Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist 2020 in Rüsselsheim gesunken. (Symbolbild)
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Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist 2020 in Rüsselsheim gesunken. (Symbolbild)

Polizei

2913 Straftaten im Jahr

Aktuelle Kriminalstatistik für Rüsselsheim, den Kreis und Südhessen vorgestellt.

Darmstadt -Die Zahl der Straftaten im Jahr 2020 in Rüsselsheim ist im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken. 2913 Fälle wurden registriert, wie Tim Heinen, Leiter der Polizeidirektion Groß-Gerau, gestern am Freitag bei der Vorstellung der neuen Statistik für das abgelaufene Jahr in Darmstadt sagte. Im Jahr 2019 waren es noch 2938 Fälle gewesen. Die Aufklärungsquote liegt bei 65,1 Prozent und damit in etwa auf Vorjahresniveau (65,5 Prozent). Im langfristigen Vergleich: 2015 lag die Aufklärungsquote noch bei 59 Prozent, die Zahl der Delikte noch bei 3290.

Aktuell sind die Fälle am häufigsten der Straßenkriminalität oder dem Bereich des Diebstahls zuzurechnen (siehe Kasten). Dahinter folgen Rauschgiftdelikte und Körperverletzungen.

Im Vergleich zu anderen hessischen Städten ähnlicher Größe, wie Gießen oder Wetzlar, sei Rüsselsheim objektiv nach Zahlen gemessen "deutlich sicherer", wie Heinen betonte.

Die Fallzahlen im Jahr 2020 müssten aber auch vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie betrachtet werden, die auch Einfluss auf die Kriminalitätsentwicklung genommen habe und einen Vergleich mit den Vorjahren nur bedingt möglich mache.

Die Fallzahlen im Bereich des Wohnungseinbruchsdiebstahls ist beispielsweise in Rüsselsheim gesunken, im gesamten Kreis Groß-Gerau sogar noch deutlicher: um 26 Prozent auf 231 Fälle (2019: 312 Fälle). Rund 42 Prozent aller Fälle im Kreis scheiterten dabei schon im Versuchsstadium. In diesem Deliktsbereich liegt die Quote der ausländischen Tatverdächtigen bei 54,1 Prozent (Rückgang um 15,5 Prozent). Diese Erkenntnisse sprächen für einen hohen Anteil an professionellen, reisenden Einbrecherbanden, häufig aus dem osteuropäischen Raum.

Die Anzahl der im Kreis Groß-Gerau registrierten Straftaten ist im Vergleich zum Vorjahr leicht um 0,6 Prozent (+65 Fälle) gestiegen (2019: 10 778 Fälle, 2020: 10 834 Fälle. Dagegen wuchs die Aufklärungsquote deutlich um 3 Prozent auf 66,6 Prozent und stellt damit die höchste Aufklärungsquote seit mehr als zehn Jahren dar.

Im Landkreis Groß-Gerau konnten 5605 Tatverdächtige ermittelt werden, denen insgesamt 7219 Fälle nachgewiesen werden konnten. Innerhalb der Straßenkriminalität liegt der Anteil des Straßenraubs, der oftmals subjektiv als besonders beeinträchtigend empfunden werde, bei gerade einmal 1,8 Prozent.

Im Bereich des Polizeipräsidiums Südhessen, zu dem Rüsselsheim und der Kreis Groß-Gerau gehört, konnte laut vorgestellter Statistik 2020 bereits das vierte Jahr in Folge einen Rückgang der Fallzahlen verzeichnen. Seit 2016 haben sich die Straftaten von 46.416 auf 39.936 Fälle reduziert und sind damit um 16 Prozent gesunken. Gleichzeitig zu der Fallreduzierung konnte die Aufklärungsquote von 60,2 Prozent in 2016 auf 65,8 Prozent gesteigert werden.

Seit Bestehen des Polizeipräsidiums 2001, als noch fast 54 000 Fälle und eine Aufklärungsquote von 46,8 Prozent verzeichnet wurden und in 2004 sogar 64 376 Fälle bei einer Aufklärungsquote von 50,3 %, sind die Fallzahlen des Jahres 2020 die niedrigsten überhaupt. Gleiches gilt für die gute Aufklärungsquote von fast 66 %, die ebenfalls erstmals erreicht wurde. Bei rund zwei Drittel der Straftaten konnte somit ein Tatverdächtiger ermittelt werden.

Bei den Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung haben die sexuellen Belästigungen in ganz Südhessen mit 101 erfassten Fällen um fast 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahr abgenommen. Hierbei sei zu berücksichtigen, dass der pandemiebedingte Ausfall von Festen und öffentlichen Veranstaltungen, bei denen es erfahrungsgemäß vermehrt zu diesen Taten komme, sicher nicht unerheblich zu dem Fallrückgang beigetragen habe.

Maßgeblich für den Fallanstieg seien intensive Ermittlungen im Bereich der Kinderpornografie. Seit 2016 sind die Fallzahlen in diesem Bereich um 222 Prozent gestiegen, allein in 2020 um beachtliche 88 Prozent. Hintergrund seien die Ermittlungen des Landes Hessen im Kampf gegen Kinderpornografie sowie das Meldeverfahren über die Non-Goverment-Organisation NCMEC aus den USA über strafbares Nutzungsverhalten im Internet in diesem Zusammenhang.

Das Polizeipräsidium Südhessen ist Teil der beim Hessischen Landeskriminalamt angesiedelten BAO Fokus, die im Oktober 2020 ihre Arbeit aufgenommen hat und derzeit mit rund zehn Beamten gezielt gegen Sexualstraftäter in diesem Bereich vorgeht. In 2020 wurden allein in Südhessen 211 Strafverfahren in Zusammenhang mit Kinder- oder Jugendpornografie sowie 55 Verfahren wegen schweren sexuellen Missbrauch von Kindern oder Jugendlichen eingeleitet. Ermittler haben 36 Wohnungen durchsucht und zahlreiche Datenträger mit entsprechenden Dateien, zum Teil im dreistelligen Terrabyte-Bereich, sichergestellt. ok

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