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Die Gebäude der Friedrich-Ebert-Schule werden grundlegend modernisiert.

Rüsselsheimer Schullandschaft

78,2 Millionen Euro für zwei Schulen

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In den Ausbau der Rüsselsheimer Schullandschaft wird kräftig investiert. Trotzdem stehen bereits die nächsten wichtigen Projekte in den Startlöchern.

Politisch geht es auf die Zielgerade. Winken die Stadtverordneten in dieser Sitzungsrunde die Vorlagen zu den geplanten Bauarbeiten für die Sophie-Opel-Schule (SOS) und die Alexander-von-Humboldt-Schule (AvH) durch, sind alle maßgeblichen Eckpfeiler für zwei wichtige Strukturprojekte der Stadt gesetzt. Dann steht im Grunde bis auf wenige Details nur noch die Umsetzung der beschlossenen Pläne an.

Die SOS und die AvH sollen in den kommenden Jahren neue Gesichter bekommen und die Rüsselsheimer Schullandschaft weiterentwickeln. 43,6 Millionen Euro werden für die Umsetzung der Pläne für die SOS inzwischen veranschlagt, 34,6 Millionen Euro sind es für die AvH. Hohe Summen angesichts des Schuldenstands der Stadt, die in der Vergangenheit bereits mehrfach für hitzige Debatten in der Stadtpolitik gesorgt haben.

Mit den detaillierten Planungen, die jetzt vorliegen, sind allerdings noch nicht alle finanziellen Risiken abgedeckt. In der Kalkulation für die SOS ist lediglich ein Risikopuffer von zwei Prozent eingeplant, bei der AvH sind es acht Prozent. Auch in den beiden Vorlagen für die Stadtpolitik heißt es, dass der Risikopuffer jeweils eigentlich 15 Prozent betragen sollte.

Zudem sind bei beiden Projekten einzelne Teilbeträge noch nicht beziffert. Bei der SOS betrifft dies die Kosten für den Ankauf einer Teilfläche des TUS-Geländes, welche für die Errichtung des Schulcampus benötigt wird. Konkret geht es um rund 3500 Quadratmeter Grundfläche. Bei den Planungen für die AvH ist die Interims-Unterbringung der Schüler während der Bauzeit in Höhe von 1,6 Millionen Euro noch nicht in den Gesamtkosten enthalten.

Sehr konkret werden die Planer auch im Hinblick auf den weiteren Zeitplan für die beiden Schulen. Im Dezember 2018 sollen die ersten Umbau-arbeiten an den Bestandgebäuden der Friedrich-Ebert-Schule für die SOS starten. Der Ostflügel soll bis Dezember 2019 fertig werden, der Westflügel 2021. Die beiden geplanten Jahrgangshäuser sollen bis Mitte, beziehungsweise Ende 2020 stehen, der Ganztagstrakt sowie die neue Sporthalle bis Juni 2022.

Baubeginn für den Ergänzungsneubau für die AvH soll im Herbst 2018 sein. Die Fertigstellung ist für den Sommer 2020 geplant. Anschließend soll auch im Bestandsgebäude gebaut werden – vom Sommer 2020 bis Winter 2021. Letzter Bauabschnitt sind die Außenanlagen, mit denen im Herbst 2021 begonnen werden soll. Die Gesamtfertigstellung ist für 2021 geplant.

Beide Schulbauprojekte werden die Stadtkasse auch künftig noch belasten. Die Schätzung der Folgekosten beläuft sich für die SOS auf jährlich rund 1,8 Millionen Euro, wovon alleine knapp 400 000 Euro auf den Schuldendienst für die zum Schulbau aufgenommenen Kredite entfallen. Der Rest wird etwa zur Unterhaltung und Bewirtschaftung der Gebäude fällig.

An der AvH belaufen sich die geschätzten Folgekosten auf jährlich etwa 1,1 Millionen Euro, wovon etwa 300 000 Euro auf den Schuldendienst entfallen.

Bildungsdezernent Dennis Grieser (Grüne) berichtet, dass die Schulkommission den beiden Plänen für SOS und AvH bereits zugestimmt habe. Sein Blick richte sich schon jetzt auf die nächsten Aufgaben in Sachen Schulentwicklung. „Als nächstes großes Projekt steht die Gerhart-Hauptmann-Schule an“, sagt Grieser. Zudem soll zeitnah statistisch erfasst werden, ob hinsichtlich der Auslastung der Grundschulen mit einem Engpass gerechnet werden muss. Dies deutet die Entwicklung in Sachen Kinderbetreuung an. „Da brauchen wir jetzt die Anhaltspunkte, um schnell reagieren zu können.“

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