Der städtische Mitarbeiter Markus Edler hat übergangsweise die Pflege der Vögel im Verna-Park übernommen. Aufmerksam beobachtet von den Sittichen, füllt er ihr Futter nach.
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Der städtische Mitarbeiter Markus Edler hat übergangsweise die Pflege der Vögel im Verna-Park übernommen. Aufmerksam beobachtet von den Sittichen, füllt er ihr Futter nach.

Natur

Ab und an gibt es Leckereien

  • VonMareike Stich
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Die Voliere für gefiederte Bewohner im Verna-Park wird gut gepflegt und täglich kontrolliert

Rund 70 Vögel müssten es wohl sein. Auf diese Zahl einigen sich die beiden zuständigen Mitarbeiter der Stadt, Michael Eggerding und Markus Edler, nach kurzer Überlegung. Eggerding, Abteilungsleiter Grünpflege, berichtet, dass das feste Gebäude für die Piepmätze seit 1972 den Verna-Park bereichert. Im historischen Parkkonzept sei es nicht vorgesehen gewesen. Ob es vor 1972 einen anderen Bau mit gleichem Zweck gegeben habe, sei ihm nicht bekannt.

Noch kümmert sich Edler um die bunte Vogelschar, jedoch nur übergangsweise. "Ein neuer Mitarbeiter wird gerade angelernt und macht das zukünftig", sagt Eggerding. Drei bis vier Stunden täglich werde der für diese Aufgabe zur Verfügung haben. Doch auch jetzt werde das Gebäude täglich kontrolliert, versichert Eggerding.

"Wenn ich herkomme, schaue ich erst einmal nach, ob irgendwo ein toter Vogel liegt", berichtet Edler. Als Nächstes werde das Futter gecheckt und von den Spelzen befreit. "Wir haben große Futterautomaten, die müssen nur alle drei bis vier Tage aufgefüllt werden", erklärt Edler. Auch das Rechen von Sand und Entfernen von Kot gehöre zu den täglichen Aufgaben. Auf einem Brett mit zwei Nägeln würden regelmäßig ein paar besondere Leckereien, wie jetzt ein Apfel und ein Chicorée, für die gefiederten Bewohner aufgespießt.

Eine bunte Mischung

Diese beiden Nägel hatten kürzlich eine Rüsselsheimerin dazu bewogen, den Zustand der Anlage auf Facebook zu kritisieren. Zudem hatte sich die Dame an dem - ihrer Ansicht nach - verdreckten Wasserlauf gestört. Mittlerweile konnten die Sorgen der Vogelfreundin ausgeräumt werden. Bei einem Ortstermin durfte sie sich persönlich umsehen.

Bei der Gelegenheit habe man sie auch über die Vorteile des Wasserlaufs aufgeklärt. Der fließt am Boden entlang durch alle Bereiche der Voliere und wird an einem Ende ständig von Frischwasser gespeist. Die dunkle Farbe der Rinne komme von Moosen und Flechten, das Wasser an sich sei glasklar. Und das ist es bei näherem Hinsehen wirklich. Die Voliere sei eine echte Attraktion und finde Anklang bei Jung und Alt, sagt Eggerding. Auch Schulklassen kämen regelmäßig hier vorbei. Deshalb gebe es auch keinerlei Bestrebungen, die Anlage abzuschaffen.

Die meisten Bewohner der Voliere vermehren sich. Deshalb sind die unterschiedlichsten Nisthilfen, abgestimmt auf die verschiedenen Vögel, angebracht. "Die ersten Jungvögel des Jahres sind schon groß", schildert Eggerding. Neben Sittichen, Kanarienvögeln, Zebrafinken und Wachteln tummeln sich hier auch die farbenfrohen kleinen Agaponiden. Um das Blut aufzufrischen, tausche man regelmäßig Vögel mit professionellen Züchtern aus. Angebote von Privatpersonen, die Vögel loswerden wollten, lehne man grundsätzlich ab, um zu verhindern, dass man sich Krankheiten einschleppe.

Übrigens muss man sich auch im Winter keine Sorgen um die Vögel im Verna-Park machen. Da wird ihr kleines Häuschen nämlich beheizt. Maraike Stich

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