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Nur noch mit Maske: Die Sicherheitsvorkehrungen in Friseursalons werden wegen des Coronavirus auch in Rüsselsheim verschärft. 

Ansturm auf die ersten Termine

Friseursalons bereiten sich in Corona-Krise auf Öffnung am 4. Mai vor

Der 4. Mai wird auch in Rüsselsheim in diesem Jahr ein besonderer Tag. Nach der Schließung dürfen in der Corona-Krise wieder die Friseursalons öffnen.

  • Friseure stehen vor Wiedereröffnung nach Corona-Krise
  • Rüsselsheim: Riesiger Ansturm auf erste Termine
  • Coronavirus stellt Friseure vor neue Herausforderungen

Rüsselsheim - Obwohl bis dahin noch fast zwei Wochen Zeit sind, haben die Friseure bereits jetzt alle Hände voll zu tun. Denn auf die ersten Termine hat ein riesiger Ansturm begonnen.

„Seit Montag vergeben wir Termine, bereits jetzt sind in der ersten Woche nur noch eine Handvoll frei“, berichtet Edeltraud Krüger vom Friseurteam am Berliner Platz. Gerade auf den Mittwoch sei der Ansturm enorm gewesen, da gebe es gar keine Termine mehr. Für den Salon ist die Planung in diesem Umfang etwas Neues, denn bisher habe man nur an Samstagen mit Terminen gearbeitet, sagt Krüger. Doch in der aktuellen Situation sei es ja gar nicht anders möglich, als alles über Termine zu machen, sonst gebe es Warteschlangen.

Rüsselsheimer Friseure in Corona-Krise: Neue Abstandsregeln

Auch räumlich musste sich der Salon neuen Herausforderungen stellen. „Aufgrund der Abstandsregelungen mussten wir die Anzahl der Stühle deutlich reduzieren, was dann ja auch auf weniger Kunden hinausläuft“, erklärt Krüger die Veränderungen. Nur noch fünf Stühle werden daher zur Verfügung stehen, plus einen im Wartebereich. Anders seien die Hygiene- und Abstandsregeln gar nicht einzuhalten.

Dabei kommt dem Salon zugute, dass sich Krüger schon frühzeitig um das Material bemüht hat. „Noch vor der Schließung habe ich angefangen, einen Vorrat mit Desinfektionsmittel anzulegen“, berichtet sie. „Und wenn ich beim Einkaufen welches gesehen habe, habe ich natürlich auch etwas mitgenommen.“ Auch ein Vorrat an Mundschutzmasken wurde angelegt. „Am Ende hat meine Tochter noch ein paar genäht, zumindest für die erste Zeit sind wir also gut versorgt“, sagt Krüger.

Rüsselsheimer Friseure in Corona-Krise: Alles muss desinfiziert werden

Danach hofft sie vor allem, dass der Nachschub wieder verfügbar ist. "Die Hygieneregeln nehmen wir sehr ernst, nach jedem Schnitt muss der Stuhl desinfiziert werden", sagt Krüger. Und auch sonst wird sich einiges ändern. "Früher haben wir sehr viele Trockenschnitte gemacht, das ist jetzt auch nicht mehr möglich." Konkret heißt das: Ohne Haarewaschen darf nicht geschnitten werden. Augenbrauen zupfen und Gesichtspflege darf gar nicht mehr angeboten werden.

Dennoch ist die Friseurin überzeugt, dass die Öffnung der richtige Schritt ist. „Die Alternative ist, dass wir gar nicht aufmachen dürfen.“ Daher seien die Einschränkungen schwierig, aber machbar. „Die Kunden wollen ja zu uns kommen, einige Stammkunden haben bei mir ja sogar privat angerufen, nur um zu fragen, ob und wann wir endlich wieder aufmachen.“

Doch auch für diese Stammkunden werde nicht alles so sein wie zuvor. „Gerade der Freitag war bei uns ein besonderer Tag, an dem oft dieselben Leute immer wieder kamen“, erinnert sich Krüger gerne. „Die kannten sich alle gegenseitig und haben beim Haareschneiden miteinander geschwätzt. Dadurch, dass wir nicht mehr so viele Leute gleichzeitig in den Laden lassen dürfen, wird das auch eher eine eingeschränkte Form annehmen müssen.“

Friseure in Corona-Krise: „Die Leute wollen auch einmal entspannen“

Auch beim Friseursalon Enza gegenüber dem Rathaus laufen die Vorbereitungen für die Öffnung. „Seitdem klar ist, dass wir am 4. Mai wieder öffnen dürfen, sitze ich jeden Tag zwischen acht und zehn Stunden am Terminbuch“, sagt Friseurmeisterin Enza Mannino. Sie bemüht sich, allen Terminwünschen ihrer Kunden gerecht zu werden. „Der riesige Andrang auf die Termine spricht für sich: Unsere Kunden halten uns auch in diesen schwierigen Zeiten die Treue, das bedeutet mir sehr viel.“ Daher gebe es auch riesiges Verständnis von den Kunden, wenn sie vielleicht nicht den Termin bekommen, den sie sich gewünscht haben. „Die Leute sind einfach froh, endlich wieder zum Friseur gehen zu dürfen“, weiß Mannino aus den Gesprächen. Denn Wohlfühlen, und dazu gehöre ja auch das Haareschneiden, sei in diesen Zeiten wichtiger als je zuvor, ist sie überzeugt. „Die Leute wollen auch einmal entspannen und eine Pause von dem ganzen Trubel.“

Doch die Unternehmerin, die auch Vorsitzende des Rüsselsheimer Gewerbevereins ist, war während der Zeit der Schließung sehr aktiv. „Im Salon wurden einige Renovierungsarbeiten vorgenommen, die jedoch bis zum 4. Mai abgeschlossen sein werden“, sagt Mannino. Und auch die Mitarbeiterinnen seien nicht untätig gewesen; Sie hätten die Möglichkeit genutzt, sich online fortzubilden.

Friseure in Corona-Krise: „Kann die Lage in Rüsselsheim gut einordnen“

Sie selbst habe sich täglich zwischen 9 und 11 Uhr mit anderen Friseuren in einem Chat über die neuesten Entwicklungen ausgetauscht. „So bleibe ich, was die Verordnungen angeht, immer auf dem aktuellen Stand und kann die Lage hier in Rüsselsheim auch gut einordnen.“

Zwar wisse niemand so recht, wie die Situation im Friseursalon sein wird, und sicherlich wird es auch einige Zeit dauern, bis wieder Routine einkehrt. Trotzdem freut sich Enza Mannino schon auf den Tag, an dem sie wieder die Türen öffnen darf. „Das Team ist hoch motiviert: Wir wollen endlich wieder loslegen und Haare schneiden“, sagt sie enthusiastisch. 

Alexander Seipp

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