Neue Eckpunkte

Regionaltangente West: Mittelbahnsteig in Buchschlag ist noch nicht vom Tisch

Der Kreis Offenbach sowie die Städte Neu-Isenburg, Dreieich, Langen und Rödermark haben sich über die weitere Vorgehensweise in Sachen Regionaltangente West verständigt. Demnach wird für den Bahnhof in Buchschlag sowohl die Möglichkeit eines Außen- als auch die eines Mittelbahnsteigs geprüft.

Die beiden Gesellschafter der Planungsgesellschaft zur Regionaltangente West (RTW GmbH), namentlich der Kreis Offenbach und die Stadt Neu-Isenburg, sowie die betroffenen Kommunen Dreieich, Langen und Rödermark haben sich darüber verständigt, wie die nächsten Schritte beim Planungsabschnitt Süd 1 der RTW aussehen sollen. Dieser Planungsabschnitt umfasst die Strecke von Kelsterbach über Frankfurt-Stadion und Neu-Isenburg (Bahnhof) bis nach Dreieich. Ausgangspunkt der Überlegungen waren verschiedene Prämissen.

„Dazu gehört das Ansinnen der RTW GmbH, den Abstimmungsprozess auf Basis der Erkenntnisse der frühen Öffentlichkeitsbeteiligung im Planfeststellungsabschnitt Süd 1 zügig voranzubringen“, erklärt Offenbachs Erste Kreisbeigeordnete Claudia Jäger (CDU). Grundsätzlich werde die Option einer Verlängerung der Regionaltangente West bis Langen nicht ausgeschlossen, sie sei aber derzeit nicht Gegenstand der Planung. Die Stadt Langen hatte vor einigen Wochen angekündigt, um eine Anbindung an die RTW kämpfen zu wollen (wir berichteten).

Darüber hinaus fordern die fünf Gebietskörperschaften die RTW GmbH auf, mit der bislang untersuchten Variante bis Dreieich-Buchschlag zügig in das Planfeststellungsverfahren zu gehen. Dabei solle die Tangente durch die Unterführung bei Neu-Isenburg auf die Ostseite der Schienentrasse bis zum Bahnhof Buchschlag geführt werden. Wie Jäger mitteilt, sollen für den Bahnhof Buchschlag sowohl ein Außenbahnsteig als auch ein Mittelbahnsteig auf ihre technische und wirtschaftliche Machbarkeit hin untersucht werden. Zu berücksichtigen seien dabei die Anforderungen für Barrierefreiheit, zum Komfort, zur verkehrlichen Zukunftsfähigkeit und zum hessischen Klimaschutzplan.

Vor allem die Stadt Dreieich hatte in der Vergangenheit sowohl eine Trassenführung auf der Ostseite als auch das Errichten eines Mittelbahnsteigs in Buchschlag gefordert, um den Nutzern der RTW beim Umsteigen auf die Dreieichbahn einen langen Fußweg zu ersparen. Ferner haben sich die Anrainerkommunen der Dreieichbahn von Dreieich bis Dieburg darauf verständigt, nochmals eine eigene Studie in Auftrag zu geben, um etwaige Potenziale auf der Dreieichbahnstrecke beziehungsweise einer Verknüpfung von RTW und Dreieichbahn herauszuarbeiten. Die Ergebnisse dieser Untersuchung sollen der RTW GmbH zur Verfügung gestellt werden und die planerische Diskussion unterstützen.

Die Stadt Langen hat darüber hinaus eine Nutzen- und Kostenanalyse in Auftrag gegeben, um zu prüfen, welche Auswirkungen eine Weiterführung der Regionaltangente West in die Sterzbachstadt hat. Auch diese Resultate sollen der Planungsgesellschaft zur Verfügung gestellt werden.

Nach Vorliegen dieser Unterlagen wird die RTW GmbH – vorausgesetzt es gibt ein positives Ergebnis – dazu aufgefordert, zu prüfen, wann und wie die Stadt Langen in das Konzept der Regionaltangente integriert werden kann. Wenn die Ergebnisse vorliegen, soll die RTW GmbH ein ergänzendes Planverfahren zur Verlängerung der Regionaltangente West nach Langen betreiben. Claudia Jäger resümiert: „Mit diesen Schritten ist sichergestellt, dass auch mit Blick auf die künftige Entwicklung alle Optionen dahingehend geprüft werden, dass die RTW optimal realisiert werden kann.“

Auch Dreieichs Erster Stadtrat Martin Burlon (parteilos) begrüßt die festgelegten Eckpunkte für die nächsten Schritte in Sachen Regionaltangente West. „Ich bin sehr froh, dass es gemeinsam mit den betroffenen Kommunen und dem Kreis Offenbach gelungen ist, einen Konsens dahingehend zu erzielen, an den bisher erarbeiteten Grundlagen der Planung festzuhalten und auch das Thema Mittelbahnsteig in Buchschlag wieder auf die Agenda zu bringen“, so Burlon. „Wir werden gerne mit den Anrainerkommunen der Dreieichbahn die Wichtigkeit und Notwendigkeit der Verknüpfung RTW und Dreieichbahn gesondert herausarbeiten.“

(red)

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