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Nils Kraft und Dennis Grieser bei der Baustellenbegehung am Standort der neuen Sophie-Opel-Schule. Im Hintergrund sind die ersten Betonwände für eines von zwei L-förmigen Gebäuden zu sehen, in denen einmal die neuen Klassenräume untergebracht sein sollen. 

Bauarbeiten in Rüsselsheim

Ein Erster Blick auf die Sophie-Opel-Schule - neuer Schulkomplex kommt voran

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Ein neuer Schulkomplex soll her – das ist der Plan. Noch ist davon nicht viel zu sehen. Doch die Bauarbeiten für die Sophie-Opel-Schule gehen voran. Ein Blick auf die Baustelle macht den Beteiligten Hoffnung, dass hier einmal ein Areal mit echtem Campus-Charakter entsteht.

Rüsselsheim - Erste graue Wände sind zu sehen, über ihnen drehen sich Baukräne, während unter den Schuhen der Staub knirscht. Große Einbuchtungen im Beton lassen erahnen, hier werden einmal die Fenster für die Klassenräume sein. Es braucht noch viel Vorstellungskraft, dass dort einmal Schüler sitzen werden. Doch immerhin sind die ersten beiden Geschosse für eines von zwei L-förmigen Gebäuden schon fertig. Es sind die ersten sichtbaren Ensembleteile im Zuge der Errichtung der neuen Sophie-Opel-Schule. Ein weiteres Geschoss folgt demnächst, dann das zweite L-Gebäude genau vis-à-vis. Später noch der Bau einer neuen Turnhalle sowie eines Mensa-Gebäudes.

„Schnee von gestern“

Baudezernent Nils Kraft (SPD) steht bei einer Baustellenbegehung vor dem Rohbau und kann sich noch gut erinnern, als Bedenkenträger vor nicht allzu langer Zeit an dem Vorhaben zweifelten: „Wird das überhaupt noch was?“, hieß es damals. Die langen Diskussionen, das politische Gezänk – all das hatte an dem Projekt und den Beteiligten genagt. „Man sieht, dass etwas passiert“, sagt Kraft, das Lächeln im Gesicht kann er sich dabei nicht verkneifen.

Auf einem Plan (Bild rechts) erläutert Nils Kraft das Areal, so wie es Ende 2022 einmal aussehen soll.

„Alles Schnee von gestern“, erwidert Bürgermeister und Schuldezernent Dennis Grieser (Grüne) und spricht von eisernem politischen Willen und knappen Mehrheiten, mit denen der Plan letztlich durchgesetzt wurde, zählt aber gleichzeitig die „Rekordzahlen“ bei den Anmeldungen für die neue Schule auf. In Scharen würden die Schüler kommen, das große Interesse an der kooperativen Gesamtschule habe alle Kritiker Lügen gestraft. Auch wenn die derzeit 432 Schüler in den Klassen 5, 6 und 7 noch in Containern untergebracht seien. Sie alle wüssten das und hätten sich trotzdem für die Schule entschieden. Der Bedarf sei da. Im Herbst 2022 soll alles fertig am Standort der auslaufenden Friedrich-Ebert-Schule sein. Das Richtfest am ersten L-Gebäude könnte schon am 6. September, wenn das Schulfest ansteht, gefeiert werden.

Einzig das unter Denkmalschutz stehende Bestandsgebäude entlang der Ernst-Reuter-Straße und der Ostflügel parallel zur Reinhard-Strecker-Straße bleiben noch erhalten. Der Trakt entlang der Zamenhofstraße wird abgerissen. Dort soll ab Ende 2020 die Mensa entstehen. Das barrierefreie Gebäude wird aber auch als Aula, Bibliothek und für eine Ganztagsbetreuung genutzt werden. Das gesamte Vorhaben, zu dem auch die Sanierung der alten Trakte gehört, wird voraussichtlich 43,6 Millionen kosten. Große Bedeutung kommt dabei auch der Gestaltung der Außenanlagen zu.

Mittelpunkt der Anlage

Die Freianlage, um die sich die alten und neuen Gebäudeteile gruppieren, soll zum Mittelpunkt der Schule werden und somit Campus-Charakter beitragen. Hier soll eine Achse zur Hasengrundschule und der angrenzenen Sportanlage entstehen. Ein weiterer Durchgang soll von der Zamenhofstraße zur Reinhard-Stecker-Straße führen. Das gesamte Areal ist somit, je nach Bedarf, von verschiedenen Seiten mit dem Auto für Eltern erreichbar, die ihre Kinder zu Schule bringen wollen. Allerdings wolle man kein „Drive-In-Angebot“ machen, schränkt Dennis Grieser sogleich ein. Es sei schließlich immer noch gut, wenn Kinder ihren Weg zur Schule auch noch allein finden könnten. Dieser wird möglicherweise auf dem Schulhof über eine alte Treppe führen, die man wieder entdeckt hat und freilegen möchte. Jahrzehntelang war die Treppe unter Gestrüpp und Erde in Vergessenheit geraten. Frühere Schülergenerationen hatten hier ihre Abschlussfotos gemacht, wie alte Schwarz-Weiß-Aufnahmen zeigen, so Schulleiter Jens Krämer.

von Olaf Kern

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