Universität

291,35 Euro: Das passiert mit dem Semesterbeitrag

Der Semesterbeitrag ist wieder fällig. Doch was wird mit dem Geld eigentlich gemacht?

Student müsste man sein: Überall Rabatte oder Sonderaktionen und beim „armen Studenten“ drückt so mancher mal ein Auge zu, könnte man meinen. Ganz so einfach ist es aber nicht.

Gerade läuft die Rückmeldefrist zum neuen Semester. Das bedeutet für viele Studierende, dass sie ihre Semestergebühren überweisen müssen. Die Höhe des Beitrags kann dabei je nach Hochschule stark variieren. In Rüsselsheim und Wiesbaden liegt dieser im kommenden Semester bei 291,35 Euro. „Das liegt unter anderem daran, dass das Semesterticket von jeder Universität eigens mit den Nahverkehrsgesellschaften verhandelt wird“, sagt Marco Hoffmann.

Hoffmann ist Mitglied im Vorstand des Allgemeinen Studierendenausschusses (Asta) der Hochschule Rhein-Main mit ihren Standorten in Rüsselsheim und Wiesbaden. Das Semesterticket erlaubt eingeschriebenen Studenten eine vergleichsweise günstige Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel.

Um die Verhandlungen mit den Verkehrsverbunden kümmert sich beim Asta ein Verkehrsreferat. Immerhin macht das Semesterticket mehr als die Hälfte des Gesamtbeitrags aus. Zum Semesterticket kommen Beiträge für das Studentenwerk und die Studentenschaft, eine Verwaltungsgebühr und ein Beitrag für die Haftpflichtversicherung.

Für jeden Bereich des studentischen Lebens gibt es ein spezielles Referat, dessen Arbeit anteilig vom Semesterbeitrag getragen wird. Zehn Euro gehen pro bezahltem Beitrag jeweils an den Asta, wovon unter anderem Feste und Veranstaltung finanziert werden.

Damit versucht das Gremium, den Standort Rüsselsheim für Studierende und junge Leute attraktiv zu machen. „Es ist ein Teufelskreis“, sagt Hoffmann. „Ohne ein Angebot kommen keine Studierenden nach Rüsselsheim, aber ohne sie fehlen auch diese Angebote.“ Dennoch habe sich, seit er im vergangenen Jahr dem Asta beigetreten ist, viel getan. So erzählt er stolz, dass es ein offizielles Kino gebe, das auch aktuelle Filme zeigt und regelmäßig alle zwei Wochen stattfindet. Es werde versucht, so viele Veranstaltungen wie möglich zu organisieren – dazu gehörten auch Kickerturniere oder Poetry-Slams. Als eingeschriebener Studierender erhält man viele Vergünstigungen – in Rüsselsheim und Wiesbaden kann man zum Beispiel kostenlos ins Theater gehen.

Außerdem können Studierende unter 25 Jahren in der Familienversicherung bleiben und das Kindergeld wird weiter ausgezahlt. Auch nach dem 26. Geburtstag sind Beiträge für Kranken- und Pflegeversicherungen deutlich geringer. Bei den zahlreichen Vorteilen, die es mit sich bringt, an einer Universität eingeschrieben zu sein, ist es nicht verwunderlich, dass es unzählige Scheinstudierende gibt, die sich in einen zulassungsfreien Studiengang einschreiben. Damit kommen sie in den Genuss von allen Vorzügen und Rabatten für Studenten. Hoffmann kann das nachvollziehen. Für den Asta seien diese Personen prinzipiell nicht schlecht.

Allerdings erhalte die Uni seit einiger Zeit ihre Fördergelder nicht mehr nach eingeschriebenen Studierenden, sondern es werde wie eine Art Erfolgsprämie geschaut, wie viele Studenten ihren Abschluss an der Uni machen. Dann schadeten diese falschen Studierenden natürlich der Uni. Auch die Raumbelegung sei schwerer zu planen, wenn es mehr Anmeldungen als letztlich wirkliche Vorlesungsteilnehmer gibt. Auch das gehe für die Hochschule ins Geld.

Dass die Beiträge an den einzelnen Universitäten so unterschiedlich ausfallen, hängt von verschiedenen Kostenpunkten und enthaltenen Leistungen ab, in Frankfurt kostet das kommende Semester 366,21 Euro. Das könnte bei einigen Studierenden, die wirklich studieren wollen, die Auswahl der Uni eingrenzen. Zu den allgemeinen Studiengebühren zurückzukehren sei für Hoffmann jedoch keine Option. Aber das noch: Der Asta hat eine Kooperation mit dem Brauhaus in Haßloch. Hier gibt’s montags das Helle günstiger und ein kostenloses Gericht dazu.

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