenmarkt und verkauft Tickets.

Musikalisches Begleitprogramm

Für das Open-Air-Kino gelten die bekannten Corona-Bestimmungen. Über die Luca-App können sich die Gäste registrieren. Vor dem Getränkestand herrscht Abstandspflicht. Bis zum Platz muss eine Maske getragen werden. Die Gäste werde im Schachbrettmuster verteilt.

Was läuft nun also? Der Freitag beginnt mit dem Live-Konzert der Band "Nid De Poule", die mit französischsprachigem Gipsy'N'Roll für Stimmung sorgen wird. Im Anschluss flimmert ein Überraschungsfilm über die Leinwand - aus lizenzrechtlichen Gründen darf der Titel nicht verraten werden. Es wird aber ein Musikfilm sein, wie die drei Frauen verraten. Der Eintritt beträgt acht Euro.

Am Samstag wird der Film ohne Begleitprogramm gezeigt. Der Streifen hat es aber in sich, denn der Kino- und Kulturverein stellt "Rocketman", die Filmbiographie über Elton John, vor. Der Eintritt kostet 3.50 Euro. Der Kino- und Kulturverein habe sich für Musikfilme entschieden, um für fröhliche Stimmung zu sorgen, sagt Kriesten. Er wolle von Corona ablenken, keine schweren Themen, keine Dramen zeigen.

Für das Kellerkino lassen die drei Frauen Hoffnung aufkeimen. Am 6. Oktober soll im Kinosaal des alten Stadtzentrumsgebäudes wieder die Leinwand mit Leben erfüllt werden. Die Filme stehen indessen noch nicht fest.

Rüdiger Koslowski

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare