Zum Abschluss ausgelassen gefeiert

Sie hatten noch nicht genug vom Feiern: Für Samstagabend hatten die Kinsteerer Kerweborsch zur Nachkerb in den Kaisersaal eingeladen. Neben dem Auftritt von Daddy Longlegs, die den Saal aufmischten, gab es auch wieder eine große Tombola mit rund 500 Preisen.

Nicht ein, sondern zwei Wochenenden lang feiert der Ortsteil Königstädten seine Kerb, die als älteste in ganz Hessen gilt. Den Samstagvormittag verbrachten die 14 Kerweborsch damit – in vier Gruppen unterteilt – rufend, also mit reiner Stimmenpower, durch die Straßen zu ziehen, um Spenden für die Tombola zu sammeln. Darunter fanden sich ein Schaukelelefant aus Holz jede Menge Alkoholika.

Der besondere Reiz an der Nachkerb sei, dass der ganze Stress der vergangenen acht Tage nun abfalle, so dass ausgelassen gefeiert werden kann, erklärt Kerweborsch Florian Küchler. Die Nachkerb am Samstag in der Krone war die letzte Veranstaltung, für die die diesjährigen Kerweborsch verantwortlich zeichneten. Der Frühschoppen am Sonntag auf dem Feuerwehrgelände wurde von der Feuerwehr ausgerichtet, wobei die Kerweborsch dort nur noch Gäste waren. In den vergangenen Jahren waren meist nur noch wenige Kerweborsch am Sonntag erschienen und zogen es vor, sich vom Feiern der Nacht zu erholen. Doch in diesem Jahr ernannte der amtierende Kerwevadder Marius Krey den Feuerwehrfrühschoppen zum Pflichttermin, so dass alle zu kommen hatten.

Zurück zum Samstagabend mit der beliebten Watzversteigerung: Wer zu später Stunde noch die schwarze Kappe trug, konnte für 24 Stunden ersteigert werden.

Watz Lukas Kämmerer wurde von einem Ex-Kerweborsch für 230 Euro ersteigert und wird nun irgendwann für diesen den Rasen mähen, das Auto waschen oder etwas ähnliches tun.

Den Kerweborsch war am Samstagabend deutlich eine gewisse Erleichterung anzumerken. Alles war bestens über die Bühne gegangen. Vom Baumstellen über den Einmarsch bis hin zur Mitternachtsshow habe es keine Ausfälle gegeben, und das Publikum sei begeistert gewesen. Viele Ex-Kerweborsch feierten mit, und auch sie zeigten sich zufrieden mit dem, was der Nachwuchs in diesem Jahr so alles zu bieten hatte.

Die Tage zwischen dem Frühschoppen im Kaisersaal mit Livemusik der „Original Nauheimer Dorfmusikanten“, Rippchen und jede Menge guter Stimmung und der Nachkerb am Samstag waren für die Kerweborsch nicht durch Nichtstun geprägt. Ein Stammtisch im Holzwurm, ein gemeinsames Abendessen mit den Kerwemädscher und der schon traditionelle Besuch der Grohe-Brauerei in Darmstadt standen auf dem Terminplan.

Mit dem Frühschoppen bei der Feuerwehr endet nun auch die letzte Kerb eines Rüsselsheimer Stadtteils, und das Warten aufs kommende Jahr beginnt.

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