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Die Anwohner in Bauschheim können in frühestens fünf Jahren mit neuen Nachbarn rechnen.

Eselswiese

2022 könnten hier die ersten Bagger rollen

Die Eselswiese nimmt auf dem Papier mehr Gestalt an. Bei der SPD-Sommertour erläuterte Baudezernent Nils Kraft den groben Zeitplan.

„Die Eselswiese ist ein großes Projekt zur Lösung eines riesigen Problems.“ So leitete Landtagsabgeordnete Kerstin Geis (SPD) den Ortstermin der Kreistagsfraktions-Sommertour ein, der am Dienstagnachmittag auf der Ecke des künftigen Neubaugebiets stattfand. Das Thema Wohnungsbau sei ein essenzielles, immerhin fehlten im Rhein-Main-Gebiet 40 000 Wohnungen, so Geis weiter.

Eine Handvoll Bauschheimer waren gekommen, um von Baudezernent Nils Kraft (SPD) potenzielle Neuigkeiten zum Wohngebiet Eselswiese zu hören. „Ich weiß, dass viele die Erwartungshaltung haben, dass hier übermorgen die Bagger anrollen“, sagte Kraft. Tatsächlich sei aber mit mehreren Jahren zu rechnen. Neben der Bauleitplanung und der Baulandumlegung müssten schließlich die Ackerflächen zugeschnitten werden und das Gebiet infrastrukturell erschlossen werden.

Wie das Gebiet letztlich aussehen wird, werde mit einem städtebaulichen Wettbewerb entschieden. „Wir haben gute Erfahrungen damit gemacht“, berichtete Kraft und verwies auf die Beispiele der Baufläche gegenüber der Großsporthalle und das Karstadt-Gebäude. Mitte 2020 rechnete er mit Ergebnissen. „Hier werden die Stadtverordneten mit Beschlussfassungen gefordert sein“, so Kraft.

Weiterhin geht er vom Zuschnitt des Gebiets bis 2022 aus, anschließend soll die Erschließung – sprich die ersten Bauarbeiten an Straßen und Kanälen – beginnen.

Ob es sich auf der Eselswiese hauptsächlich um Reihen- oder Einfamilienhäuser handeln wird, wo Zufahrten ins Gebiet sein oder wo kleinere Versorgungsmöglichkeiten wie ein Bäcker stehen werden, ist noch völlig unklar.

Fest steht für die SPD dagegen, dass bei einer Vergrößerung des Ortes um knapp 50 Prozent neue Kitas geschaffen werden müssen. „Wenn viele Familien herziehen, kann man sich vorstellen, wie nötig U3- und Ü3-Betreuung ist“, sagte Kraft. „Ich sehe hier mindestens zwei Kitas.“ 4000 Einwohner, die neu hinzukommen, auf 58 Hektar – das sei wie eine mittelgroße Gemeinde. Das Vereinsleben müsste ebenfalls im neuen Stadtteil integriert werden, wie auch Seniorenangebote.

Zudem steht der soziale Wohnungsbau bei den Sozialdemokraten weit oben auf der Agenda. Sie wollen 25 Prozent sozialen und vor allem bezahlbaren Wohnungsbau im Bebauungsplan verankern, so Frank Tollkühn (SPD).

Der sei dringend nötig, und „nicht nur für Transferhilfeempfänger“, erklärte Kraft. Er denke zum Beispiel an Berufsanfänger bestimmter Besoldungsgruppen, die in der Stadt arbeiten, wie Krankenschwestern am GPR, Polizisten oder Feuerwehrkräfte. Hochhäuser wird es dagegen keine geben – schließlich soll das Neubaugebiet ins ländlich geprägte Stadtteilbild passen. „Sozialer Wohnraum ist heute besser darin integriert“, fasste Tollkühn zusammen.

Fragen hatten die künftigen Eselswiese-Nachbarn freilich trotzdem noch. Gerhard Bergemann (SPD), ehrenamtlicher Stadtrat und Bauschheimer, erkundigte sich vorsichtig nach einem eigenen Bahnanschluss.

Das allerdings hielt Nils Kraft für unrealistisch. Stattdessen sollten die Radwege besser ausgebaut werden.

Für Kerstin Geis sei der Auftrag angesichts der prekären Wohnraum-Lage klar: „Bauen, bauen, bauen“, meinte sie knapp.

Die Zeit für eine integrierte

Planung müsse man sich allerdings nehmen, ergänzte Tollkühn.

Letztlich sei auch der Dialog mit den Bauschheimern wichtig. Der sei bisher immer

konstruktiv und sinnvoll gewesen, so Kraft. „Das hat man selten.“

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