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Frischgebacken: Ein ausgebauter Transporter wird zum mobilen Waffel- und Kaffeewagen.

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Mehr Zeit nehmen für Kaffeekultur - Paula Fett betreibt am Skatepark das "Café Horst"

Um den Skatepark in Rüsselsheim bei Veranstaltungen noch geselliger zu machen, schenkt Paula Fett aus einem Transporter in ihrem mobilen "Café Horst" Kaffee aus. Waffeln und Kuchen gibt es auch.

Rüsselsheim - Dunkle Wolken, eisiger Wind, Regen in Strömen: Die äußeren Bedingungen scheinen nicht optimal für die Eröffnung von Paula Fetts mobilem "Café Horst" - und dennoch drängen sich die Leute unter dem Pavillon vor dem weißen Transporter zusammen. Die Stimmung ist gut, von schlechtem Wetter lässt sich hier niemand die Laune verderben.

Die rechte Schiebetür des "B'Skateboarding"-Transporters ist geöffnet. Unermüdlich reicht Paula Fett, warm eingepackt in Mütze und Pullover, Einmachgläser mit Cappuccino, heißer Schokolade und selbst gebackene Waffeln über die handgezimmerte Theke.

"Ohne die Hilfe von Freunden und Familie wäre das nicht möglich gewesen", sagt die 26-Jährige erleichtert. Der Nachbar hat den Waffelteig gemacht, die Eltern Kuchen gebacken, die Tante Tische beigesteuert. Fett hat zwei Garnituren selbst abgeschliffen und geölt.

Viel Liebe steckt in dem kleinen Vereinsprojekt, das dazu gedacht ist, den Skatepark an den im Sommer stattfindenden Skate Days zu beleben - und auch Nicht-Vereinsmitglieder zu versorgen. Die Idee war, während der Skate-Veranstaltungen einen Ort zum Beisammensein zu schaffen. "Beim letzten Rollrausch gab es die Bar schon zum Getränkeausschank", erzählt die Rüsselsheimerin.

Deko und Pflanzen

Bei der Planung für den Wettbewerb am 15. Juni habe sie vorgeschlagen, ein Kaffeemobil ins Leben zu rufen. Inspiriert ist sie vom Kaffeewagen auf dem Rüsselsheimer Wochenmarkt. "Ich liebe diese Kaffeekultur. Mal hinsetzen, eine halbe Stunde Zeit nehmen, runterkommen", sagt sie. "Wir nehmen uns viel zu wenig Zeit dafür."

Gemeinsam mit Freundinnen plant sie das Konzept, Wimpelketten werden genäht, Deko und Pflanzen aus der Wohnung mitgenommen, Waffeleisen geölt und die Karte gefüllt. Preise stehen keine darauf - freiwillige Spenden gehen an den Verein, über den auch der Einkauf läuft.

Fairtrade

Das Konzept geht auf - trotz Platzregens: "Alle waren begeistert, es waren echt viele da!" Später, als es aufgeklart habe, hätten sich sogar noch ein paar Skater gefunden. Im Sommer will Paula Fett zusätzlich hausgemachte Limonade anbieten, auch zum Mitnehmen in Marmeladengläsern. "Papp- oder Plastikbecher kommen nicht infrage", sagt die studierte Architektin.

Dass der Kaffee Fairtrade ist und die Eier für die Waffeln aus dem eigenen Hühnerstall kommen, ist ihr wichtig. Der Name des Cafés ist übrigens schnell erklärt: Der Transporter, der dem Vereinsvorsitzenden Benedikt Becker gehört, heißt so. "Er hatte keinen Namen. Also habe ich ihn so getauft", sagt Paula Fett schmunzelnd.

Auf die nächsten Termine freut sie sich, auch hier haben Freunde schon ihre Hilfe zum Spülen angeboten. Selbst, wenn das Wetter noch mal schlecht sein sollte: "Für mich ist das was Schönes, ich mach das aus Leidenschaft", sagt Paula Fett stolz. "Ich hab Bock drauf, dass Leute zusammenkommen."

Das "Café Horst" ist für alle Interessierten an folgenden Samstagen am Skatepark am Fuß der Opelbrücke am Sommerdamm jeweils von 15 bis 18 Uhr geöffnet: 18. Mai, 15 Juni (Rollrausch), 20. Juli, 17. August, 21. September, 19. Oktober. lor

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