Treffen in Rüsselsheim

Zum 50.Geburtstag: Parade-Tage für den Opel GT

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Der Opel GT ist zurück in Rüsselsheim. Bis Samstagabend feiern Anhänger des legendären Modells aus der ganzen Welt in der Stadt. Sogar aus den USA reisten gestern Fans an.

Die lange Schnauze, das markante Heck und dazu die Klappscheinwerfer, die wie Augen aussehen, mit denen man noch „klimpern“ kann: Langsam biegt der Opel GT um die Ecke. Knallrot und elegant wie eine Katze auf Rädern. Ein leichtes Fauchen im Hintergrund kündigt schon den nächsten an. In der Mainstraße vor dem MK Hotel geht es zu wie auf einer Parade.

Opel-GT-Fans aus der ganzen Welt reisten gestern mit ihren privaten Modellen zum größten je vom Dachverband der europäischen Opel-GT-Clubs organisierten Treffen an.

Kaum aus den flachen Flundern ausgestiegen, fällt man sich vor dem Eingang in die Arme. Man kennt sich. Die Szene ist klein, aber international. 140 Teilnehmer haben sich angekündigt. Aus zwölf Nationen. Darunter Norwegen, Litauen, Frankreich, Niederlande oder Luxemburg. Und sogar aus den USA sind Sammler dabei.

So wie das Ehepaar Chris und Liz Eilers Bron aus Springfield im US-Bundesstaat Illinois. Stolz erzählen sie von ihrer Vorliebe für deutsche Autos und den 1973er GT, der zu Hause bleiben musste. „Sieht aus wie eine

Mini-Corvette

“, sagt Chris Bron, hält aber dann kurz inne. „Für mich eher wie ein Mini-Ferrari.“ Tatsächlich hatten die Chef-Designer in den 1960er Jahren die geschwungene Silhouette des Supersportwagens Corvette aus dem GM-Konzern im Kopf, als sie den Opel-Ableger schufen, der in einer Stückzahl von rund 103 463 Exemplaren von August 1968 bis Juli 1973 gebaut wurde. Vor fast genau 50 Jahren rollte somit der erste Zweisitzer vom Band. Teilweise mit Cordsitzen, Ausstellfenstern, viel Chrom und 90 PS unter der langgestreckten Haube. Mehr als die Hälfte der GT-Gesamtproduktion wurde in die USA verschifft, wo sich schnell eine wachsende Fangemeinde für das Coupé fand. Gut erhaltene Exemplare, deren Wert um ein vielfaches höher sein können als der ursprüngliche Kaufpreis, sind auf der ganzen Welt verteilt.

Olaf Moldzen, Vorsitzender des Dachverbands europäischer Opel-GT-Clubs, sagt dazu: „Wir sind eine weltweite Familie.“ Ende April traf man sich aus Anlass des Jubiläums in Las Vegas. Jetzt eben in Rüsselsheim. Das Programm ist mehrtägig. Einige Exemplare hat das Opel-Werksmuseum aus den heiligen Hallen geholt und dafür vor das Hotel gestellt. Der halbe Vorstand von Opel wird am Steuer sitzen, verrät Moldzen. Der ein oder andere wird mit auf Tour gehen, wenn rund 70 GT den 50. Geburtstag des Klassikers mit Tagesfahrten feiern werden. Beispielsweise zum Hockenheimring, wo Opel einst auf dem Grand-Prix-Kurs den Sportwagen erstmals der Presse präsentierte. Damals wie heute wird Designer-Legende Erhard Schnell dabei sein. Ebenso Walter Röhrl, der in einem Opel-Ascona 400 zum Titel des Rallye-Weltmeisters driftete. Andere Ausfahrten, die jeden Morgen um 9 Uhr am Mainufer los gehen, führen zum Opel-Zoo nach Kronberg, zum Schloss Westerhaus nach Ingelheim, ins Opel-Werk nach Kaiserslautern oder zum Test-Center des Autobauers nach Rodgau-Dudenhofen. Der große Abschlussabend findet am Samstag in den ehemaligen Rüsselsheimer Werkshallen K 48 statt. Chris und Liz Bron aus den USA werden dann natürlich auch wieder dabei sein. Nachdem sie ihren grasgrünen GT aus dem Baujahr 1973 mit goldenem Schriftzug abgestellt haben – extra ausgeliehen für die nächsten Tage auf deutschen Straßen.

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